Bad Mergentheim

Was Hochmeister Franz Ludwig mit der Schlosskirche zu tun hat

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg wurde vor 356 Jahren geboren.
Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg wurde vor 356 Jahren geboren. Foto: Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Am 24. Juli 1664, genau vor 356 Jahren, wurde Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg geboren. Er hatte mehrere hohe kirchliche Ämter inne, unter anderem war er Fürstbischof von Breslau. Als Hochmeister und Oberhaupt des Deutschen Ordens reorganisierte er die Verwaltung des Ordens. Bis heute sichtbar ist er als Bauherr: Er ließ den barocken Neubau der Schlosskirche in Mergentheim beginnen.

Franz Ludwig wurde als neuntes von siebzehn Kindern des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz und Elisabeth Amalie Magdalena von Hessen-Darmstadt geboren. Die Familie nahm eine zentrale Stellung unter den katholischen Fürsten im Reich ein: Sechs der Söhne besetzten insgesamt 21 Bischofsämter und mehr als 40 weitere Ämter in Klöstern und Stiften, wie es im Presseschreiben heißt. Franz Ludwig war Fürstbischof und Oberster Landeshauptmann von Breslau, außerdem Kurfürst und Erzbischof von Trier und Mainz. Viele dieser Ämter erhielt er in Nachfolge seines früh verstorbenen Bruders Ludwig Anton – so auch das des Deutschen Hochmeisters, zu dem ihn das Generalkapitel im Jahr 1694 wählte.

Befugnisse des Hochmeisters waren kaum festgelegt

Der Hochmeister bekleidete das höchste Amt im Deutschen Orden. Diese Position wurde vor allem durch den Amtsinhaber geprägt – die tatsächlichen Befugnisse waren in der Vergangenheit kaum festgelegt. Oft war das Amt des Hochmeisters nur eines unter mehreren. Viele Hochmeister residierten kaum jemals in Schloss in Mergentheim, obwohl hier die Hauptverwaltung der Deutschen Ordens untergebracht war. 

Franz Ludwig starb 1732 vor der Fertigstellung der neuen Schlosskirche. Sie wurde 1736 eingeweiht.
Franz Ludwig starb 1732 vor der Fertigstellung der neuen Schlosskirche. Sie wurde 1736 eingeweiht. Foto: Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Obwohl Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg fünf geistliche Würden gleichzeitig innehatte, erlangte er keine höheren kirchlichen Weihen. Der Deutsche Orden kannte das feierliche Gelübde der Armut, Ehelosigkeit und des Gehorsams – auch das legte dieser Hochmeister nie ab. Dennoch gehört er zu den führenden Persönlichkeiten der katholischen Kirche im Deutschland des frühen 18. Jahrhunderts. Zahlreiche Reformen der Verwaltung gehen auf ihn zurück, etwa eine Vereinheitlichung des Finanzwesens. Außerdem war er ein großer Förderer der Kunst.

Im Jahr 1730 schrieb Franz Ludwig nach Mergentheim, dass er gerne an Hochfesten einen Reliquienschrein auf dem Hochaltar der Schlosskapelle aufstellen wolle. Die Hofkammer teilte ihm daraufhin mit, in welch schlechtem Zustand die Kirche sei. Daraufhin beschloss Franz Ludwig einen größeren Neubau. Er starb jedoch im Jahr 1732 – noch vor der Fertigstellung der neuen Schlosskirche. Sein Nachfolger im Amt des Hochmeisters, Clemens August von Bayern, vollendete das Projekt und weihte die Kirche 1736 feierlich ein.

Das Residenzschloss Mergentheim ist von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellungsräume zur Jungsteinzeit sind derzeit geschlossen, aber die Ausstellung "Rom lebt!" kann besichtigt werden und auch der Schlossgarten ist tagsüber frei zugänglich. Kontakt: Deutschordensmuseum Schloss 16, Bad Mergentheim Tel.: (07931) 52212, E-Mail: info@schloss-mergentheim.de

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