Tauberbischofsheim

Unterschiedliche Fortschritte bei der Frankenbahn

In einer Videokonferenz wurde der Sachstand der Frankenbahnentwicklung im Abschnitt des Main-Tauber-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises erörtert. Amtsleiter Dr. Heiko Schnell (links) und Dezernent Jochen Müssig während der Videokonferenz.
Foto: Thomas Weller, Landratsamt Main-Tauber-Kreis | In einer Videokonferenz wurde der Sachstand der Frankenbahnentwicklung im Abschnitt des Main-Tauber-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises erörtert. Amtsleiter Dr.

Zur Entwicklung der Frankenbahn und der durch das Verkehrsministerium geforderten Fahrgastzahlen für den Regionalbahntakt fand laut einer Pressemitteilung des Landratsamts Main-Tauber-Kreis eine Videokonferenz statt. Dabei waren Vertreter der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, auch im Namen des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg, Verantwortliche der DB Station & Service und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden am Schienenabschnitt zwischen Osterburken und Wittighausen. Initiiert wurde das digitale Treffen durch das Dezernat für Kreisentwicklung und Bildung mit dem dort angesiedelten Amt für Schulen und ÖPNV des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis.

Der Neckar-Odenwald-Kreis und der Main-Tauber-Kreis kämpfen seit vielen Jahren für die Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Osterburken und Lauda, so die Mitteilung. Viele Bürger bringen sich ein, unter anderem in der Bürgerinitiative pro Frankenbahn. Im Jahr 2018 haben das Verkehrsministerium und die beiden Landkreise einen dreijährigen Probebetrieb mit stündlichen Regionalbahnen auf diesem Streckenabschnitt vereinbart. "Der Kreistag des Main-Tauber-Kreises hat Ende Oktober 2019 für das Projekt und seine Finanzierung grünes Licht gegeben", wird Landrat Frank in der Mitteilung zitiert.

Der Regionalbahntakt wurde zunächst für eine Probephase von drei Jahren vereinbart, heißt es weiter. Bis zum Ende dieser Probephase müsse eine dauerhafte Nutzung von mindestens 500 Personenkilometer pro Kilometer Strecke erreicht sein. Der Main-Tauber-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis, die Städte und Gemeinden sowie die Vertreter des Landes appellieren seitdem auf unterschiedlichen Kanälen an die Bürger, das Bahnangebot intensiv zu nutzen.

Mehr Fahrgäste benötigt

Dezernent Jochen Müssig berichtete in der Videokonferenz, dass der Schienenabschnitt von Lauda Richtung Würzburg eine überaus gute Perspektive für den Regionalbahntakt habe. Der Abschnitt von Lauda Richtung Osterburken müsse im Regionalbahnbereich jedoch dringend an Fahrgästen zulegen. Erörtert wurden zudem die anstehenden Sanierungsmaßnahmen, informiert das Landratsamt.

 Michael Groh von der DB Station & Service informierte laut der Mitteilung, dass die Stationen Gerlachsheim, Grünsfeld, Zimmern und Wittighausen nach der Sanierung rund ein bis eineinhalb Jahre früher in Betrieb genommen werden können. "Die Planungs- und Genehmigungszeiten wurden komprimiert und es ist jetzt vorgesehen, dass die genannten Stationen im August 2024 grundsaniert in Betrieb genommen werden können", sagte Groh. Hierbei sei die Bauphase von Januar bis August 2024 eingeplant.

Beitrag für den Klimaschutz

In Wittighausen werde eine Gleisunterführung gebaut und in Gerlachsheim seien ergänzende kommunale Maßnahmen im Wegebereich durch die Stadt Lauda-Königshofen vorgesehen. "Dies ist ein entscheidender Beitrag für den Klimaschutz, denn mit einem qualitätsorientierten Angebot an den Bahnstationen werden zusätzliche Fahrgäste gewonnen“, bekräftigt Müssig. Dem schlossen sich auch die Bürgermeister Joachim Markert, Dr. Lukas Braun und Marcus Wessels an. Die Bürgermeister bestätigten zudem, dass die Finanzierungsanteile ihrer Kommunen für die Baufinanzierung in die einzelnen Haushaltsjahre eingestellt werden, so die Mitteilung. Auch die Landkreisverwaltung wird die hierzu notwendigen Schritte für die Haushaltsplanung veranlassen, erklärte Amtsleiter Dr. Heiko Schnell.

Wesentlich schwieriger gestalte sich die Situation auf dem Bahnabschnitt von Lauda Richtung Osterburken mit den Haltepunkten Königshofen, Boxberg-Wölchingen, Ahorn-Eubigheim und Rosenberg. Hier habe das Verkehrsministerium Baden-Württemberg nach wie vor nicht entschieden, ob und in welchem Umfang die Stationen saniert werden. "Dies hängt auch damit zusammen, dass die Aufträge für die ab Dezember 2026 verkehrenden Züge noch nicht erteilt sind", berichtete Dietmar Maier von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg. Die Regionalbahnzüge im Abschnitt von Würzburg bis Osterburken werden durch die DB Region Bayern gefahren, so die Mitteilung. Die DB Regio Würzburg werde bis zum Jahr 2021 und voraussichtlich im Rahmen einer Übergangsbeauftragung bis zum Jahr 2026 den RB-Takt auf der Frankenbahn abwickeln. Anschließend stehe der Einsatz moderner Fahrzeuge an.

500 Personen pro Personenkilometer als Ziel

Dezernent Müssig berichtete weiter, dass durch die Corona-Pandemie und durch Hemmnisse, wie beispielsweise die fehlende Sanierung der Bahnsteige, die nicht gegebene Einstiegsmöglichkeit am Haltepunkt in Königshofen in Fahrtrichtung Osterburken sowie durch Unpünktlichkeit der Züge und damit nicht erreichte Anschlusszüge sich die Fahrgastzahlen noch nicht wie gewünscht entwickelt haben. Die Region werde dennoch nicht in Ihrem Streben nachlassen, die Vorgabe des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg von 500 Personen pro Personenkilometer werktags zu erreichen.

"Die Menschen müssen sich jetzt in einem wesentlich höheren Umfang für die Regionalbahn auf der Frankenbahn entscheiden, um den Regionaltakt auf Dauer zu erhalten."
Landrat Reinhard Frank

Die beiden Landkreise haben in Verhandlungen mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg erreicht, dass aufgrund der Sachverhalte an den 500 Personen pro Personenkilometer nicht festgehalten werden kann, heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Dennoch müssen sich die Menschen jetzt in einem wesentlich höheren Umfang für die Regionalbahn auf der Frankenbahn entscheiden, um den Regionaltakt auf Dauer zu erhalten", appellierte Landrat Reinhard Frank.

Informationen zur Frankenbahn gibt es unter www.frankenbahntakt.de

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