Sulzfeld

10. Rhöner Wandertag: Über 3000 Besucher

Mit einem Feuerwerk und Ballonglühen bekam der Samstagabend beim 10. Rhöner Wandertag und 50. Geburtstag des Sulzfelder Badesees ein besonderes Highlight. Foto: Hanns Friedrich

Zwei Tage lang wurde am Sulzfelder Badesee der 10. Rhöner Wandertag verbunden mit dem 50. Seefest gefeiert. An die 3000 Besucher waren von nah und fern gekommen. Der Sonntag sah die Stabübergabe an  den Wanderverein in Meiningen vor.

Grenzüberschreitende Handlung

Meinings Bürgermeister Fabian Giesder nahm ihn aus der Hand von Sulzfelds Ortsoberhaupt Jürgen Heusinger in Empfang. Dieser sprach die Grenzöffnung vor 30 Jahren an und meinte: "Damit übergebe ich den Rhöner Wanderstab über die Grenz nü!" Sein Amtskollege Bürgermeister Fabian Giesder entgegnete, dass man sich das nie hätte vorstellen können, einmal den Rhöner Wandertag ausrichten zu dürfen. "Wir liegen am Rande des Grabfeldes und sind das Tor zur Rhön", sagte er. Schon jetzt sollte man sich den 5. September 2020 vormerkten, "denn in Meiningen erwarten Sie viel Kultur, schöne Wanderwege, eine herrliche Gegend und viele Angebote".

Sulzfelds Bürgermeister Jürgen Heusinger überreichte am Sonntagnachmittag den Rhöner Wanderstab an seinen Amtskollegen Fabian Giesder aus Meiningen. Dort findet am 5. September 2020 der 11. Rhöner Wandertag statt. Foto: Hanns Friedrich

Sulzfelds Bürgermeister zollte Fabian Giesder großen Respekt. "Was ihr auf die Beine gestellt habt, verdient alle Hochachtung." Lob gab es auch von Thorn Plöger, dem Geschäftsführer der Rhön-GmbH. Die Gemeinsamkeiten im Landkreis Rhön-Grabfeld stellte stellvertretender Landrat Josef Demar heraus. Es sei wichtig, dass die Menschen zusammen finden und das sei in Sulzfeld gelungen. Heiko Laidig, stellvertretender Direktor der Sparkasse Bad Neustadt, überreichte einen Scheck über 750 Euro an Jürgen Heusinger als "finanzielle Spritze" für das Ausrichten des Festes. Der Bürgermeister dankte, rund 110 Helfer seien im Einsatz.

Zur Stabübergabe am Sonntagnachmittag waren zahlreiche Gäste gekommen. Darunter auch Veranstalter des Rhöner Wandertags der vergangenen Jahre und Rhönklub-Präsident Jürgen Reinhardt. Foto: Hanns Friedrich

Traditioneller Bieranstich

Bereits am Samstag war am Sulzfelder Badesee viel geboten. Dazu gehörte am Abend der traditionelle Bieranstich. Den durfte Werner Reiher aus Untereßfeld gemeinsam mit stellvertretendem Landrat Josef Demar vornehmen. Werner Reiher sei "ein Mann der ersten Stunde", er hätte als Baggerfahrer vor 50 Jahren viel geleistet, so der Bürgermeister.  "Wir haben rund eineinhalb Jahre gebraucht, bis wir aus einem Hohlweg den See und das Umfeld gestaltet haben", sagte Werner Reiher. Er hat im Jahr 1969 mit Hans Eschenbach, Peter Herbert, Helmut Stirzel und Harald Weiß das heutige Areal geschaffen. "Es ging alles nicht so schnell wie heute und wir hatten auch nicht die notwendigen Maschinen", erzählte er. "Aber wir haben uns reingehängt."  Eingespannt waren auch Jugendliche, die den Erdaushub weg fuhren. Für den Dammbau kam ein Experte aus Nürnberg. "Der war so von dem Material begeistert, dass er immer wieder betonte, wie gut es wäre, solche Erde beim Dammbau zu haben." Werner Reiher zollte den Gemeinderäten und Bürgermeistern der vergangenen Jahre großen Respekt. "Was hier geleistet wurde und was die Sulzfelder heute haben, ist schon etwas Besonderes." Er selbst habe später im See das Schwimmen gelernt und es seiner Frau und den Kindern beigebracht.

Werner Reiher, vor 50 Jahren Baggerfahrer beim Aushub des Sulzfelder Sees, berichtete, wie es damals war. Foto: Hanns Friedrich

Stellvertretender Landrat Josef Demar überbrachte die besten Wünsche zum 10. Rhöner Wandertag und zum 50. Bestehen des Sulzfelder Badesees. Er verwies auf den damaligen Landrat Dr. Karl Grünewald, der gemeinsam mit Bürgermeister Anton Joachim das Projekt angepackt und in die Tat umgesetzt habe. Das sei sicher kein leichtes Unterfangen gewesen. Namen wie Bürgermeister Erwin Glückert und Jürgen Heusinger nannte der stellvertretende Landrat in seinem Grußwort. Sie hätten ein Areal geschaffen, das sich sehen lassen könne und mit dem Campingplatz heute ein beliebter Aufenthalts- und Badeort sei. Es sei schön, dass der Rhöner Wandertag im Grabfeld stattfindet. Das Grabfeld und die Rhön würden an diesem Wochenende in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden, das sei gut so.

Erinnerung an die 90er Jahre

Josef Demar erinnerte sich aber auch an die 1990er Jahre, als der See verschlammt war und nur noch wenige Zentimeter Wassertiefe hatte. Damals war er Polier bei der Firma Koch (Bad Königshofen) und beauftragt, den See auszubaggern. 6.000 bis 8.000 Kubikmeter Schlamm habe man entfernt und dem See wieder seine Qualität zurückgegeben. Der stellvertretende Landrat stellte die Uferrandstreifen heraus. Diese seien heute mehr denn je ökologisch wichtig. Sein Dank galt den Verantwortlichen des Rhöner Wandertags und den Wanderfreunden, die von überall her gekommen waren.

Weil er vor 50 Jahren als Baggerfahrer mit weiteren Mitarbeitern den Seebereich und das Umfeld gestaltet hatte, durfte Werner Reiher mit stellvertretendem Landrat Josef Demar den Bieranstich am Samstagabend vornehmen. Thorn Plöger und Jürgen Heusinger schauten ihm dabei genau zu. Foto: Hanns Friedrich

"Ich habe noch nie in der Öffentlichkeit ein Fass Bier angestochen", meinte dann Werner Reiher, schaffte es aber mit wenigen Schlägen, so dass der Durst der Gäste schnell gestillt werden konnte. Die Böllerschützen aus Ostheim/Rhön feuerten dann 50 Schuss ab, womit der 10. Rhöner Wandertag eröffnet war. Ein Highlight war gegen 23 Uhr das große Feuerwerk, das im See abgebrannt wurde. Ein weiterer Hingucker war ein Ballonglühen. Beides hatte durch Spiegelungen im Wasser des Sulzfelder Sees einen besonderes Reiz bekommen. Gefeiert wurde bis in den Morgenstunden.

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