Wittighausen

Wasserversorgung: Grünbachgruppe ist gut aufgestellt

Die Eigenmaßnahmen der Grünbachgruppe zum Anschluss an den WVMT sind abgeschlossen und man bezieht seit letztem Jahr Reinwasser aus dem Wasserwerk in Dittigheim, das dann in den verbandseigenen Hochbehältern, wie hier in Wittighausen, zwischengelagert wird
Die Eigenmaßnahmen der Grünbachgruppe zum Anschluss an den WVMT sind abgeschlossen und man bezieht seit letztem Jahr Reinwasser aus dem Wasserwerk in Dittigheim, das dann in den verbandseigenen Hochbehältern, wie hier in Wittighausen, zwischengelagert wird Foto: Matthias Ernst

Seit vergangenem Jahr bezieht der Wasserversorgungszweckverband Grünbachgruppe mit den Mitgliedsgemeneinden Grünsfeld, Großrinderfeld und Wittighausen sein Reinwasser vom Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber (WVMT). Hierin haben sich die Grünbachgruppe mit den Städten Lauda-Königshofen, Tauberbischofsheim und der Gemeinde Werbach zusammengeschlossen, um die Wasserversorgung der Bürger für die nächsten Jahre zu sichern und allen gesetzlichen Vorgaben zu genügen. Das 60-Millionen-Euro-Projekt ist mitten in der Entstehung.

Kompliziertes Fördersystem

Geschäftsführer Klaus Seidenspinner brachte die Mitgliederversammlung der Grünbachgruppe auf den aktuellen Stand. Herzstück ist das neue gemeinsame Wasserwerk in Dittigheim, das von mehreren Brunnen gespeist wird und das aufbereitete Wasser weiter an die Mitgliedsgemeinden abgibt. Bisher, so Seidenspinner, bezieht die Grünbachgruppe und Lauda Nord das neue Wasser schon, ein Teil von Tauberbischofsheim und der Rest von Lauda-Königshofen folgen in Kürze, wenn die Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Bis 2025, so die Planungen, werden dann alle Maßnahmen abgeschlossen sein.

Die Verzögerung ist dem komplizierten Fördersystem des Landes geschuldet, so Verbandsvorsitzender und Grünsfelds Bürgermeister Joachim Markert. Jährlich stünden für alle Wasserbaumaßnahmen nur 40 Millionen Euro im Haushalt des Landes zur Verfügung. Außerdem müsste jeder Abschnitt im Bau einzeln ausgeschrieben werden. Dies verlangsame die Bearbeitung ungemein, äußerte auch Wittighausens Bürgermeister Marcus Wessels Kritik am Vorgehen des Landes. Man hofft, dass die restlichen Fördergelder wegen der Corona-Krise nicht weiter auf sich warten lassen, damit das ehrgeizige Projekt nicht noch länger auf die Fertigstellung warten muss.

Weicheres Wasser ab Ende 2020

Für Ende 2020 rechnet Seidenspinner mit der Lieferung von weicherem Wasser. Dann soll die neue Wasserenthärtungsanlage betriebsbereit sein. Man wird dann Wasser von zwölf bis 13 Grad Deutscher Härte an die Verbraucher liefern können. Aktuell beträgt die mittlere Härte 26 bis 28 Grad.

Die Grünbachgruppe hat ihre Hausaufgaben gemacht und ist bereits komplett auf die Versorgung aus Dittigheim umgestellt, berichtete deren Wassermeister Stefan Ludwig der Versammlung. Zentrale Übergabestelle ist das Pumpwerk in Grünsfeld-Hausen. Hier wurde im vergangenen Jahr gewaltig umgebaut. "Und das alles im laufenden Betrieb", so Ludwig. Die Brunnen pumpen nun das Rohwasser direkt nach Dittigheim und von dort kommt das Reinwasser zurück über eine eigene Leitung, bevor es an die Mitgliedsgemeinden verteilt wird. Dafür war der Einbau neuer Technik notwendig. Jeweils zwei Pumpen sorgen für die nötige Arbeit und jeweils zwei weitere stehen für den Notfall bereit.

Auch die Schalttechnik und die Fernwirktechnik wurde komplett erneuert, ebenso die Sozialräume renoviert und der Bereich für die Probenentnahme saniert. Damit sind die Arbeiten in Grünsfeld-Hausen bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen. Als nächstes Projekt der Grünbachgruppe steht die Sanierung des Hochbehälters in Gerchsheim an, doch dies ist Zukunftsmusik. Man rechnet hier ab dem Jahr 2023 damit.

Betriebskosten pro Kubikmeter stiegen

Ansonsten hatte Gabriel Weber positive Zahlen in der Verbandsversammlung vermeldet. Das Jahr 2019 endete mit einem Ergebnis von rund 1,7 Millionen Euro, wobei der Haushaltsansatz lediglich um 82 000 Euro überschritten wurde. Bei den Unwägbarkeiten mit der Entwicklung des WVMT sei dies fast eine "Punktlandung", so Joachim Markert. Die Trinkwassermenge ist gegenüber dem Jahr 2018 leicht gesunken auf 697 694 Kubikmeter. Außerdem erhalten alle drei Mitgliedsgemeinden eine Rückzahlung eines Teils der Betriebskostenumlage.

Trotzdem stiegen in 2019 die Betriebskosten pro Kubikmeter. Sie betragen 1,23 Euro, was einer Steigerung um 0,20 Euro gegenüber 2018 entspricht. Für 2020 rechnet man mit ähnlichen Zahlen, auch wenn hier der neue Haushaltsplan nach dem Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen aufgestellt werden musste. Die Gesamtverschuldung des Verbandes lag zu Jahresbeginn bei 949 268 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 91,28 Euro entspricht.

Bei der Wahl der Stellvertreter des Vorsitzenden Joachim Markert gab es keine Überraschungen. Dieser Punkt war zuletzt vertagt worden, da sich in Großrinderfeld ein Bürgermeisterwechsel von Anette Schmidt auf Johannes Leibold vollzog. Die Verbandsversammlung wählte einstimmig Marcus Wessels zu ersten und Johannes Leibold zum zweiten Stellvertreter.

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