Böttigheim

Großrinderfeld: Warum das Mobilfunknetz nicht funktioniert

Immer wieder gibt es Beschwerden, dass das Mobilfunknetz auf dem Land gestört ist. Ein Leser aus Großrinderfeld macht seinem Ärger Luft. Er ist seit sieben Wochen fast ohne Netz.
Oft sind Arbeiten an einem Funkmasten der Grund (wie beispielsweise hier in Oberaltertheim), dass der  Empfang im Mobilfunknetz gestört ist. 
Foto: Matthias Ernst | Oft sind Arbeiten an einem Funkmasten der Grund (wie beispielsweise hier in Oberaltertheim), dass der  Empfang im Mobilfunknetz gestört ist. 

Noch immer ist das mobile Telefonnetz auf dem Land nicht so ausgebaut wie es sein sollte. Die drei großen Anbieter T-Mobile, Vodafone und Telefonica (O2) beherrschen den Markt. Dabei sind die Ausbaustufen ihrer Sendeantennen aber sehr unregelmäßig verteilt. In manchen Gebieten kann man nur über den einen Anbieter telefonieren, in anderen nur über einen weiteren. Gerade im ländlichen Raum führe das teilweise zu kuriosen Szenen, wie Leser Ernst Hofmann erfahren musste. Unter Umständen brauche jemand, der in unterschiedlichen Räumen lebt und arbeitet, zwei Mobilfunkanbieter, um überall erreichbar zu sein.

Hofmann wohnt im baden-württembergischen Großrinderfeld, arbeitet aber auch im bayerischen Böttigheim. In beiden Orten, so habe er es selbst erfahren, sei das Netz von Vodafone sehr schwach, in Böttigheim "geht derzeit überhaupt nichts". "Es kann doch nicht sein, dass über Wochen das Netz gestört ist", sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion. In Böttigheim komme hinzu, dass insgesamt  überhaupt nur ein Netz funktioniere, erklärt er verärgert. "Das Netz anderer Anbieter funktioniert gar nicht, obwohl der Ausbau schon länger versprochen ist."

Sieben Wochen fast ohne Netz 

Der Ausfall des Mobilfunknetzes dauere nun schon rund sieben Wochen an. Er habe alles probiert, "aber die Hotline des Anbieters konnte mir keine verlässliche Auskunft geben", so Hofmann. Jeder habe ihn vertröstet oder eine andere Begründung gefunden, fühlt er sich missverstanden. Teilweise, so beschreibt er die Gespräche, sei sogar geleugnet worden, dass eine Störung vorliegt. Bei der Gemeinde Großrinderfeld weiß man offiziell nichts von einer Störung, sagt Kämmerer Werner Horn auf Nachfrage. "In Gesprächen mit Bürgern ist aber sehr wohl von unregelmäßigem Empfang die Rede." Gespräche würden abrupt unterbrochen oder seien unverständlich und abgehackt. 

Sendemast wird aufgerüstet

Recherchen dieser Redaktion brachten schließlich zutage, dass der hauptverantwortliche Sendemast in der Nähe von Wenkheim, der auch in die beiden anderen Ortschaften ausstrahlt, aufgerüstet wird. Solche Aufrüstungen seien derzeit häufig - im Hinblick auf die Vorbereitungen für das 5G-Netz, also die nächste Ausbaustufe des Mobilfunks, hieß es seitens des Anbieters. Scheinbar kam es bei der Umrüstung zu Problemen, nur so sei die Verzögerung und ein Abreißen des Mobilfunks-Netzes zu erklären, hieß es weiter. Man wolle nun zügig an die Fertigstellung gehen, damit schon bald wieder voller Empfang in allen Ortschaften möglich sei.

Hofmann empfindet die lange Dauer als unerträglich: "Zumal viele Bürger ja gar kein Festnetz mehr haben. Wenn es zu einem Notfall kommen sollte, hätte man keine Chance einen Anruf an die Leitstelle zu senden." Es könne ja nicht die Lösung sein, mitten in der Nacht im Schlafanzug zu einem Nachbarn mit Festnetz zu gehen. "Das passt nicht in unsere Zeit und ist ein unmöglicher Zustand", findet Hofmann. Ihn wundert es, dass nicht noch mehr Bürger auf die Barrikaden gingen und sich beschwerten.

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