Grünsfeld

Warum beim Haushalt Sparen angesagt ist

Der Kindercampus wird in Kürze fertiggestellt sein. Er ist die größte Investition im Haushalt der Stadt Grünsfeld in diesem Jahr, der von Sparsamkeit geprägt ist.
Foto: Matthias Ernst | Der Kindercampus wird in Kürze fertiggestellt sein. Er ist die größte Investition im Haushalt der Stadt Grünsfeld in diesem Jahr, der von Sparsamkeit geprägt ist.

Bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfes im Grünsfelder Gemeinderat wurde schnell klar, dass die fetten Jahre erstmal vorbei sind. Die Coronapandemie hat die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sehr eingeschränkt. "Wir müssen alle lernen, mit den schlechteren Rahmenbedingungen umzugehen. Volkswirtschaftlich haben wir, was die wirtschaftliche Leistung anbelangt, einen Sprung zehn Jahre zurück gemacht", führte  Bürgermeister Joachim Markert aus.

Doch die Stadt habe in den letzten Jahren sehr wirtschaftlich gearbeitet, so dass ihm vor der Zukunft nicht bange ist. Trotzdem merkte man dem Zahlenwerk des Haushalts an, dass es auf einem niedrigeren Niveau aufsetzt, als die Jahre davor. Zum Glück, so Markert, konnte die Verschuldung der Stadt in den letzten Jahren gewaltig verringert werden. Sie betrage nur noch 198 Euro pro Kopf. Im Landesdurchschnitt liege diese Zahl bei 1178 Euro.

Neue Kredite notwendig

Trotzdem wird man nicht umhinkommen, im Haushaltsjahr 2021 neue Kredite aufzunehmen. Kämmerer Christoph Kraft rechnet mit 800 000 Euro, die aber in den kommenden Jahren schnell wieder getilgt werden können. Zwei große Projekte sind im Haushalt enthalten, zum einen der Abschluss des Kindercampus mit 1,7 Millionen Euro, zum anderen der Beginn der Sanierung der Grünbachstraße. Diese Baumaßnahme war schon mehrfach verschoben worden und soll nun heuer angegangen werden. Allerdings werden mehrere Bauabschnitte gebildet, sodass die Kosten nicht komplett in einem Jahr aufschlagen. Für 2021 sind erstmal knapp 110 000 Euro vorgesehen.

Auch die Sanierung der Bahnhaltepunkte in Grünsfeld und Zimmern soll bis 2024 abgeschlossen sein, weshalb im Haushalt schon Planungskosten von 50 000 Euro eingerechnet sind. Hinzu kommen noch das neue Feuerwehrfahrzeug und die Stadtsanierung rund um das ehemalige Seubert-Areal, um nur die größten Investitionen zu nennen.

Minus wird durch Rücklagen ausgeglichen

Im Ergebnishaushalt 2021 werden insgesamt Einnahmen von knapp 10,9 Millionen erwartet. Dagegen sind Ausgaben in Höhe von knapp 11,7 Millionen Euro vorgesehen. "Mit einem veranschlagten Gesamtergebnis in Höhe von minus 785 233 Euro gelingt der Stadt Grünsfeld wie im Vorjahr erneut nicht die Erwirtschaftung ihres Ressourcenverbrauchs und somit kein ausgeglichener Haushalt. Das Niveau der Einnahmen ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich niedriger und die Aufwendungen haben in den vergangenen Jahren ein immer höheres Niveau erreicht, das kurzfristig nur minimal eingeschränkt werden kann", verdeutlichte der Kämmerer die Situation.

Es sei noch nicht dramatisch, aber trotzdem müsse jede Investition auf ihre Notwendigkeit überprüft werden. Zum Glück habe die Stadt noch ein ordentliches Rücklagenpolster, das zu Jahresbeginn bei gut 1,7 Millionen Euro lag. Durch eine Entnahme könne der Haushalt ausgeglichen werden. Am Jahresende plant Kämmerer Kraft mit einer verbleibenden Rücklage von knapp 1,2 Millionen Euro. Ab 2024 rechnet er wieder mit einer Zunahme der Rücklagen.

Kämmerer erwartet 2023 und 2024 ein Plus

Er warnte jedoch vor zu optimistischen Erwartungen. "Mittelfristig bleibt abzuwarten, wie sich die Wirtschaft von dem Rückschlag während der Corona-Pandemie erholt. Nach derzeitigem Stand kann jedoch mit deutlich positiven Ergebnishaushalten 2023 bis 2024 gerechnet werden. Damit können dann die Abschreibungen erwirtschaftet werden und Liquidität für die notwendigen Investitionen eingesetzt werden, ohne dass die Verschuldung enorm ansteigen wird", war das Resümee des Kämmerers.

"Es war nie so schwer einen Haushalt aufzustellen", sagte Bürgermeister Markert. Trotzdem blickt man positiv in die Zukunft, denn die Krise biete auch Chancen. Lothar Derr fand, dass der Haushalt zu optimistisch geplant sei, aber Franz Ködel entgegnete, dass "wir uns den Optimismus nicht nehmen lassen sollten". Viola von Brunn und Dieter Schenek richteten den Blick auf bereits geplante Projekte, die auf jeden Fall angegangen werden müssten, und darauf, dass viele Straßen schon lange saniert werden müssten. Wegen der Corona-Krise gab es keine großen Haushaltsreden. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Verabschiedung des Haushalts 2021.

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