Würzburg

Skulpturen-Schau: Wo geht es hier zur Oberfläche?

'Ich brenne für dich und Innere Angelegenheit', Kupferrohr, 2018 und 2017.
"Ich brenne für dich und Innere Angelegenheit", Kupferrohr, 2018 und 2017. Foto: Joachim Fildhaut

Zehn Kugeln für Weikersheim, dazu ein Konus und ein Würfel: Die Würzburger Bildhauerin Angelika Summa richtet heuer die "Skulpturen-SCHAU!" im Tauberstädtchen aus. Bis zum 20. September stehen die Werke unter freiem Himmel an sechs Orten zwischen Tauberphilharmonie, Stadtmauer und Stadtpark. Besucher besorgen sich am besten bei der Tourist-Information einen Übersichtsplan, auch wenn sie auf dem Weg vom Konzertsaal (beim großen Gratis-Parkplatz) zum Marktplatz schon vier Exemplare gefunden haben. Denn grade die etwas entlegeneren sollten sie sich nicht entgehen lassen.

Der Reiz der ganzen Ausstellung liegt gerade für den Gelegenheits-Kunstfreund in dem repräsentativen Eindruck von Summas Schaffen, der sich in Weikersheim gewinnen lässt. Wer sonst mal eine einzelne der Draht-, Metallband- oder Rohrkugeln aus der Hand der Schweißerin sieht, kann ja versehentlich vorschnell meinen: Ach – ähnelt sich doch alles.

Der 'Trickster', Winkeleisen, 2017.
Der "Trickster", Winkeleisen, 2017. Foto: Joachim Fildhaut

Der Vergleich zeigt dagegen: Von wegen! Nicht nur wechselt Angelika Summa ihre Techniken von Exponat zu Exponat. Auch die Anmutung, ja der Charakter ihrer Gebilde, ist bei jedem Exemplar vollkommen individuell. Und bei dieser Skulpturenschau passt zudem der gewählte Ort jedesmal so gut, als wäre jede Plastik eigens für dieses Fleckchen Weikersheim gemacht.

"Die Quadratur des Kreises"

Keins der zwölf Werke ist so tänzerisch wie "Trickster" vor der Philharmonie, keins braucht – und bekam – so viel Raum wie "Die Quadratur des Kreises" im Stadtpark. Oder es fragt sich, aufs Einzelne gesehen: Was macht hier die Oberfläche? Gelegentlich auch: Was bzw. wo ist überhaupt die Oberfläche? Manche Werke haben ein sichtbares Innenleben, andere eher ein denkbares. In beiden Fällen und in allen Zwischenstufen geht eine große Kraft von diesen Gebilden aus. Der Betrachter fühlt sich stets dazu bewegt, einen richtigen Standpunkt für sein Sehen zu finden, was mit einer Kugel gegenüber zu einem längeren Spiel wird. So soll es sein. Ganz abgesehen vom Staunen: Wie haben Sie das gemacht, Frau Summa?

Metallene Wesenheiten

Das komplette Dutzend metallener Wesenheiten ist frei zugänglich. Nicht aber der Schlosspark, der 3,50 Euro Eintritt kostet. Die sollte der auswärtige Besucher trotzdem springen lassen, wegen des großen barocken Figuren-Ensembles. Wer dabei die Mythengestalten von Veitshöchheim im Hinterkopf hat, dem fällt der erhebliche Unterschied ins Auge. Hier geht es um Entdecker, Eroberer, Händler. Die ältere Weikersheimer Anlage hat eine viel modernere Thematik als das mainfränkische steinerne Rokokofest. Was denn wieder zu Angelika Summas Skulpturen-Schau führt, die im zwölften Jahr dieser hohenloher Veranstaltungsreihe zum ersten Mal abstrakte Plastik wagt. Und gewinnt.

Die Tourist-Information ist werktags von 9 bis 13 und von 14 bis 17.30 Uhr, wochenends und feiertags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Vor der Tür stehen Lagepläne zum Mitnehmen in einem Halter. Drinnen lassen sich acht Kleinplastiken Summas erwerben, eine neunte war Mitte der 23. Kalenderwoche bereits verkauft.

'Skulpton', Baustahl, 2020.
"Skulpton", Baustahl, 2020. Foto: Joachim Fildhaut

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