Hohenroth

Abwasserverband: Im Juni wird das 50. Jubiläum gefeiert

Der Abwasserverband Saale-Lauer steht gut da, finanziell wie technisch. Am Ende der Wahlperiode zog Verbandsvorsitzender Bürgermeister Bruno Altrichter Bilanz. Foto: Brigitte Chellouche

Üblicherweise gibt es zum Ende jeder Legislaturperiode beim Abwasserverband Saale-Lauer eine feierliche Veranstaltung, bei der auf die Arbeit des Verbandsgremiums in den letzten sechs Jahren zurückgeblickt wird. Da im März Kommunalwahlen stattfinden, war es nun wieder so weit. Verbandsvorsitzender Bürgermeister Bruno Altrichter freute sich über die anwesenden Verbandsräte und begrüßte zudem die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, die Geschäftsleiter der Stadt Bad Neustadt und der VG Bad Neustadt und Arno Schlembach als Geschäftsleiter des Abwasserverbandes mit Betriebsleiter Stefan Mohler.

Vor 50 Jahren wurde der Abwasserverband Saale-Lauer gegründet, begann Altrichter seinen Rückblick. Ein kleinerer Zusammenschluss sei bereits zwei Jahre vorher erfolgt. Die Stadt Bad Neustadt trat 1972 dem Verband bei, die Gemeinden Strahlungen, Rödelmaier und Schönau kamen in Laufe der Zeit dazu. Das 50. Jubiläum des Abwasserverbandes wird am 21. Juni 2020 mit einem "Tag der offenen Tür" gefeiert werden. An diesem Tag besteht die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Verbandes und seine Aufgaben zu verschaffen.

Zahlreiche Investitionen getätigt

Der Verband arbeitet in mehreren Sparten, sagte Altrichter. Zum einen betreibt er die Zentral-Kläranlage mit einem Gesamtleistungsvermögen von 40000 Einwohnergleichwerten (der Einwohnergleichwert dient als Referenzwert der Schmutzfracht in der Wasserwirtschaft). Zum anderen ist der Verband zuständig für das verbandseigene Kanalnetz. Dazu zählen die Hauptsammler, diverse Becken und Pumpwerke und das komplette Kanalnetz der Mitgliedskommunen. Mit einem eigenen Planungs- und Bauleitungsbüro ist der Verband derzeit gut aufgestellt. Die Aufgaben reichen von der Erstellung von Sanierungskonzepten, über die hydraulische Berechnung von Kanalnetzen, Kostenermittlung, Ausschreibungen, Wertung von Angeboten, Baubetreuung, Rechnungsprüfung und Abnahme. Die meisten Kommunen haben inzwischen ihr Gesamtsanierungskonzept vorliegen, so dass sie systematisch bei anstehenden Straßensanierungen notwendige Kanalsanierungen berücksichtigen können.

Es wurden viele Investitionen getätigt, fuhr Altrichter fort, doch es stehen für die nächsten Jahre weiterhin größere Anschaffungen bevor. So werden eine Million Euro für einen neuen Spülwagen und ein neues Kamerafahrzeug aufgewendet. Auf der Kläranlage selbst wurden verschiedene bauliche Maßnahmen durchgeführt. So wurden in eine neue Rechenanlage (das Gerät dient je nach Ausführung zum Zusammenziehen von lockerem Material) investiert, für Hoch- und Tiefbaumaßnahmen wurden einschließlich der Maschinen und Elektrotechnik 730 000 Euro ausgegeben. Im Zeitraum von Juni 2015 bis Juni 2016 wurde die biologische Abwasserreinigung optimiert (Kosten 1,12 Millionen Euro). Eine neue Schaltanlage im Rohwasserhebewerk, ein Zulaufsperrschieber und ein neues Treppenabgangsgeländer kosteten 242 000 Euro. Das Blockheizkraftwerk wurde für 350 000 Euro erneuert. Dadurch können jetzt 70 Prozent vom jährlichen Strombedarf selbst erzeugt werden. Die Erneuerung des Gasspeichers kostete knapp 200 000 Euro und für den Bau des Zentratwasserspeichers wurden 450 000 Euro benötigt. 136 000 Euro kostete der Austausch des Mischwasserkanals am Solzbach in der Gartenstadt und 242 000 Euro benötigte die Sanierung in der Liebenthaler Straße.

Viele Maßnahmen stehen an

Seit 2016 werden die Klärschlammrückstünde aus der Abwasserbehandlung in einer Mitverbrennungsanlage verbrannt. Der Vertrag mit dieser Firma endet 2020. Nun überlegt der Abwasserverband Saale-Lauer, den entwässerten Klärschlamm in einer geeigneten Anlage so zu trocknen, dass sich die Transport und Verbrennungsmengen stark reduzieren.

Auch im laufenden Jahr 2020 stehen beim Verband viele Maßnahmen zur Umsetzung an. Inzwischen zeichne sich nach jahrelanger Suche ein Lösungsweg für die Nachrüstung der vierten Reinigungsstufe zur Entfernung von Arzneimitteln, Industriechemikalien und Hormonen ab, informierte der Verbandsvorsitzende das Gremium. Aktuell ist von einer baldigen gesetzlichen Vorgabe zur Umsetzung auszugehen.

Ein Blick auf den Haushalt

Anschließend streifte Bruno Altrichter kurz Haushalt. Zum Beginn der Amtsperiode im Mai 2014 betrug der Schuldenstand des Abwasserverbandes Saale-Lauer circa 1,1 Millionen Euro. Zum Ende der Periode am 30. April 2020 werden es nur noch 81 500 Euro sein. Somit steht der Verband finanziell auf stabilen Füßen.

Der besondere Dank Altrichters ging an Geschäftsführer Arno Schlembach für seine vorrausschauende Strategie und gute Umsetzung. "Herr Schlembach, das haben Sie gut gemacht." Altrichter dankte aber auch den Verbandsräten, den Verwaltungen der Mitgliedskommunen, dem Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen und dem Landratsamt Rhön-Grabfeld für die konstruktive Zusammenarbeit zur positiven Entwicklung des Abwasserverbandes Saale-Lauer. Weiterhin galt sein Dank dem gesamten Personal des Verbandes. 

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