Großrinderfeld

Kindergarten: Kommt ein Neubau auf den Festplatz?

Sind die Tage der Kindertagesstätte in der Dachsbergschule schon wieder gezählt? Geht es nach den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie, ist ein Neubau auf dem Festplatz in Gerchsheim wesentlich kostengünstiger.
Foto: Matthias Ernst | Sind die Tage der Kindertagesstätte in der Dachsbergschule schon wieder gezählt? Geht es nach den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie, ist ein Neubau auf dem Festplatz in Gerchsheim wesentlich kostengünstiger.

Da machten die Gemeinderäte große Augen, als Matthias Beck und Nadja Herpich vom Architekturbüro Perleth aus Schweinfurt die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für die beiden Kindertagesstätten in Großrinderfeld und Gerchsheim vorstellten. Wie berichtet, will die Gemeinde mittelfristig von vier Kindertagesstätten in allen vier Ortsteilen nur noch zwei Schwerpunkte in Großrinderfeld und Gerchsheim unterhalten. Dafür wird viel Geld notwendig sein, das war allen Beteiligten von Anfang an klar. In Gerchsheim plant man immerhin mit sechs Gruppen, in Großrinderfeld sogar mit acht Gruppen plus einem Hort. Hierfür hatte die Gemeinde extra ein Gelände links neben der Festhalle erworben.

In der günstigsten Variante mit einem verminderten Volumenangebot rechneten die Fachleute mit Kosten von gut elf Millionen Euro allein in Großrinderfeld. Dann wird da ein dreigeschossiges Gebäude mitten in der Landschaft stehen. Geht man weiter in die Fläche und baut nur zwei Geschosse sind es schon knapp 13,5 Millionen Euro, die errechnet wurden. "Mehrgeschossig ist immer günstiger", erläuterte Matthias Beck. Vor allem der Bau zusammen mit einem Hort soll dabei Synergieeffekte bringen, die die Gemeinde gerne nutzen möchte.

Auf dieser Wiese gegenüber der Festhalle in Großrinderfeld soll der Neubau der Kindertagesstätte errichtet werden
Foto: Matthias Ernst | Auf dieser Wiese gegenüber der Festhalle in Großrinderfeld soll der Neubau der Kindertagesstätte errichtet werden

Der Hort wird aktuell für 100 Kinder geplant, obwohl man weiß, dass es ab 2025 einen Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung geben wird. Das missfiel Walter Lutz, der einen Folgebau als notwendig sieht, weil aktuell schon rund 180 Kinder in der Grundschule unterrichtet werden. Bürgermeister Johannes Leibold ließ diese Grundsatzdiskussion nicht zu, denn das wäre an diesem Abend zu weit gegangen. Zu gegebener Zeit müsse man sich allerdings unterhalten, ob man eine Ganztagsschule möchte oder eine Ganztagsbetreuung.

Insgesamt drei Varianten hatte das Architekturbüro berechnet – von einem langgestreckten zweigeschossigen Bau über eine L-Form bis hin eben zum dreigeschossigen Neubau. "Machen wir uns nichts vor, die günstigste Variante wird ein Bunker werden", mahnte Heiko Wülk. Nadja Herpich erklärte, dass man hier von einer Höhe von ungefähr 13 Metern ausgehen muss. Für den Bau rechnet man mit einer Bauzeit von 1,5 bis zwei Jahren. Fest steht auf jeden Fall: Ohne eine großzügige Bezuschussung aus verschiedenen Förderprogrammen wird es keine vernünftige Lösung geben können.

Auch in Gerchsheim gehen die Kosten in die Millionen

Denn neben den gut elf Millionen für den Neubau in Großrinderfeld rechnet das Architekturbüro auch für den Standort Gerchsheim mit Kosten von mindestens 5,35 Millionen Euro. Hier planen die Architekten mit einem dreigeschossigen Neubau auf dem Gelände des Festplatzes. Die bisherige Dachsbergschule, in der die Kindertagesstätte aktuell untergekommen ist, könnte zu Teilen mitgenutzt werden. Es sei aber auch eine andere Nutzung vorstellbar, so Nadja Herpich. Man hatte allerdings auch für eine Nutzung des bisherigen Gebäudes Berechnungen angestellt. Die Nutzung des neueren Teils plus Neubau eines Anbaus würde Kosten von ungefähr 7,18 Millionen Euro betragen, wobei hier schon knapp 450 000 Euro für den Abbruch des Bestandes kalkuliert wurden.

Die Gesamtsumme der ermittelten Kosten schockierten die Gemeinderäte dann doch so sehr, dass man die Informationen erstmal sacken lassen und keine Adhoc-Entscheidung treffen wollte. Man wolle die Sache nochmals im Ortschaftsrat besprechen, fand nicht nur Walter Lutz. Auch die anderen Gemeinderäte sahen noch Gesprächsbedarf, denn allen war klar, dass so hohe Kosten den Handlungsspielraum der Gemeinde stark einschränken werden. Bürgermeister Leibold brachte deshalb auch eine Kostenobergrenze ins Gespräch, weil "wir uns nach unserem Geldbeutel ausrichten müssen". Außerdem müssen die Bauten auf mehrere Jahre gestreckt werden, um überhaupt eine Finanzierbarkeit zu erreichen, so der Bürgermeister.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Tauber und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Großrinderfeld
Matthias Ernst
Architekturbüros
Bau
Bürgermeister und Oberbürgermeister
Festhallen
Festplätze
Ganztagsschulen
Kindertagesstätten
Millionen Euro
Ortsteil
Stadträte und Gemeinderäte
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!