Oberwittighausen

Welche Geheimnisse die Sigismundkapelle noch birgt

Bai der Präsentation des neuen Buches über die Sigismundkapelle in Oberwittighausen (von links): Bürgermeister Markus Wessels, Verleger Udo Hönninger, Autor Karl Endres, Leader-Vorsitzender Alfred Beetz und stellvertretende Vorsitzende Kulturverein Wittighausen Margarete Gessner
Foto: Matthias Ernst | Bai der Präsentation des neuen Buches über die Sigismundkapelle in Oberwittighausen (von links): Bürgermeister Markus Wessels, Verleger Udo Hönninger, Autor Karl Endres, Leader-Vorsitzender Alfred Beetz und ...

Seit dem 12. Jahrhundert steht die Sigismundkapelle nun schon in Oberwittighausen und ist von weitem als Wahrzeichen erkennbar. Ihre eigenwillige Bauweise in Form eines Achtecks ist ein Alleinstellungsmerkmal. Zusammen mit der Achatiuskapelle in Grünsfeldhausen und der St.-Ulrich-Kapelle in Standorf bildet sie ein einmaliges Ensemble. Früher gab es auch noch in Gaurettersheim eine solche eigenwillig geformte Kirche. Doch diese wurde im 19. Jahrhundert abgerissen.

Karl Endres hat ein neues Buch über die Sigismundkapelle in Oberwittighausen geschrieben.
Foto: Matthias Ernst | Karl Endres hat ein neues Buch über die Sigismundkapelle in Oberwittighausen geschrieben.

Fast hätte es in der langen Geschichte der Sigismundkapelle auch diesen Kirchenbau erwischt, schreibt der Hobbyhistoriker Karl Endres in seinem neuen Buch, das mit vielen Behauptungen der Vergangenheit aufräumt, die sich in den letzten Jahrhunderten angesammelt haben. Endres hatte in den letzten Jahren viel in Archiven recherchiert für ein weiteres Büchlein aus seiner Feder, über die Geschichte der Kirche St. Martin in Poppenhausen. "Bei meinen Recherchen kamen mir immer Archivalien über die Sigismundkapelle, eine ehemalige Filiale der Pfarrei Poppenhausen, in die Hände und erweckten mein Interesse", berichtete Endres bei der offiziellen Buchvorstellung direkt vor der Sigismundkapelle.

Wegen Corona war die Präsentation auf den Herbst verlegt worden, so Margarete Gessner vom herausgebenden Kulturverein Wittighausen. Eigentlich sollte schon im Frühjahr die Präsentation für die Öffentlichkeit stattfinden. "Hätten wir noch länger gewartet, dem Karl wäre bestimmt immer noch etwas eingefallen, was wir noch aufnehmen sollten", so Verleger Udo Hönninger. Dem gebürtigen Wittighäuser war es eine Herzensangelegenheit, dieses Buch veröffentlichen zu dürfen, gestand er. Die Gemeinde könne stolz sein auf solch ein Gebäude wie die Sigismundkapelle.

Wessels: Die Arbeit eines "Enthusiasten"

Das sei man auch, so Bürgermeister Marcus Wessels. Die Kapelle berge immer noch viele Geheimnisse, trotz der umfangreichen Arbeit von Karl Endres, fuhr er fort. Wessels lobte Endres als "Enthusiasten", der sich tief in das Thema hinein gekniet hatte. Wessels dankte aber auch dem 1. Vorsitzenden der Leader-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Franken, dem ehemaligen Grünsfelder Bürgermeister Alfred Beetz. Leader hatte das Projekt mit 6000 Euro aus dem Regionalbudget gefördert. "Dieses Mal haben wir ein Buch gefördert, etwas Außergewöhnliches", so Beetz. "Die Kappl" sei schon etwas ganz Besonderes, äußerte auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lioba Dertinger.

Karl Endres führte aus, dass aus der Frühzeit nur sehr wenig bekannt sei. Schriftliche Unterlagen würden fehlen und die "Sprache der Steine ist nur schwer verständlich". Erst ab dem 17. Jahrhundert sei mehr dokumentiert, was heute vor allem in den Archiven in Aschaffenburg und Freiburg zu finden sei.

Aus den Händen von Verleger Udo Hönninger (links) erhielt Karl Endres das erste Exemplar seines Buches über die Sigismundkapelle in Oberwittighausen
Foto: Matthias Ernst | Aus den Händen von Verleger Udo Hönninger (links) erhielt Karl Endres das erste Exemplar seines Buches über die Sigismundkapelle in Oberwittighausen

Doch auch weitere Quellen hatte er herangezogen. Insgesamt drei Epochen haben den heutigen Kirchenbau geprägt, die frühe Romanik, die Gotik und das Barock. Bei der letzten großen Renovierung in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts war ein neues Eingangsportal und die bunten Glasfenster eingebaut worden. Darauf werde im Buch genauso eingegangen wie auf die vielen Änderungen der Zugehörigkeit in der Vergangenheit.

Das Buch ist für 20 Euro bei der Gemeinde Wittighausen, beim Kulturverein, beim Verfasser selbst und über den Verlag im Internet unter: www.der-udo.de zu erwerben.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Tauber und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Oberwittighausen
Matthias Ernst
Archive
Bauweisen
Bücher
Frühzeit
Kirchenbau
Marcus Wessels
Sanierung und Renovierung
Sankt Lioba Schule Bad Nauheim
Verlagshäuser
Verleger
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!