Großrinderfeld

Förderantrag für neues Ärztehaus wird gestellt

Der ehemalige Kindergarten St. Anna soll in ein Ärzte- und Seniorenhaus von der Gemeinde umgebaut werden.
Foto: Matthias Ernst | Der ehemalige Kindergarten St. Anna soll in ein Ärzte- und Seniorenhaus von der Gemeinde umgebaut werden.

In einer Sondersitzung traf sich der Großrinderfelder Gemeinderat, um sich erneut mit dem Thema Ärzte- und Seniorenhaus im Ortsteil Gerchsheim auseinanderzusetzen. Grundsätzlich hatte sich der Gemeinderat schon in einer früheren Sitzung dafür ausgesprochen, das Gebäude des ehemaligen Kindergartens St. Anna von der Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach zu kaufen. Nun liegt auch ein erstes Verkaufsangebot der Kirchenverwaltung vor, so Bürgermeister Johannes Leibold in der Sitzung. Das sei aber noch nicht verhandelt.

Die Dringlichkeit der Sitzung rührte daher, dass man ein Förderprogramm des Bundes aufgetan hatte, das Mittel für die "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereich Sport, Jugend und Kultur" bereitstellt. Leibold und Kämmerer Werner Horn waren zusammen mit dem Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden der CDU, Wolfgang Reinhart, vor kurzem erst bei Sozialminister Manfred Lucha in Stuttgart gewesen, um mögliche Förderungen für den Umbau auszuloten. Dort war man sehr angetan von der Idee einer Nachnutzung des leerstehenden Gebäudes und sagte umfängliche Unterstützung bei der Suche nach Fördermöglichkeiten zu.

Eine Machbarkeitsstudie hatte man schon in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse auch vorliegen und dem Gemeinderat bereits präsentiert wurden. Geplant ist eine Wohngruppengemeinschaft im Erdgeschoss mit gut 417 Quadratmetern, eine Allgemeinarztpraxis mit 151 Quadratmetern auch im Erdgeschoss, eine Tagespflege im Untergeschoss mit 347 Quadratmetern und weitere Räume für einen Arzt, eine Ergotherapie, eine Logopädie oder ähnliches mit 132 Quadratmetern, ebenfalls im Untergeschoss.

Kosten belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro

Die Umbaukosten belaufen sich nach einer ersten Kostenschätzung auf gut 2,7 Millionen Euro, ein kompletter Neubau würde bei gut 3,62 Millionen Euro liegen. In diesen Kosten sei auch schon ein fiktiver Kaufpreis eingerechnet, so Leibold auf Nachfrage von Walter Lutz. Dieser hätte lieber einen privaten Investor für den Umbau gehabt, aber seine Gemeinderatskollegen sehen es anders. So hatte Manfred Wörner recherchiert, dass die überwiegende Zahl an Ärztehäusern in der Umgebung von der Gemeinde errichtet wurde. Dem pflichtete der Bürgermeister bei und nannte als Beispiel die Nachbargemeinde Kleinrinderfeld, die erst vor wenigen Jahren aus Gemeindemitteln ein Ärztehaus auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule errichtet hatte.

Aus dem Förderprogramm könnte man 45 Prozent der Gesamtkosten erhalten, erläuterte Bürgermeister Leibold dem Rat. Das mache die Investition für die Gemeinde vielleicht etwas einfacher. "Es ist eine einmalige Chance für uns, die sollten wir uns nicht entgehen lassen", befand Heinz Schmitt und die Mehrheit des Gemeinderates schloss sich dieser Aussage an. Mit 14 zu einer Stimme, wegen Corona wurden nicht wie sonst "Ampelkarten" genutzt, sondern per Handzeichen abgestimmt, beschloss der Rat den Antrag auf Förderung zu stellen und das Projekt Ärzte- und Seniorenhaus in Gerchsheim weiter zu verfolgen.

Ein weiteres freudiges Ereignis gab es außerdem in der Gemeinderatssitzung, als der Erste Bürgermeisterstellvertreter Sven Schultheiß Bürgermeister Johannes Leibold die Ernennungsurkunde zum Standesbeamten für Eheschließungen überreichte. Leibold hatte sich erfolgreich fortgebildet, steht in der Urkunde. Damit ist der Bürgermeister jetzt auch offiziell berechtigt, Trauungen durchzuführen.

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