Bad Mergentheim

Rettungsleitstelle Main-Tauber ortet mit Hilfe von Handyapps

Die Rettungsstelle Main-Tauber setzt mit mobilen Notrufsystemen auf schnelle Rettung im Notfall.
Foto: Thomas Haak | Die Rettungsstelle Main-Tauber setzt mit mobilen Notrufsystemen auf schnelle Rettung im Notfall.

Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Roten Kreuz-Kreisverband (DRK) Bad Mergentheim können die Mitarbeiter der integrierten Leitstelle in kürzester Zeit Hilfesuchende punktgenau orten. Denn die Leitstelle, die vom DRK-Kreisverband Bad Mergentheim zusammen mit dem Main-Tauber-Kreis betrieben wird, verfügt über zwei mobile Notrufsysteme zur Handy-Ortung mittels GPS: AML und what3words.

"Beide Systeme arbeiten bis auf wenige Meter genau und sind gerade in Wald und Feld, wo es weder Straßenschilder noch Hausnummern gibt, eine wertvolle Unterstützung, um im Notfall nicht nur schnell, sondern vor allem genau an der Stelle anzukommen, wo sich der Hilfesuchende befindet", wird Matthias Hofmann, Leiter der Integrierten Leitstelle Main-Tauber, in der Pressemitteilung zitiert.  Da ein Großteil der 112-Anrufe von Mobiltelefonen getätigt werde, sei die Handy-Ortung per Satellit mittlerweile unerlässlich, ergänzt Prof. Dr. Thomas Haak, Präsident des DRK-Kreisverbands Bad Mergentheim.

Er ist zudem regelmäßig als Notarzt im Main-Tauber-Kreis tätig und zieht nach einem Jahr Handy-Ortung eine durchweg positive Bilanz: "Mithilfe von AML und what3words lassen sich Verletzte in schwer zugänglichen oder besonders weitläufigen Gebieten quasi punktgenau lokalisieren. Ohne diese Programme bleibt nur eine Ortung über den Funkmast, in den sich das Mobiltelefon einwählt." Doch da das zugehörige Gebiet in der Regel mehrere Quadratkilometer umfasse, verliere das Rettungsteam Zeit. Wie genau funktionieren also die beiden mobilen Notrufsysteme? 

Im Notfall nur drei Worte

"What3words hat die ganze Welt in drei mal drei Meter große Quadrate eingeteilt und mit drei leicht auszusprechenden Wörtern in 35 Landessprachen gekennzeichnet. Diese stehen wiederum für die exakten GPS-Koordinaten des jeweiligen Standorts", erklärt Matthias Hofmann. Nennt der Anrufer diese Wörter in der Leitstelle, wüssten die Mitarbeiter genau, auf welchem neun Quadratmetern sich der Anrufer befinde.  Zum Abrufen der drei Wörter könne entweder die kostenlose what3words-App genutzt werden oder der Leitstellenmitarbeiter übermittelt per SMS einen Link an das Handy des Anrufers. Über diesen lassen sich die GPS-Codewörter laut Pressemitteilung ebenfalls abrufen und anschließend telefonisch durchgeben.

AML hingegen benötige keine Internetverbindung, so Hofmann weiter. "Sobald die 112 gewählt wird, gibt das Betriebssystem des Mobiltelefons automatisch Telefonnummer und GPS frei – selbst dann, wenn dies zum Stromsparen deaktiviert worden ist." Während des Anrufs werden mehrfach Positionsdaten an die Rettungsleitstelle Main-Tauber gesendet.  Dadurch wird laut Hofmann eine immer genauere Eingrenzung des Notruf-Standorts möglich, während das Rettungsteam bereits auf dem Weg ist.

Doppeltes Sicherheitsnetz durch beide Apps

Gerade wenn Sprachbarrieren vorhanden sind oder das Handynetz schwach ist, bestehe zudem die Möglichkeit, what3words als Ergänzung zu AML heranzuziehen. "Per GPS generieren wir dann buchstäblich ein doppeltes Sicherheitsnetz", wird er in der Pressemitteilung zitiert. Auch um den Datenschutz müsse man sich keine Gedanken machen: AML ist laut Mitteilung des DRK Bad Mergentheim sowohl über deutsches als auch über das EU-Recht abgesichert. GPS-Koordinaten werden lediglich für die Anrufdauer an die 112 übermittelt. Diese werden gemeinsam mit den zusätzlich abgerufenen Daten wie Telefonnummer und dem Zeitpunkt des Notrufs nach 60 Minuten automatisch gelöscht.

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