Wertheim

Mit abgebrochener Flasche zugeschlagen: Bewährungsstrafe

Das Feiern in den Geburtstag nach dem Besuch der Wertheimer Messe (am 3. Oktober 2018) hätte tragisch enden können. In einer Gaststätte beim Bahnhof kam es zwischen fünf Personen in zwei Gruppen zum verbalen Streit, der sich nach dem Lokalverweis durch den Wirt auf die Straße verlagerte.

Nach einer Beruhigung flammte die Auseinandersetzung wieder auf. Um 4.15 Uhr ergriff ein 27-jähriger Mann ein Flasche, schlug den unteren Teil ab und dann gegen den Kopf des Kontrahenten seines Freundes, der Geburtstag hatte, "um ihn zu schützen". Das Opfer hatte Glück und erlitt nur eine Schnittwunde am rechten Unterkiefer. Sie wurde ambulant genäht.

Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim den Schläger, gelernter Schlosser, zur Strafe von einem Jahr, setzte diese aber gegen Ableistung von 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit und weiteren Auflagen zur Bewährung aus.

In "Notwehr" zum Gegenstand gegriffen

Die Eskalation vor dem Lokal entstand durch erneute verbale Provokationen, das Festhalten an den Armen und das ganz nahe sich vor dem Gesicht des anderen "Aufbauen". Der Freund verpasste daraufhin als Aufforderung zum Abstandhalten eine Kopfnuss, bekam Schläge, und dadurch sah der Angeklagte seinen Freund in die Enge getrieben. In "Notwehr" habe er den nächsten Gegenstand ergriffen.

Der Vorfall mündete in mehrere Strafverfahren, und dieses ist zeitlich das letzte. Das Gericht hatte den Beschuldigten, da ohne festen Wohnsitz, nicht laden können und Haftbefehl erlassen. Nachdem die Polizei ihn ermittelt hatte, saß er in den Justizvollzugsanstalten Adelsheim, dann Schwäbisch Hall und wurde von dort zur Verhandlung nach Wertheim gebracht

Der Angeklagte machte keinen abgebrühten Eindruck und erklärte, die zwei Monate seien ihm eine Lehre. Er entschuldige sich für sein Vergehen: So etwas komme nicht mehr vor.

1,16 Promille

Die medizinische Sachverständige errechnete, ausgehend von der Atemalkohol-Messung durch die Polizei, für die Tatzeit eine Blutalkoholkonzentration von maximal 1,16 Promille. Der Beschuldigte sei mit der Diagnose paranoide Schizophrenie bereits mehrfach für Wochen in psychiatrischen Kliniken eingewiesen gewesen: Tauberbischofsheim, Lohr, Würzburg, König-Ludwig-Haus.

Die "eigenständige Schizophrenie" trete in der Regel jedoch erst ab 35 Jahren auf. Beim Beschuldigten habe es sich damals nur um psychotische Anfälle schizophrener Art gehandelt, ausgelöst durch missbräuchlichen Konsum von Cannabis und Amphetamin, erster Drogenkontakt mit 16 Jahren. Klinik-Aufenthalte von acht Tagen hätten also genügt. Dahinter stünden auch die verschiedenen"Möglichkeiten der Abrechnung".

Der Angeklagte wurde in 2015 wegen unerlaubten Erwerbs von Drogen, in 2013, zu einer Geldstrafe verurteilt. Im jetzigen Fall beantragte die Staatsanwaltschaft wegen der extrem gefährlichen Handlung eine Strafe von zwei Jahren. Der Verteidiger nannte wegen "atypischer Überreaktion" eine Bewährungsstrafe ausreichend.

Das Gericht wies beiden Kontrahenten-Seiten gleiche Streitanteile zu und gab der Hoffnung Ausdruck, dass dem Angeklagten die Untersuchungshaft eine Lehre gewesen sein möge.

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