Gerchsheim

Was Eltern von der Kinderbetreuung in Zukunft erwarten

Fachberaterin Kariane Höhn und Bürgermeister Johannes Leibold präsentierten die Ergebnisse der Elternbefragung zur Kinderbetreuung in Großrinderfeld erstmals rein online.
Fachberaterin Kariane Höhn und Bürgermeister Johannes Leibold präsentierten die Ergebnisse der Elternbefragung zur Kinderbetreuung in Großrinderfeld erstmals rein online. Foto: Screenshot: Matthias Ernst

Was kam denn nun heraus bei der großen Elternbefragung zum Thema Kinderbetreuung und zu den verschiedenen Angebote in der Gesamtgemeinde? Diese Frage wurde an Bürgermeister Johannes Leibold und den Großrinderfelder Gemeinderat öfter gestellt. Eigentlich, so Leibold, wollte man die Ergebnisse in einer großen öffentlichen Präsentation für alle Interessierten zeigen, aber die Coronakrise machte hier einen Strich durch die Rechnung.

Doch nach fast einem Jahr seit der Beauftragung der Befragung und schon weitergehenden Entscheidungen des Gemeinderates zur Zukunft der Kinderbetreuung in den Einzelgemeinden, entschloss man sich zu einer Videopräsentation über das Internet. Dazu hatte man in der Festhalle in Gerchsheim das Equipment aufgebaut und mit Kariane Höhn die verantwortliche Frau für die Befragung eingeladen. Im Saal saßen gut verteilt Vertreter der Kindertagesstätten, der Verrechnungsstelle als Vertreter der Träger und Teile des Gemeinderates.

Ergebnisse vorgestellt

Kariane Höhn stellte die Ergebnisse der Fragebögen vor, die im September 2019 erfasst wurden. Insgesamt 232 Fragebögen wurden online beantwortet. 119 Teilnehmer kamen aus Großrinderfeld direkt, 67 aus Gerchsheim, 32 aus Schönfeld und 14 aus Ilmspan. Für jedes Kind konnte ein eigener Fragebogen beantwortet werden. Auch die Schulkindbetreuung wurde nach einem Vorschlag der "großen Denkwerkstatt" von Eltern, Gemeinde und Vertretern der Kindertagesstätten mitbetrachtet.

Die Familien, die sich beteiligt haben, sind mit 93 Prozent sogenannte "Zweibetreuungseltern", wo also beide Elternteile die Kinderbetreuung übernehmen, und hauptsächlich handelt es sich um Familien mit zwei Kindern. Dies sei außergewöhnlich, stellte Höhn den Vergleich zur Statistik des Landes her. In Großrinderfeld sei die Familie also meist noch intakt. Rund drei Viertel der Befragten haben einen familiären Bezug zu Großrinderfeld, also mindestens einen gebürtigen Partner oder Verwandten in der Gesamtgemeinde.

Ein Ergebnis der Umfrage ist die gestiegene Nachfrage nach einer dauerhaften Betreuung am Freitagnachmittag. Fast noch wichtiger ist den Eltern, dass der Kindergarten fußläufig erreichbar sein sollte. Dies passt dann nicht zur kürzlich beschlossenen Schließung des Kindergartens in Ilmspan. Allerdings, so Bürgermeister Leibold, gab es für das nächste Jahr zu wenige Anmeldungen, und auch die Perspektive in den nächsten Jahren ist nicht besser. Die nicht in Ilmspan zu betreuenden Kinder können in den anderen drei Einrichtungen der Gemeinde untergebracht werden.

Auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten und des warmen Mittagstisches werden als notwendig erachtet, so die Auswertung. Dies liege an der zunehmenden Berufstätigkeit beider Elternteile. Allerdings sollten an den drei Standorten unterschiedliche Betreuungsangebote angeboten werden. Eine Synchronisation der Krippen mit den Kindergärten wäre ebenfalls wünschenswert.

Erweiterungen im Angebot

Vor dem Hintergrund, dass ab 2025 ein verpflichtender Platz für eine Schulkindbetreuung angeboten werden muss, wird es sicher Erweiterungen im Angebot geben müssen, so der Bürgermeister. In Gerchsheim ist seit dem Umzug in die ehemalige Dachsbergschule genügend Platz vorhanden, in Großrinderfeld muss die Kindertagesstätte erweitert werden. Wie die weitere Betreuung in Schönfeld genau weiter geht, steht noch nicht fest, da im derzeitigen Gebäude Raumprobleme bestehen. Derzeit, so Leibold, stehe man in Verhandlungen mit dem Gebäudeeigentümer, der Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach. Eine Schließung von Schönfeld ist auf keinen Fall vorgesehen, stellte der Bürgermeister klar, nachdem entsprechende Gerüchte durch die Gemeinde wabern.

Die Beantwortung von Fragen aus der Bevölkerung, die sich im Vorfeld mit ihren Fragen melden konnte oder die während der Übertragung eingereicht wurden, nahm den letzten Teil der Präsentation ein, wobei dies eigentlich über die Vorgaben des Abends hinausging, so einzelne Stimmen aus dem Gemeinderat. Alles, was nicht beantwortet wurde, wird im Gemeindeblatt behandelt werden, versprach Bürgermeister Johannes Leibold.

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