Wertheim

Tabakdieb zu Geldstrafe verurteilt

Ein Angeklagter, der in der Justizvollzugsanstalt Adelsheim einsaß, wurde zum Amtsgericht Wertheim gebracht, und die Richterin verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zur Strafe von 40-mal acht Euro. Der Georgier verzichtete auf Rechtsmittel und versprach, die Strafe zu überweisen.

Im Juli 2017 hatte der 34-Jährige mit einem Landsmann in einem Wertheimer Einkaufsmarkt Zigaretten und Tabak im Verkaufswert von 104 Euro entwendet. Die Männer fielen dabei dem Marktdetektiv auf. Zunächst hatten sie die Waren in einen Einkaufswagen gelegt. Dann verließ der Beschuldigte mit dem leeren Wagen den Einkaufsbereich über den Eingang, hatte aber Diebesgut im Rucksack. Der Komplize zahlte an der Kasse Zigaretten, weitere waren in der Hosentasche versteckt.

Gegenüber der Polizei behaupteten die Männer, was nicht bezahlt wurde, sei anderswo gekauft worden. Die fraglichen Packungen ließen sich jedoch den Regalen dieses Marktes zuordnen. Die Männer mussten mit aufs Polizeirevier.

Der jetzt Angeklagte konnte keine Sicherheitsleistung erbringen, da sein Visakonto ohne Guthaben war. Als Pfand hinterließ er den Pass und durfte das Revier verlassen. Der Polizist erfuhr später, dass der Beschuldigte in Karlsruhe unter anderem Namen und "ohne Ausweispapiere" Asylantrag gestellt hatte.

Im September 2017 beging der Angeklagte anderswo in Deutschland Betrug in drei Fällen, und im August 2019 erließ deshalb ein anderes Gericht einen Strafbefehl (schriftliche Verfahrensabwicklung ohne Verhandlung). Der Beschuldigte zahlte die Strafe nicht.

Der Mann lebte zuletzt in Georgien. Später reiste er mit Ehefrau und den zwei Kindern nach Italien. Allein besuchte er von dort einen Freund in Deutschland, wurde von der Polizei festgenommen und saß in Adelsheim die Geldstrafe wegen Betrugs als Ersatzfreiheitsstrafe ab.

Wegen des Haftbefehls des Amtsgerichts Wertheim blieb er in Haft, um die jetzige Verhandlung zu ermöglichen. Hier räumte der Beschuldigte den Diebstahl ein, der Tabak sei für den Eigenbedarf gewesen. Nach eigenen Angaben hat der Mann ein abgeschlossenes Jurastudium, bezeichnete sich aber als erwerbslos. Die Frau erziele das Einkommen.

Das Gericht kam zum Ergebnis, gewerbsmäßiger (auf Einkommenserzielung ausgerichteter) Diebstahl sei nicht nachgewiesen. Es sei das erste Mal, dass der Mann erwischt wurde. Die Richterin hob auch den Haftbefehl auf. Auf Frage der Dolmetscherin konnte der Beschuldigte nicht sagen, welches Ergebnis sein Asylantrag brachte.

Der Komplize war beim Strafmaß weniger günstig davongekommen. Bereits vor längerer Zeit erging gegen ihn ein Urteil wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall (gewerbsmäßig).

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