Bad Neustadt

Abfallbilanz: Warum Elektroschrott nicht in die Tonne darf

Statistisch entsorgt jeder Deutsche jährlich 15 Kilo elektrische Kleingeräte. Der Rhön-Grabfelder kommt nur auf zehn. Mit Müllvermeidung hat das aber wenig zu tun.
Elektroschrott: Jeder Bundesbürger entsorgt jährlich 15 Kilo Haushaltskleingeräte. Recycling-Firmen übernehmen ihre Verwertung.
Elektroschrott: Jeder Bundesbürger entsorgt jährlich 15 Kilo Haushaltskleingeräte. Recycling-Firmen übernehmen ihre Verwertung. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mixer, Bügeleisen, elektrische Zahnbürste: 15 Kilogramm so genannter Haushaltskleingeräte entsorgt jeder Bundesbürger jährlich. Der Rhöner kommt nur auf zehn Kilo. Halten diese Geräte bei ihm länger? Mitnichten. Er bringt sie nur, sobald sie ausrangiert sind, nicht zum Wertstoffhof, sondern wirft sie wahrscheinlich in die Mülltonne. 

Diese Vermutung äußerte Gerald Roßhirt, der Chef der Kreis-Abfallwirtschaft, als er im Kreisausschuss die Wertstoff- und Abfallbilanz für das vergangene Jahr vorstellte. Elektro- oder Elektronikgeräte einfach in die Mülltonne zu werfen, ist verboten. In ihnen stecken wertvolle und teils seltene Rohstoffe, wie zum Beispiel Kupfer, Aluminium oder Gold. Wenn diese Rohstoffe nicht verbrannt, sondern recycelt und zurückgewonnen werden, schont das die Ressourcen und das Klima.

108 Kilo Hausmüll pro Rhöner

Dass das Thema Müllvermeidung noch nicht in allzu vielen Köpfen angekommen ist, zeigen die anderen Zahlen: Die Menge des Hausmülls wird nicht weniger, sie ist seit Jahren konstant. Im Vergleich zum Rest Bayerns steht der Rhöner allerdings dann doch gut da: Während der Durchschnitts-Bayer jährlich 144 Kilo Müll in die Tonne wirft, sind des beim Durchschnitts-Rhöner nur knapp 108 Kilo.

Die Sperrmüll-Mengen steigen seit Jahren. Waren es 2014 nur 1742 Tonnen, lag man 2019 immerhin bei 2218 Tonnen landkreisweit. Die Erklärung des Fachmanns: "Es wird viel angeschafft und schnell wieder weggegeben."

Bioabfälle: Keine Veränderungen

Gestiegen sind auch die Gewerbeabfälle von 5135 Tonnen (2014) auf 6176 Tonnen (2019). Die Ursache dafür sieht Roßhirt in der guten Konjunktur und in den vielen Haushaltsauflösungen, bei denen die Entsorgungsunternehmen den Müll in Containern abliefern.

Stabil geblieben ist auch die Menge der Bioabfälle. Die 3170 Tonnen wurden vergangenes Jahr zum BEM Umweltservice nach Simmershausen und Walldorf transportiert und dort zu Kompost verarbeitet.

Spitzenplatz in Bayern

Einen absoluten Spitzenplatz in Bayern belegt Rhön-Grabfeld beim Grüngut-Aufkommen. Der Vergleich der Jahre von 2016 bis 2018 zeigt: Lieferte der Durchschnitts-Bayer jährlich um die 91 Kilo Grüngut ab, waren es beim Durchnitts-Rhöner 292 Kilo. "Das hohe Pro-Kopf-Aufkommen ist dem großzügigen System mit über 80 örtlichen Sammelplätzen geschuldet", heißt es in der Bilanz. 2019 allerdings gingen die Grünabfall-Mengen dramatisch zurück, was wohl dem extrem trockenen Sommer geschuldet ist. 

Was geschieht mit dem Grüngut? Der Hecken- und Baumschnitt wird verkleinert und für die Biomasse-Wärmeversorgung Bad Neustadts genutzt. Der Großteil der gesammelten Mengen wird in der Kompostieranlage der Firma Heinisch kompostiert.

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