Großrinderfeld

Warum der Kindergarten in Großrinderfeld-Ilmspan schließen muss

Der Kindergarten im Großrinderfelder Ortsteil Ilmspan wird geschlossen, weil zu wenige Anmeldungen vorliegen.
Der Kindergarten im Großrinderfelder Ortsteil Ilmspan wird geschlossen, weil zu wenige Anmeldungen vorliegen. Foto: Matthias Ernst

Der Kindergarten im Großrinderfelder Ortsteil Ilmspan wird geschlossen. Bereits in diesem Jahr ruhte der Betrieb, denn es lagen zu wenige Anmeldungen für den Kindergarten vor.

Wer sich angemeldet hatte, wurde auf die anderen drei Kindergärten im Ortsgebiet verteilt. Damit schließt die älteste Kinderbetreuungseinrichtung in der Gemeinde. 1895 wurde er eröffnet, finanziert und gebaut als "Kinderverwahranstalt" der Allgayerschen Stiftung.

Zeiten können nicht einfach angepasst werden

Später ging die Immobilie in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde Ilmspan über. Heute besitzt die Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach die Immobilie. Das Problem des Kindergartens ist die geringe Größe des Ortes, so dass meist wenige Kinder angemeldet wurden.

Selbst Zubuchungen aus Großrinderfeld oder Paimar reichten nicht aus, um mehr als eine Gruppe zu füllen. Dazu kommen veränderte Lebensumstände. In mehr Familien würden beide Elternteile arbeiten. Das bedeute, dass die Berufstätigkeit mit den Betreuungszeiten koordiniert werden müsse, sagte Bürgermeister Johannes Leibold in der Gemeinderatssitzung.

Jede Erweiterung ist mit hohen Kosten verbunden

Die Flexibilität eines großen Kindergartens könne die Einrichtung in Ilmspan bei nur einer Gruppe allerdings nicht bieten. Das machte der Träger ihm und seinen Vorgängern immer wieder klar. Denn die Regelöffnungszeiten könnten nicht so einfach an diese veränderten Bedürfnisse angepasst werden. Schließlich liege nur für die Regelöffnungszeiten am Vormittag und einmal die Woche am Nachmittag eine Betriebserlaubnis.

Würde man den Betrieb ausweiten wollen, müssten umfangreiche Umbauten erfolgen, sei es beim Brandschutz, bei der Küche oder der Barrierefreiheit, sagte Leibold. Die bisherige Regelung habe Bestandsschutz, aber jede Erweiterung sei mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Aktuell gibt es in Ilmspan elf Kinder, die den Kindergarten theoretisch besuchen könnten, für das kommende Kindergartenjahr gebe es aber nur drei Anmeldungen.

Fehlende Perspektive lässt Gemeinderat keine Wahl

Die Gemeinde hat allerdings damit begonnen, ein neues mittel- und langfristiges Konzept für die Kindertagesstätten der Gesamtgemeinde zu erstellen. Es betrifft auch Ilmspan. "Wir müssen im Bereich Kindertagesstätten die Gemeinde fit für die Zukunft machen. Hier ist die Schließung in Ilmspan der erste Schritt", sagte der Bürgermeister.

Es falle keinem Gemeinderat leicht, einen Kindergarten zu schließen, aber die Zahlen und die fehlende Perspektive lasse ihnen keine andere Wahl. Hubert Kraus merkte an, dass die betroffenen Eltern den Schritt sehr bedauern würden und erinnerte daran, dass das von den Erzieherinnen und Eltern für Ilmspan entwickelte Konzept leider nicht berücksichtigt wurde.

Gemeinde arbeitet bereits an einem neuen Konzept

Walter Lutz sprach aus, was fast alle dachten: Es sei bedauerlich, dass der Kindergarten geschlossen werden muss, aber die Betreuungszeiten passten einfach nicht mehr in die Zeit. Letztlich stimmte der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen und bei einer Enthaltung für die Schließung. In der nächsten Woche will die Gemeinde mit weiteren Fachleuten an dem neuen Konzept für die restlichen drei Kindertagesstätten in der Gesamtgemeinde arbeiten.

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