Tauberbischofsheim

Weltladen sammelt zwei Jahre alte Handys

Gegen Gewalt und Ausbeutung: Der Weltladen in Tauberbischofsheim sammelt ab sofort zwei Jahre lang alte Handys. Initiiert wurde diese Aktion von Birgit Zagatta (Bild). In den Geräten befindet sich der begehrte Rohstoff Erz Coltan, der aus dem Kriegsgebiet in der Demokratischen Republik Kongo stammt. Der Erlös geht an das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. in Tübingen.
Foto: Dritte Welt-Laden | Gegen Gewalt und Ausbeutung: Der Weltladen in Tauberbischofsheim sammelt ab sofort zwei Jahre lang alte Handys. Initiiert wurde diese Aktion von Birgit Zagatta (Bild).

Das Weltladen-Team in Tauberbischofsheim nimmt ab sofort wieder alte Handys entgegen und führt sie einem Recycling zu. „Wir möchten ein Zeichen gegen Gewalt und Ausbeutung und für ein faires Miteinander setzen“, begründet Birgit Zagatta, Vorstandsmitglied des Weltladens Tauberbischofsheim, die Aktion.

Tatsächlich rücke die Welt immer näher zusammen. Ohne Afrika wäre der Alltag ein anderer: Die Menschen hier seien umgeben von Wertstoffen dieses Kontinents, heißt es in einer Pressemitteilung.

So stamme neben vielen Dingen unseres täglichen Bedarfs das für Mobiltelefone wichtige Erz Coltan aus der Demokratischen Republik Kongo. Schon nach der sogenannten „Kongo-Konferenz“ im Jahr 1884 in Berlin, als die Europäer den afrikanischen Kontinent unter sich aufteilten, wurden Rohstoffe aus dem Kongo unter brutalen Bedingungen von europäischen Konzessionsgesellschaften geborgen und nach Europa gebracht. Heute sei dieser Teil Afrikas noch immer reich an wertvollen Bodenvorkommen – und noch immer umkämpft.

„Rebellen und Soldaten kämpfen hier seit Jahren um die Kontrolle von Bodenschätzen wie Gold, Coltan und Diamanten“, so Zagatta. Zahlreiche Berichte belegten, dass Massenvergewaltigungen als Kriegsmittel eingesetzt werden und Kinder in den Minen schuften müssten. Mit dem Verkauf der Rohstoffe verdienten die Minenbetreiber Geld für den Waffenkauf

Filmemacher Frank Poulsen habe in seinem Film „Blood in the mobile“ den Zusammenhang zwischen Handys und dem Krieg im Kongo enthüllt. Poulsen wörtlich „Letztendlich geht es nur um den Preis. Wenn das Mobiltelefon durch illegales Coltan billiger produziert werden kann, dann kann man günstiger als die Konkurrenz sein. Und die Käufer von Mobiltelefonen schauen auf die Preise. Mir hat mein Film gezeigt, dass wir von den großen Unternehmen nicht erwarten können, dass sie das Problem lösen. Wir müssen es fordern, damit sich etwas ändert.“

Um auf die Gewalt im Kongo und die miserablen Arbeitsbedingungen bei der Produktion der Handys in Asien aufmerksam zu machen, unterstützt das Weltladen Team die „Handy-Aktion“, die von zahlreichen Organisationen getragen wird und unter der Schirmherrschaft von Peter Friedrich, Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, steht. Daneben sind Flyer mit Infos zur Handy-Produktion

Zweijährige Aktion

Die Erlöse der Sammelaktion gehen unter anderem an das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V., Difäm, in Tübingen. Das Difäm unterstützt Bildungs- und Gesundheitsprojekte im Ost-Kongo. Es arbeitet eng mit dem Panzi-Krankenhaus des Sacharow-Preisträgers Denis Mukwege zusammen, der weibliche Opfer sexueller Kriegsverbrechen behandelt und unterstützt. Die Handy-Aktion des Weltladens Tauberbischofsheim hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Wer ein altes Handy hat, ist eingeladen, dieses im Laden abzugeben.

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