Grünsfeld

Wie man Gehölze nicht schneiden sollte

Die Straße ist zwar wieder frei, der Natur wurde aber kein Gefallen getan, kritisiert der Naturschutzverein Grünsfeld.
Foto: Armin Härtig, Naturschutzverein Grünsfeld | Die Straße ist zwar wieder frei, der Natur wurde aber kein Gefallen getan, kritisiert der Naturschutzverein Grünsfeld.

Einen Fall von Umweltfrevel meldet Armin Härtig, der zweite Vorsitzende des Naturschutzvereins in Grünsfeld. Jetzt, im Herbst werden vielerorts wieder Bäume und Sträucher zurückgeschnitten. Dem ist grundsätzlich auch nichts entgegen einzuwenden, so der ehemalige Mitarbeiter in der Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim. Doch was jetzt im Bereich des Wegs der vom ehemaligen Aussiedlerhof Breunig in den südlichen Bereich der Markung Hof Uhlberg führt, übersteigt die Toleranz von Naturschützern und Jagdpächtern bei weitem. Mit einem großen Schlegelwerk wurden Gehölze quasi zerfetzt und auch Bäume aufgeschlitzt. "Dabei wurde auch der Fruchtbehang zerstört, eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel im Winterhalbjahr", so Härtig.

Viele der Eingriffe seien überhaupt nicht notwendig gewesen, findet er, und greift auch die städtischen Bauhofmitarbeiter an, die nach Ansicht des Naturschutzvereins in diesem Jahr besonders intensiv die gemeindlichen Flächen gemulcht und gemäht hatten. "So wurden auch die wenigen Blüten und damit die Nahrungsgrundlage für Insekten beseitigt", kritisiert er das Vorgehen der Bauhofmitarbeiter. Dies sei umso schlimmer vor dem Hintergrund der extremen Trockenheit, die in diesem Jahr den Tieren sowieso schon stark zugesetzt habe.

Grobschlächtig wurde hier der Wildwuchs bekämpft.
Foto: Armin Härtig, Naturschutzverein Grünsfeld | Grobschlächtig wurde hier der Wildwuchs bekämpft.

Eine weniger rabiate Vorgehensweise hätte viele Gehölze schützen können, sagt Härtig über die Vorgehensweise einer von der Stadt Grünsfeld beauftragten Firma. Sie hatte den Schnitt vorgenommen und sei wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen, gibt Hauptamtsleiter Jürgen Umminger zu. Das Vorgehen hatte schon im technischen Ausschuss des Gemeinderates für einige Diskussionen gesorgt. Auch hier hagelte es Kritik am Vorgehen der Fremdfirma.

In Zukunft soll der städtische Bauhof die Schnittarbeiten wieder selbst übernehmen. Damit, so die Hoffnung der Ratsmitglieder, habe man mehr Kontrolle bei der Arbeit. Zur Bewältigung ist sogar an die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs gedacht. Handarbeit wäre hier viel zu zeit- und kostenintensiv. Nicht in Zweifel gestellt wurde allerdings die Arbeit an sich. Der Rückschnitt sei absolut notwendig gewesen, so Umminger. Sicher sehe es nach einem größeren Eingriff immer schlimm aus, aber wenn die Vegetation im kommenden Frühjahr wieder ausschießt, werde sich der Rückschnitt schnell erholen. Nur einen kleinen Einschnitt zu machen, sei nicht wirtschaftlich, so der Hauptamtsleiter. Die gleiche Arbeit jedes Jahr an derselben Stelle zu machen, das könne kein Mensch bezahlen. Die Stadt lege großen Wert auf den Erhalt der Natur, versichert Umminger. Und dafür nehme man auch gerne die Vereine mit ins Boot. In der Vergangenheit war die Zusammenarbeit von Stadt und Naturschutzverein immer sehr harmonisch gewesen. Dies soll auch in der Zukunft so weiter gehen.

Die gleiche Arbeit jedes Jahr an derselben Stelle zu machen, das könne kein Mensch bezahlen. Die Stadt lege großen Wert auf den Erhalt der Natur, versichert Umminger. Und dafür nehme man auch gerne die Vereine mit ins Boot. In der Vergangenheit war die Zusammenarbeit von Stadt und Naturschutzverein immer sehr harmonisch gewesen. Dies soll auch in der Zukunft so weiter gehen.

"Der Naturschutzverein Grünsfeld erhofft sich, dass nachgebessert wird, also besonders zerfetzte Gehölze bald einen sauberen Nachschnitt erhalten und derartig brutale Eingriffe künftig nicht mehr vorkommen", brachte es Armin Härtig auf den Punkt. Und auch hier ist die Stadt kompromissbereit. Ein Termin mit der beauftragten Firma zur Begutachtung steht in Kürze an.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Grünsfeld
Matthias Ernst
Bauhöfe
Bäume
Herbst
Jagdpächter
Naturschutzbehörden
Naturschutzvereine
Naturschützer
Sträucher
Zerstörung
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)