Waldberg

70 Jahre als Organist in der Pfarreiengemeinschaft

Simon Söder wurde nach 70 Jahren als Organist an der Waldberger Orgel in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrer Hubert Grütz dankte Söder für sein Engagement und seine Liebe zur Kirchenmusik. Der Dank galt auch Söders Frau Maria, die ihm stets zur Seite steht und unterstützt.
Foto: Benjamin Bühner | Simon Söder wurde nach 70 Jahren als Organist an der Waldberger Orgel in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrer Hubert Grütz dankte Söder für sein Engagement und seine Liebe zur Kirchenmusik.

70 Jahre war Simon Söder (86) Organist in Waldberg. Nun wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrer Hubert Grütz dankte Söder für sein unermüdliches Engagement um die Kirchenmusik. Eine Dankurkunde des Bischofs überreichte Grütz, denn Simon Söder wurden bereits schon alle Auszeichnungen überreichte, die das Bistum Würzburg für lang gediente Kirchenmusiker bereit hält.

Simon Söder spielte nicht nur in der Waldberger Kirche, sondern in der gesamten Pfarreiengemeinschaft "Die Walddörfer" und darüber hinaus auch viele Jahre in den umliegenden Gemeinden. Als "Kirsche Simon" ist er bekannt und gilt als Waldberger Original, als ein Rhöner Musik-Urgestein, der zudem auch mit den "Rhönmusikanten" Musikgeschichte geschrieben hat. Musik ist die große Leidenschaft seines Lebens. Zuverlässig, genau und vorbildlich sind sein Einsatz als Dirigent, Musikant und Ausbilder. 

Lange musikalische Laufbahn

Die musikalische Laufbahn von Simon Söder begann mit zehn Jahren. Eifrig übte er auf der Trompete seines Vaters. Schon zwei Jahre später, 1947, spielte er mit den Wallfahrern von Waldberg nach Maria Ehrenberg. Als 14-Jähriger erlernte er in der Kirchenmusikerschule der Augustiner in Münnerstadt das Orgelspielen. Dem damaligen Pfarrer Rudi Körner und seinem Vater habe er diese Ausbildung zu verdanken, die er im Juni 1951 erfolgreich abgeschlossen hat. Seitdem spielte er in Waldberg ununterbrochen die Orgel. Besonders stolz ist Simon Söder, dass er nie gefehlt hat und schon gar nicht wegen einer "Musikanten-Zecherei" am Vorabend.

An der Musikschule in Hammelburg bildete sich der junge Simon Söder an verschiedenen Instrumenten weiter fort, um später selbst Musikschüler zu unterrichten. Auf die Frage, welche Instrumente er spiele, antwortete er: Trompete, Klarinette, Klavier und Orgel, Jagdhorn und Feuerwehrhorn, Geige und Ziehharmonika.

Temperament und Ehrgeiz als Markenzeichen

Ab 1961 bildete er die ersten Musiker in Waldberg aus. Sein Unterricht war geprägt von seinem Temperament und seinem Ehrgeiz, erinnerte Edmund Bühner, der Vorsitzende der Rhönmusikanten anlässlich des 80. Geburtstags, an die unvergessenen Proben. Doch der Erfolg habe nie lange auf sich warten lassen, denn schon in kürzester Zeit konnten Söders Schüler bei kirchlichen Auftritten mitspielen. 1983 wurde Simon Söder von der Gemeinde zum Dorfmusikmeister ernannt.

Mit seiner Frau Maria ist er seit 1959 verheiratet. Sie hielt ihm stets den Rücken frei, versorgte die Familie und die Musikerfreunde und -kollegen, wenn sie zu nächtlicher Stunde die Küche stürmten und nach einer zünftigen Brotzeit verlangten.

Vor einigen Jahren machte er seiner Frau ein ganz besonders Geschenk. Er malte die Noten zu dem alten Marienlied "Ave Glöcklein, läutet still" für seine Maria, die eine große Verehrerin der Gottesmutter ist, an die Scheunenwand. Dieses Dankeschön kann sie vom Küchenfenster aus sehen und sich jeden Tag daran erfreuen.

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