Grünsfeld

Wasserpreis bleibt konstant, Abwasser steigt nur leicht

Modernste Technik, wie hier im Wasserwerk Dittigheim, muss bezahlt werden. Trotzdem bleibt der Frischwasserpreis in Grünsfeld in den nächsten beiden Jahren konstant.
Foto: Matthias Ernst | Modernste Technik, wie hier im Wasserwerk Dittigheim, muss bezahlt werden. Trotzdem bleibt der Frischwasserpreis in Grünsfeld in den nächsten beiden Jahren konstant.

Eine gute Nachricht hatte Kämmerer Christoph Kraft für alle Einwohner Grünsfelds in die Gemeinderatssitzung in der Stadthalle mitgebracht. Auch in den kommenden beiden Jahren werden die Kosten für den Bezug von Frischwasser bei 1,73 Euro je Kubikmeter liegen.

Normalerweise, so hatte die Berechnung durch ein Fachbüro ergeben, wäre der Preis auf 2,19 Euro gestiegen. Weil aber bei der Wasserversorgung keine Gewinne von der Kommune gemacht werden dürfen, wurden die Überschüsse der vergangenen Jahre nun herangezogen, um die Kosten für die Bürger konstant zu halten.

"Wir haben in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet", freute sich auch Bürgermeister Joachim Markert über die gute Nachricht. Die Stadt Grünsfeld sei damit noch immer die günstigste Kommune im Main-Tauber-Kreis. Hier liegt der Durchschnitt, laut Aussage von Kraft, bei 2,67 Euro je Kubikmeter. Betrachte man die Bezugspreisentwicklung seit 2009, habe es insgesamt nur eine jährliche Steigerung von einem Prozent gegeben. Die neuen/alten Preise, die einstimmig vom Gemeinderat bestätigt wurden, gelten ab November 2020 bis Oktober 2022.

Ähnlich ist auch die Laufzeit für die neu berechnete Schmutzwassergebühr. Die muss allerdings leicht steigen, so Kämmerer Kraft. Für die nächsten beiden Jahre beträgt sie 2,19 Euro je Kubikmeter Frischwasser, das hier als Berechnungsgrundlage herangezogen wird. Auch hier wurden die positiven Ergebnisse der letzten Jahre mit eingerechnet. Sonst wäre die Gebühr auf 2,25 Euro gestiegen. Bisher hatte man 1,96 Euro bezahlt. Vor allem höhere Ausgaben im Personalbereich und zukünftige Instandsetzungen der Regenüberlaufbecken waren für die Steigerung verantwortlich, so Christoph Kraft. Für das Niederschlagswasser hingegen bleibt die Gebühr von 0,20 Euro je Quadratmeter überbaute und befestigte Fläche allerdings gleich. Hier hatten sich keine nennenswerten Abweichungen gegenüber der bisherigen Berechnung ergeben.

Außerdem stimmte der Gemeinderat einstimmig für die Übertagung der öffentlichen Aufgaben des Gutachterausschusses der Stadt Grünsfeld auf die Stadt Bad Mergentheim. Wie berichtet, soll wegen einer neuen Verordnung die kommunale Zusammenarbeit gestärkt werden und die Gutachterausschüsse gemeinsam gebildet werden. Neben der Stadt Bad Mergentheim im Süden wird es einen zweiten zentralen Ort in Wertheim geben. Die umliegenden Gemeinden und die Stadt Tauberbischofsheim haben nun die Wahl, sich einem der beiden Zentren anzuschließen. Die Stadt Grünsfeld entschied sich für Bad Mergentheim. Allerdings bleiben die bisher in den einzelnen Kommunen gewählten Gutachterausschüsse bis 2024 im Amt. Dann wäre ihre Amtszeit sowieso zu Ende. Das bisher ehrenamtliche Gutachterwesen wird nun kommerzialisiert. So muss jede Kommune in Zukunft pro Einwohner eine Gebühr von 2,50 Euro zahlen. Der neue Gutachterausschuss wird sich aus neun Mitgliedern aus Bad Mergentheim und je zwei aus den Mitgliedskommunen zusammensetzen, so Bürgermeister Joachim Markert.

In der Sitzung wurde auch das Vorgehen für die Bürgermeisterwahl 2021 beschlossen. Zum Vorsitzenden des Wahlausschusses wurde Hauptamtsleiter Jürgen Umminger gewählt, sein Stellvertreter ist Werner Biereth. Beisitzer sind Viola von Brunn und Jürgen Hofmann, Stellvertreter Isabell Noor und Dieter Schenek. Schriftführerin wurde Christina Wenz, Stellvertreter Manfred Maag.

Wie berichtet, soll am 14. März 2021 ein neuer Bürgermeister in Grünsfeld gewählt werden. Die Ausschreibung der Stelle erfolgt am 19. Dezember 2020 in der Stadt-Rundschau und am 18. Dezember im Staatsanzeiger Baden-Württemberg. Bewerbungsschluss ist am 15. Februar um 18 Uhr.

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