Sulzfeld

Aller guten Dinge sind drei Feiern in Sulzfeld

An eine alte Tradition knüpft der prächtige Zunftbaum an, der seit Samstag nun in der Dorfmitte von Sulzfeld steht. Foto: Eckhard Heise

Viel schöner als sein Münchner Pendant soll der Sulzfelder Marienplatz sein, beteuerte zumindest Landtagsabgeordneter Steffen Vogel. Offensichtlich muss die Jury ähnlicher Ansicht gewesen sein, als sie sich auf diesen Namen für die neu gestaltete Fläche in der Dorfmitte geeinigt hatte. Die große Anzahl von Gästen  der Einweihungsfeier unterstrich, dass auch die Bevölkerung hinter dem Projekt steht. Und weil der Anlass für ein Fest also ein freudiger ist, wurden dieAufstellung des neuen Zunftbaums und das Jubiläumzum 55-jährigen Bestehen des Musikvereins gleich mitgefeiert.

Genau Maß genommen hatten die Bauherren, denn das Festzelt passte genau auf die neu hergerichtete Fläche. Die Überdachung verrichtete auch umgehend ihren Dienst, weil ein Gewitter über das Dorf hinweg zog, und zwar genau zu dem Augenblick, als der Zunftbaum aufgestellt werden sollte. Weil die Gefahr eines Blitzeinschlag bestand, konnten die beiden Kräne somit erst eine halbe Stunde verspätet den Stamm aufrichten - was aber auch niemanden groß störte.

Nicht viele Worte

So verweist nach dem Erreichen der Senkrechten die mächtige Kiefer mit den von Willi Stingl bemalten Schildern nun auf die handwerkliche Tradition des Dorfes - und das Fest fand mit der Platzsegnung durch Pfarrer Benjamin Pereira seine Fortsetzung.

Eine Bildergalerie erinnert an die Reihenfolge der Zunftbaumaufstellungen. Foto: Eckhard Heise

Im Festzelt nahm die Feier ihren weiteren Verlauf. Bürgermeister Jürgen Heusinger legte Wert darauf, dass der offizielle Teil nicht zu einem steifen formalen Akt wird. So beschränkte sich das Oberhaupt auf eine kurze Beschreibung der drei Anlässe, die es zu Feiern galt.

Heusinger ließ dazu kurz die Chronik der Platzgestaltung Revue passieren und erinnerte an das alte Raiffeisenlager, das leer gestanden hatte und schließlich für das Vorhaben weichen musste. Da die Arbeiten in Eigenleistung genauso teuer gekommen wären wie die Beauftragung einer Baufirma, einigten sich die Beteiligten auf eine Umsetzung der Pläne durch ein Unternehmen. Die Entscheidung fiel auch, weil in diesem Fall das 180 000 Euro teure Projekt aus Mitteln der Dorferneuerung zu rund 60 Prozent gefördert wurde.

Lange Tradition fortgesetzt

Die Namensgebung lag nahe, weil die Fläche vor allem als Parkplatz für den Kindergarten genutzt werden kann und somit an den Träger der Einrichtung, den Marienverein, erinnert. Über den neuen Zunftbaum freut sich Heusinger, weil mit der Aufstellung eine Tradition fortgesetzt wird, die 1976 begann. Ein enormer Aufwand stecke hinter dem Brauch, zumal etwa alle fünf Jahre der Stamm erneuert werden muss. Genauso zum Brauchtum gehöre für ihn die Musik. An der Juniorkapelle, die den Einstieg in das Fest umrahmte, könne er sehen, dass an dem Fortbestand der Kapelle intensiv gearbeitet werde.

Die Ehrungen unterstreichen die musikalische Tradition im Dorf. Unser Foto zeigt (untere Reihe von links) Gerwin Solf, Johanna Weber, Reinhold Johann, Michael Solf, Walter Guck; (obere Reihe von links) Helmut May, Jürgen Heusinger, Günther Schmitt, Daniela Mandel, Eduard Leicht und Steffen Vogel. Foto: Eckhard Heise

Diesen Umstand unterstrichen auch die Ehrungen langjähriger Mitglieder, die Helmut May vom Nordbayerischen Musikbund gemeinsam mit Vereinsvorsitzender Daniela Mandel vornahm. Die Spitze nahmen dabei Günther Schmitt und Gerwin Solf mit 55-jährige Zugehörigkeit ein. Seit 50 Jahren spielen Walter Guck und Eduard Leicht in der Kapelle und Rainer Weisensee 30 Jahre. Johanna Weber erhält die Juniornadel für ihre fünfjährige Tätigkeit in der Kapelle.  Seit zehn leisten Reinhold Johann und Michael Solf Vorstandarbeit.

Zu einem zünftigen Fest gehört natürlich auch ein Bieranstich. Dafür war Steffen Vogel zuständig. Der erinnerte sich beschämt an seinen ersten Bieranstich nach der Wahl zum Landtagsabgeordneten und der vor fünf Jahren ebenfalls in Sulzfeld stattfand. Damals dauerte das Zeremoniell fast eine Stunde und "ging voll in die Hose", weil die Brauerei einen falschen Zapfhahn mitgeliefert hatte, erzählte er lachend. Diesmal klappte alles aber wie am Schnürchen: Der erste Schlag saß  und das Fest konnte seinen Verlauf nehmen.           

Diesmal hat Steffen Vogel mit einem Schlag souverän den Bieranstich gemeistert. Foto: Eckhard Heise
Der musikalische Nachwuchs ist mit der Juniorkapelle gesichert. Foto: Eckhard Heise

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