Wertheim

Freude lässt sich nicht erzwingen

Das Vorbereitungsteam beim Bezirksfrauentag (von links): Magda Waltert, Gerlinde Weisensee, Ursula Förstel, Pfarrerin Carolin Knapp, Karin Schwab, Ingrid Kachel und Antje Bauer.
Foto: Bauer | Das Vorbereitungsteam beim Bezirksfrauentag (von links): Magda Waltert, Gerlinde Weisensee, Ursula Förstel, Pfarrerin Carolin Knapp, Karin Schwab, Ingrid Kachel und Antje Bauer.

„Ihr Vortrag hat mir gerade heute so gut getan, dass ich viel heiterer nach Hause fahre als ich heute Morgen hier herkam“ zeigte sich eine Teilnehmerin begeistert über den Vortrag „Dem Leben mehr Freude geben“ von Renate Bachor beim Bezirksfrauentag im ökumenischen Kirchenzentrum auf dem Wartberg.

Zuvor jedoch hatte Ingrid Kachel, Vorsitzende des Arbeitskreises der Bezirksfrauenarbeit, den zahlreich erschienenen Frauen aus dem ganzen Kirchenbezirk ein paar Stunden der Auszeit vom Alltag, der Besinnung, des Nachdenkens und der persönlichen Begegnungen gewünscht. Dann stellte sie noch das Vorbereitungsteam mit Gerlinde Weisensee, Magda Waltert, Karin Schwab, Ursula Förstel und Antje Bauer vor, die mit ihr den Tag vorbereitet und den Gottesdienst erarbeitet und gestaltet hatten.

Aus der Freude leben

„Kann man Freude befehlen?“ fragte dann Dekanstellvertreter Pfarrer Gerd Stühlinger und ging dabei auf ein Wort des Paulus aus dem Philipperbrief ein und fuhr dann fort „Freut euch in dem Herrn, sagt Paulus, man soll sich also nicht so einfach vor sich hinfreuen“. Wir wüssten, wo wir hingehörten, nämlich zu Jesus Christus, und in seinem Namen zusammenkommen zu können sei immer ein Grund zur Freude. Freude dürfe auch geteilt werden.

„Wie schön ist es doch, wenn man etwa bei einer Fahrt durch die momentan herbstlich gefärbte Landschaft fährt und sich gemeinsam mit dem Partner oder Freund darüber freuen kann“, meinte er erklärend dazu. Und wer aus der Freude lebe, der könne auch eher gütig, nachsichtig und geduldig mit dem anderen umgehen.

Renate Bachor, die Referentin des Tages, stellte dann zunächst ihre familiäre Situation (verheiratet, fünf Kinder, sieben Enkel) sowie ihre beruflichen Schwerpunkte (Intensivseelsorge und Seminare) vor, um dann ihr Thema näher zu beleuchten. In fünf Kapiteln hatte sie dazu ihren rund zweistündigen Vortrag eingeteilt: Freude – was ist das?

Wie zeigt sie sich? Wozu? Trotz Leid? Sowie neue Freude durch Dankbarkeit. Dazu kamen jede Menge Beispiele aus ihrer Praxis und ihrem persönlichen Leben sowie immer wieder eine heitere Begebenheit zur näheren Erklärung der jeweiligen Situation.

Freude, so Renate Bachor dann, lässt sich nicht erzwingen, sondern ist ein Geschenk des Himmels. Sie entsteht im Innern und ist ein tiefes Gefühl von Glück und Zufriedenheit. Man fühlt sich wohl, strahlt Optimismus aus, bewirkt immer ein Lächeln und wirkt einfach anziehend.

Kleine nervende Dinge

„Nicht jeder Tag ist Disneyland“, meinte Renate Bachor weiter, im Gegenteil. So manches belastet den Alltag, das können nur immer wiederkehrende kleine nervende Dinge sein, aber auch Probleme mit dem Partner, Ärger mit dem Chef oder den Kollegen, schlechte Noten in der Schule. Da könne einem leicht das Lachen vergehen; dennoch sei Lachen so wichtig („Lachen ist die beste Medizin“), aber wenn Lachen auch nicht gleich gelingt, so kann man es doch zunächst mit einem Lächeln versuchen. Lächeln, Lachen befreit von seelischen Belastungen, lässt Abstand gewinnen und bewirkt Gelassenheit statt Ärger.

Wie könne man nun durch neue Freude zur Dankbarkeit kommen? Dankbarkeit, so die Referentin, beginnt im Kleinen und ist eng mit der Freude verknüpft und wenn wir uns bewusst machen, wofür wir dankbar sein können – und dafür gibt es manches, was uns zunächst als eigentlich unscheinbar erscheint – dann macht sich ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit und der Freude in uns breit.

Schließlich möchte Jesus, dass wir bedingungslose Freude erleben und nah bei ihm sind. „Dass Sie diese Freude immer wieder erleben können, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen“ schloss Renate Bachor.

Vor dem gemeinsamen Mittagessen stellte sich dann Elvira Leskowitsch vor, die für drei Jahre befristet im Kirchenbezirk für den Bereich „Flucht und Migration“ zuständig ist und anbot, die Kirchengemeinden in diesen Fragen zu beraten und zu unterstützen.

Konzert mit Spontanchor

Diakonin Petra Herold lud zu zwei Veranstaltungen ein, zu „Wie begegnen wir Menschen mit Demenz“ am 19. November auf dem Wartberg und zum Konzert mit dem Spontanchor in Niklashausen am 13. November.

Den Abendmalsgottesdienst feierte man dann mit Pfarrerin Carolin Knapp aus Bestenheid. Dazu hatte das Vorbereitungsteam Mirjam, die Schwester von Mose und Aaron, in den Mittelpunkt gestellt, weil man sie gut mit dem Begriff Freude in Zusammenhang bringen kann. „Mirjam hat ihre Leute im wahrsten Sinne des Wortes zusammengetrommelt zum Loben und Danken. Und ich stelle mir diese Fröhlichkeit und Freude vor, mit der Mirjam die Botschaft Gottes verkündete“, hieß es abschließend.

Am Ende lud Ingrid Kachel die Anwesenden für den nächsten Bezirksfrauentag ein, der das 500-jährige Reformationsjubiläum zum Thema haben und in der Stiftskirche stattfinden wird.

j

Renate Bachor referierte zum Thema Freude.
Foto: Antje Bauer | Renate Bachor referierte zum Thema Freude.
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