Mellrichstadt

100 Jahre Firmengeschichte: Traditions-Reich, Ideen-Reich, Erfolg-Reich

100 Jahre alt und immer am Puls der Zeit: Die Reich GmbH in Mellrichstadt steht für wirtschaftlichen Erfolg und Innovation. Das wurde auch beim Ehrenabend deutlich.
Kunst-Liebhaber: Beim Jubiläumsabend zum 100-jährigen Firmen-Bestehen zeichnete Denys Dytyniuk Karl-Hermann Reich in der Oskar-Herbig-Halle Mellrichstadt. Der ehemalige Firmenchef befand das Portrait für sehr gut.
Kunst-Liebhaber: Beim Jubiläumsabend zum 100-jährigen Firmen-Bestehen zeichnete Denys Dytyniuk Karl-Hermann Reich in der Oskar-Herbig-Halle Mellrichstadt. Der ehemalige Firmenchef befand das Portrait für sehr gut. Foto: Anand Anders

Der Festabend setzte Maßstäbe: Die Reich GmbH in Mellrichstadt feierte das 100-jährige Bestehen des Unternehmens am Montag mit einem "reichhaltigen" Festakt in der Oskar-Herbig-Halle. Bei dem kurzweiligen Programm, das mit Bühnengesprächen, Kunst und Musik punktete, kam immer wieder zum Ausdruck, wie stolz man beim Mellrichstädter Traditionsunternehmen auf das Erreichte ist. Geschäftsführung, Mitarbeiter und Gäste erlebten einen Jubiläumsabend, der aufzeigte, wofür Reich steht: Langfristiges, nachhaltiges Wirtschaften statt Streben nach schnellem wirtschaftlichen Erfolg, innovative, hochentwickelte Produkte und ein starker Zusammenhalt der Familie – privat und im Unternehmen.

Andre und Nina Reich, seit fünf Jahren Geschäftsführer der GmbH, bei ihrer Interview-Runde auf der Bühne.
Andre und Nina Reich, seit fünf Jahren Geschäftsführer der GmbH, bei ihrer Interview-Runde auf der Bühne. Foto: Anand Anders

Zum Ehrenabend kamen alle, die Rang und Namen haben – im Landkreis und darüber hinaus. Mehrere hundert Gäste aus Politik und Wirtschaft, Lieferanten und Kunden, Firmenmitglieder und Vertreter des öffentlichen Lebens in und um Mellrichstadt herum zollten der Leistung der Familie Reich Respekt, die in den vergangenen 100 Jahren das Unternehmen vom "Glocken-Reich" zum Präzisionshersteller ausgebaut und als Global Player erfolgreich am Markt positioniert hat. Innovativ zeigte man sich auch bei der Gestaltung des Abends, bei dem keine langatmigen Reden geschwungen wurden, sondern in unterhaltsamen Bühnengesprächen Einblick gegeben wurde, wie bei Reich gearbeitet wird und was die Firma ausmacht.  

Stets am Puls der Zeit

"Ein Unternehmen stets am Puls der Zeit" - diese Ansage stellte Moderatorin Nicole Krieger bei den Gesprächen mit Machern und Wegbegleitern der Reich GmbH in den Mittelpunkt. Journalist Michael Zerhusen sprach über die Geschichte der Reich GmbH und zeichnete die Entwicklung vom Fahrradteile-Hersteller zum Hersteller für Präzisionsdrehteile, vorwiegend für die Automobilindustrie, nach.

68er-Generation: Kurt Jahn und Reinhard Liebischer waren bei Reich als Fertigungs- und Vertriebsleiter wichtige Männer für den wirtschaftlichen Erfolg der Firma.
68er-Generation: Kurt Jahn und Reinhard Liebischer waren bei Reich als Fertigungs- und Vertriebsleiter wichtige Männer für den wirtschaftlichen Erfolg der Firma. Foto: Anand Anders

Dass man bei Reich stets die sich verändernden Märkte im Blick hat und sich schnell auf die Kundenwünsche einstellen kann, ist sicher ein Aspekt des Erfolgs. Dazu kommen Werte wie Motivation und Tatkraft sowie der Zusammenhalt in Familie und Unternehmen. All das hat dazu beigetragen, dass sich Reich zu Mellrichstadts größtem Arbeitgeber mit mehr als 1000 Mitarbeitern und weiteren Werken in den USA und in Sachsen entwickelt hat. In einem Buch, das an alle Festgäste verteilt wurde, zeichnet Zerhusen diesen Weg nach. Die ersten beiden Exemplare überreichte er den Geschäftsführern Nina und André Reich, die seit 2014 die Geschicke der Firma lenken.

Konzert mit vielen Glocken

Kurt Jahn und Reinhard Libischer, die bei Reich als Fertigungs- und Vertriebsleiter für Fahrradglocken verantwortlich zeichneten und 1968 in die Firma eingestiegen waren, blickten auf die Zeit zurück, als Reich Marktführer für Fahrradglocken war und bis zu 30 000 Stück am Tag produzierte. Witziges Detail: Für alle Festgäste lagen auf den Tischen Glocken bereit, mit denen auf Anleitung von Moderatorin Nicole Krieger eine kleine musikalische Einlage angestimmt wurde. Die Glocken, die aus den letzten Chargen der Firma stammen, durften die Gäste mit nach Hause nehmen.

Tim Seufert und Stefan Helm im Gespräch mit Moderatorin Nicole Krieger über Digitalisierung und Industrie 4.0 bei Reich.
Tim Seufert und Stefan Helm im Gespräch mit Moderatorin Nicole Krieger über Digitalisierung und Industrie 4.0 bei Reich. Foto: Anand Anders

Wie sich Reich für die Zukunft aufstellt - Thema Digitalisierung - ist das Projekt der Arbeitsgruppe Industrie 4.0, in das Stefan Helm und Tim Seufert Einblick gaben. Ihr Aufgabenfeld: Prozesse im Unternehmen verbessern und Maschinen vernetzten, um schnell reagieren zu können. Hier sei man auf einem guten Weg.  

Gut aufgestellt für die Zukunft

Verantwortlich für den steilen Erfolg des Unternehmens war die Ausrichtung auf die Automobilindustrie, eine wegweisende Entscheidung von Karl-Hermann Reich, der 1976  in die Technische Leitung der Firma einstieg und 1990 die alleinige Geschäftsführung übernahm. "Reich steht für Qualität": Seine Lebensleistung wurde beim Ehrenabend von allen Seiten gewürdigt.

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100 Jahre Reich I

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Die Geschäftsführer Nina und André Reich sehen die Firma für die Zukunft weiterhin gut aufgestellt, auch wenn die Dieselkrise nicht spurlos am Unternehmen vorbeigegangen ist. André Reich will am boomenden Markt für Elektro-Fahrräder Wachstum generieren, jedoch sieht er auch für den Verbrennungsmotor noch eine lange Zukunft. Diese Ansage wurde von den Gästen mit Applaus quittiert. Die beiden Geschäftsführer beteuerten zudem, dass das Wissen um die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter ihren Geschäftsentscheidungen zugrunde liegt. Worte, die die Mitarbeiter sicher gerne hörten.

Erfindergeist, Sachverstand und Bauchgefühl fürs Geschäft

Bürgermeister Eberhard Streit lieferte ein Wortspiel auf die Firma: Man sei Arbeits-Reich durch viele Beschäftigte, Hilf-Reich für die Stadt und Ideen-Reich bei privaten Events. Sein Lieblingsaspekt sei jedoch, wie er augenzwinkernd beteuerte, dass Reich der Stadt reichhaltige Steuereinnahmen beschert.

Denys Dytyniuk aus der Ukraine, Zweiter beim Wettbewerb Supertalent, zeichnete Karl-Hermann Reich für alle Gäste live erlebbar.
Denys Dytyniuk aus der Ukraine, Zweiter beim Wettbewerb Supertalent, zeichnete Karl-Hermann Reich für alle Gäste live erlebbar. Foto: Anand Anders

Was die Firma auszeichnet, liegt für Maschinenbauingenieur Streit auf der Hand: klare Ziele, kurze Entscheidungswege und das Vermögen, Mitarbeiter und deren Know-how langfristig an die Firma zu binden. "Mit Erfindergeist, Sachverstand und Bauchgefühl fürs Geschäft hat Karl-Hermann Reich die Firma groß gemacht, seine Kinder Nina und André Reich setzen dies fort", lobte Streit. Und mit Blick auf die Ausbildungswerkstatt freute er sich, dass das Unternehmen jungen Menschen die Möglichkeit gibt, sich in der Region eine Zukunft aufzubauen. Was Streit der Firma zum 100. Geburtstag wünscht? "So viel Gewinn, dass ich mit den Steuern nicht mehr weiß wohin", sagte er zur Erheiterung der Festgäste.

Darüber musste auch Seniorchef Karl-Hermann Reich schmunzeln. Er lobte seine Kinder, die "würdige Nachfolger sind", und fasste zum Jubiläumsabend kurz und knackig zusammen: "Herausragende Vorfahren, eine fantastische Familie, produktive Mitarbeiter und tolle Gäste - was will man mehr?"

 

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