Wertheim

Aushilfs-Kassiererin im Schwimmbad kassierte ab

Schwimmbäder können nicht das Personal, das sie im Sommer bei großem Kunden-Andrang benötigen, das ganze Jahr über anstellen. Eine Personal-Management Firma aus Hessen schafft mit ihrem Bäderservice Abhilfe, und darauf greift auch die Wertheimer Bäder GmbH zurück.

In der Saison 2015 bekam sie eine Leiharbeiterin aus Hanau zugewiesen, die ab Mai unter anderem als Kassiererin eingesetzt war, allerdings nur bis 8.Juli. Nach den Feststellungen der Bäder GmbH ergab sich, dass die 36-Jährige im genannten Zeitraum zwar 14 282 Euro an ihrer Kasseneinheit eingenommen, aber nur 4467 Euro abgerechnet hatte. Außerdem fehlten noch 205 Euro Wechselgeld.

Die Stadtwerke Wertheim, die für die Bäder GmbH die kaufmännische Betriebsführung erbringen, verklagten beim Landgericht Mosbach zivilrechtlich die Firma sowie die Kassiererin auf Zahlung des Fehlbetrags von 10 020 Euro.

Zwangsvollstreckung erfolglos

Die Firma, auf ihren Ruf bedacht, zeigte sich „professionell“ und überwies das Geld ohne Urteil. Nur 750 Euro wurden der verschuldeten Frau auferlegt, die sie allerdings noch nicht beglichen hat. Die Zwangsvollstreckung blieb erfolglos.

Jetzt musste sich die Frau beim Amtsgericht Wertheim wegen veruntreuender Unterschlagung verantworten. Der Verteidiger bestritt den Vorwurf und nannte die Berechnung der Schadenshöhe schwammig und detailarm.

Deswegen und, weil der Schaden der Bäder GmbH erledigt ist, gab die Staatsanwältin Zustimmung, und das Gericht stellte das Verfahren nach 153 a der Strafprozessordnung vorläufig ein. Die vorbestrafte Angeklagte muss bis Mitte März die 750 Euro und zusätzlich 250 Euro an die Bäder GmbH überweisen, dann erfolgt die endgültige Einstellung. Andernfalls wird es wieder aufgenommen, und es gibt ein Urteil.

Wie im Supermarkt hat im Schwimmbad jede Kassiererin ihren Kassenbehälter mit eigenem Schlüssel. Die Regel war, sobald die Einnahmen 3000 Euro erreichen, ist abzurechnen. Das Geld war an eine festangestellte Kollegin zu übergeben, die den Betrag auf das Bankkonto der Bäder GmbH einzahlt, und die Quittung der Kassiererin gibt. Laut einer Festangestellten machte die Angeklagte die Abrechnung mehrfach verspätet.

Ein Mal fiel auf, dass bei den von der Beschuldigten zur Einzahlung überreichten 900 Euro sich sechs Hunderter und mehrere 50er Scheine befanden. Ein ander Mal hätten beim Betrag 50 Euro gefehlt.

Ausschlaggebend war allerdings, dass mehrfach trotz geschätzter hoher Besucherzahl der Kassenabrechnungsbetrag der Angeklagten niedrig war. Eine Festangestellte mit langjähriger Erfahrung betonte vor Gericht, sie könne abschätzen, ob 2000 bis 3000 Besucher da sind oder nur 1000.

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