Großrinderfeld

Der gute Geist von Großrinderfeld

Zum Abschluss eines jeden Neujahrsempfangs gehört das gemeinsame Singen des Badener Liedes von allen Anwesenden.
Foto: Matthias Ernst | Zum Abschluss eines jeden Neujahrsempfangs gehört das gemeinsame Singen des Badener Liedes von allen Anwesenden.

„Ich bin überwältigt von den vielen Besuchern“, gab eine sichtlich ergriffene Anette Schmitt zu Beginn ihrer Rede beim Neujahrsempfang der Gemeinde Großrinderfeld zu erkennen. Die Bürgermeisterin hatte erst zum zweiten Mal zu so einem Empfang die Bürger der Großgemeinde eingeladen, nach der Premiere 2017 in Gerchsheim. Die Schlange am Eingangsbereich war dementsprechend lang, denn jeder wollte der Bürgermeisterin, die erstmals ihre im vergangenen Jahr überreichte Amtskette trug, die Hand schütteln. Dies veranlasste Wolfgang Reinhart, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag, in seinem Grußwort zu der Erkenntnis, dass die Bürger ihre Amtsstubenschefin anerkennen. „Ich kenne die Verhältnisse in Großrinderfeld schon länger und im Moment herrscht hier ein guter Geist“. Zur Unterhaltung spielte die Gruppe „Rentnerblech“ unter der Leitung von Ernst Richter.

„Wir haben in unserer Gemeinde 2017 ein strammes Programm hinter uns“ resümierte Schmidt. Neben den vielen „normalen“ Baustellen waren es vor allem das Bürgerbegehren gegen die geplante Windkraftanlage im Ortsteil Großrinderfeld und die kurzfristige Schließung der Kindertagesstätte St. Anna in Gerchsheim, die aufgrund von massivem Mäusebefall in die zum Glück leerstehende Daxbergschule umziehen musste. Während bei der Windkraft aktuell auf Wunsch des Antragstellers beim Landratsamt nichts Neues zu vermelden ist, geht die Diskussion um die Kindertagesstätte munter weiter. Trotzdem lobte Bürgermeisterin Schmidt die Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen beim Umzug, ohne die es nicht so reibungslos vonstatten gegangen wäre. Es sei eine „beispiellose Gemeinschaftsleistung“ von Eltern, Gemeinde, Kirche und Bauhof, sowie der Feuerwehr gewesen. Man ging anfangs davon aus, dass die Übergangslösung schnell vorbei ist, doch das habe sich als Trugschluss erwiesen. Der Mäusebefall im alten Gebäude sei immer noch vorhanden und wenn der jemals vorbei sein sollte, müsse noch viel Geld in die Hand genommen werden, um die aktuellen Brandschutzbestimmungen zu erfüllen.

Es müsse also genau abgewägt werden, in welche Richtung man zukünftig plant. Auch wenn die katholische Kirche der Träger sei, finanziert wird die Kindertagesstätte überwiegend von der politischen Gemeinde. Und da müsse man genau überlegen, wo das Geld am sinnvollsten investiert wird.

2018 sei überhaupt das Jahr, in dem sich die Gemeinde verstärkt um ihre Liegenschaften kümmern muss. Man benötige dringen neues Bau- und Gewerbeland, denn Großrinderfeld erfreue sich zunehmender Beliebtheit. Das unterstrich auch Reinhart, denn im ländlichen Bereich können sich auch junge Familien noch einen Bauplatz finanziell leisten. In den Ballungsräumen sei es schier unmöglich geworden.

Bürgermeisterin Schmidt hatte im vergangenen Jahr immer ein Miteinander aller Gemeindeteile erlebt. Selbst beim Bürgerentscheid über die Änderung des Bebauungsplanes wegen der Windkraftanlage ging die Ablehnung durch alle Ortsteile. „In den Wochen wurde echte Basisdemokratie ausgeübt. Es gab kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Keiner wollte Keinem eins auswischen“. Dies mache Mut für die kommenden Jahre und zeige, dass die Ortsteile langsam zusammenwachsen, auch geistig.

Überhaupt die Zusammenarbeit in den Vereinen und Organisationen sei vorbildlich gewesen. „Das Leben wäre trist ohne Vereine“. Dabei lenkte Schmidt auch den Blick auf die ehrenamtlich tätigen Gemeinde- und Ortschaftsräte. Ihre Arbeit gehe weit über das normale Engagement hinaus und werde nur selten gewürdigt.

Dasselbe gelte auch für die Mitglieder Feuerwehr mit ihren vier Abteilungen. Auch dieser Gruppe, sowie den fleißigen Blutspendern sprach Schmidt ihren besonderen Dank aus. Zusammen mit Kreisbrandmeister Alfred Wirsching und Kommandant Gerald Ebert wurden viele langjährige Mitglieder geehrt, sowie unter Mitwirkung von Daniel Winkler vom DRK, erfolgreiche Blutspender ausgezeichnet.

Ehrungen

Feuerwehr 25 Jahre aktiver Dienst: Edgar Nahm, Bernd Zehner, Ralf Schieß; 50 Jahre Vereinszugehörigkeit: Klaus Bethäuser, Winfried Reinhart, Erwin Breunig, Johann Beck, Hugo Köhler, Josef Göll; 60 Jahre: Hubert Hofmann, Paul Leuchtweis, Robert Schlör, Günter Weismann.

Blutspender, 10 Spenden: Angelika Ehnert, Bernhard May, Teresa Rosinski; 25: Andrea Dürr, Stefan Reinhart; 50: Mathilde Kretzer; 100: Albert Ludwig.

Die Ehrung für langjährige Angehörige der Feuerwehr und erfolgreiche Blutspender ist mehr als eine Pflicht. Bürgermeisterin Anette Schmidt (Mitte) lobte den ehrenamtlichen Einsatz der Menschen zum Wohle der Gesellschaft.
Foto: Matthias Ernst | Die Ehrung für langjährige Angehörige der Feuerwehr und erfolgreiche Blutspender ist mehr als eine Pflicht. Bürgermeisterin Anette Schmidt (Mitte) lobte den ehrenamtlichen Einsatz der Menschen zum Wohle der Gesellschaft.
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