Tauberbischofsheim

Holzverkaufsstelle gibt Hinweise zur Einschlagssaison

Eingeschlagenes Buchenstammholz: Die Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis gibt Empfehlungen für die beginnende Einschlagssaison.
Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis / Uwe Renk | Eingeschlagenes Buchenstammholz: Die Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis gibt Empfehlungen für die beginnende Einschlagssaison.

Der diesjährige Holzeinschlag ist überschattet von mehreren Trockenjahren in Folge und den damit verbundenen großen Borkenkäferschäden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis. Das Borkenkäferholzaufkommen im Jahr 2019 war mehr als drei Mal so hoch wie 2018. "So bleibt es nicht aus, dass der Nadelholzmarkt immer noch geflutet ist und sich die Abfuhr des Überangebots an Fichtenstammholz sehr schleppend hinzieht", erklärt Uwe Renk, Leiter der Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis.

"Der Preis für Fichte befindet sich auf dem untersten Level und erlaubte es der Kundschaft, den Export in die USA enorm zu steigern", sagt Renk weiter. Durch die von Präsident Trump eingeleiteten Zollbeschränkungen gegenüber Kanada konnten die Europäer verstärkt auf dem amerikanischen Markt Fuß fassen. Der Anstieg der Hausneubauten-Rate um circa zwölf Prozent ließ die Nachfrage nach Bauholz derart ansteigen, dass sich die Preise teilweise sogar verdoppelten. "Der Waldbesitzer hat von all diesem leider nicht profitiert", bilanziert Renk.

Für die Waldeigentümer wird auch in den nächsten Monaten die Aufarbeitung von Schadholz im Vordergrund stehen. Infolge des hohen Fichtenaufkommens sind derzeit Kiefernsortimente nicht nachgefragt. "Kiefernhiebe müssen daher auf die nächsten Jahre verschoben werden. Anders stellt sich der Markt bei Douglasie und Lärche dar: Diese Baumarten liegen noch voll im Trend und werden im Spektrum des mittelstarken Holzes sehr nachgefragt", erläutert Renk. Corona-bedingt sei die Nachfrage in den Baumärkten gestiegen, da während der Kontaktbeschränkungen viele Projekte im Außenbereich realisiert wurden.

Geschlossene Möbelhäuser

Nadelindustrieholz für Spanplatten ist nur schwer absetzbar. Während der Zeit des Lockdowns waren die Möbelhäuser geschlossen, somit stagnierte auch die Nachfrage nach Spanplatten. Papierholz in Drei-Meter-Längen wird verhalten nachgefragt. Für dieses Sortiment spielt die Frische eine enorme Rolle, das heißt: Käferholz ist in der Regel zu trocken und für die Papierherstellung nicht mehr geeignet.

Der Laubholzmarkt wird derzeit noch als fragil beurteilt, da die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht abschließend eingeschätzt werden können. Hintergrund ist, dass auch im Segment des Laubrund- und des Laubschnittholzes einiges vom Export abhängt.

Die Markteinschätzung für die Eiche stellt sich so dar, dass gute Qualitäten nachgefragt werden. Die Absatzmöglichkeit für schwache Eichenlose und Gipfelparkett wird sich zunehmend reduzieren, und der Verkauf von Kernkäfer-befallenem Holz wird kaum möglich sein. "Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass auch bei der Submission Taubertal verstärkt Wert auf gute Qualitäten gelegt wird. Die fragwürdigen Sortimente sollten aus dem Submissionsangebot ausgenommen sein", appelliert der Leiter der Holzverkaufsstelle.

Geschädigte Buche

Bei der Buche werden derzeit alle Stammholzsortimente nachgefragt. Ein Problem stellt laut Renk noch die unter der Trockenheit geschädigte Buche (Schadbuche) dar, welche nur sehr schwer absetzbar sein wird; und wenn, dann lediglich zu einem etwas höheren Brennholzpreis.

Die Esche ist dieses Jahr sowohl für den Rundholzexport als auch für den regionalen Einschnitt ab einem Durchmesser von mehr als 40 Zentimetern gefragt. Die schwächeren Eschen der Stärkeklasse L3a/3b werden schlecht vermarktbar sein.

Für die übrigen Buntlaubbäume gilt, dass nur gute bis sehr gute Qualitäten gefragt sind. Der Einschlag von Ahorn, Roteiche und Kirsche sollte möglichst vermieden werden.

Abschließend weist Uwe Renk darauf hin, dass vorweihnachtliche Lieferungen wohl leichter verkäuflich sind.

Corona-bedingt lässt sich die Entwicklung des Holzabsatzmarktes für die ersten Quartale des Jahres 2021 derzeit noch nicht voraussagen.

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