Mittelstreu

Allianz: Keine Konkurrenz zwischen Vereinen und Jugendkonzept

Der Kontrast hätte deutlicher nicht ausfallen können. Eben noch das dicke Lob, das Stockheims Bürgermeister Martin Link zur Vorstellung des Projekts „Jugendbeauftragter für die Streutalallianz“ in Kooperation mit der Volkshochschule Rhön und Grabfeld parat hatte. „Ein hervorragendes Konzept“, urteilte der Allianz-Vorsitzende,  das sich in der Partnerschaft mit der Vhs verwirklichen lasse.  „Ich bin ausdrücklich dagegen“, meldete sich jedoch Reimund Voß zu Wort. Die Kritik des Willmarser Bürgermeisters entzündete sich in erster Linie an der Form einer Partnerschaft mit der Vhs Rhön und Grabfeld.

Skeptisch trat Voß auch dem Konzept „offene mobile Jugendarbeit“ gegenüber, das er in der Streutalallianz – insbesondere für die kleineren Gemeinden – nicht für angebracht hält. In Willmars beispielsweise sei die Jugend besser in den Ortsvereinen aufgehoben. Das vorgelegte Konzept fördere seiner Meinung nach eher das Anspruchsdenken statt die Integration in die Vereinsgemeinschaft. Auch sei er für Willmars nicht bereit, aufgrund dieser angestrebten Partnerschaft der Vhs Rhön und Grabfeld beizutreten. Im übrigen sind auch die Gemeinden Nordheim und Hendungen keine Vhs-Mitglieder.

Keine Mitgliedschaft durch die Hintertüre

Wer denkt denn sowas? Durch die Hintertüre eine Mitgliedschaft in der Vhs Rhön und Grabfeld zu erzwingen? Für Mellrichstadts Bürgermeister Eberhard Streit völlig abwegig, der das Jugendkonzept für bestens geeignet hält, auch die jungen Leute zu erreichen, die keinen Vereinen angehören. Und das ist immerhin die Hälfte von mehr als 500, die an der Schülerbefragung teilgenommen haben, die Allianzmanagerin Gertraud Kokula im Sommer initiiert hatte. Eberhard Streit nimmt sich jedenfalls in die Pflicht: „Ein Fragebogen, der im Nirgendwo landet, ist wohl ein verkehrtes Signal.“

Und stellte an diesem Punkt die Grundsatzfrage nach der Bereitschaft in den Kommunen, dieses Konzept „offene mobile Jugendarbeit Streutalallianz“ mitzutragen und umzusetzen. Verbunden mit dem Angebot: „Jeder Allianzgemeinde steht die Tür offen, mitzumachen – auch ohne Vhs-Mitglied zu sein“, betonte Streit versöhnlich. Und Florian Schmitt bekräftigte als Geschäftsführer der Volkshochschule Rhön und Grabfeld noch einmal das Angebot zur Partnerschaft, das Jugendkonzept mit der Vhs zu verwirklichen. „Wir haben die Basis, haben Erfahrung in diesen Dingen und die Manpower, sowohl was die Jugend- wie auch die Verwaltungsarbeit angeht.“

Keine Konkurrenz zu den Ortsvereinen

Keine Frage, zahlreiche Jugendvereine und -gruppen, die in den Gemeinden im Streutal ihren Platz haben, funktionieren bestens. Bürgermeister Fridolin Link verwies auf den Jugendclub "Ärztegruft" in Hausen und Amtskollege Matthias Liebst auf die "Hühnerbude" in Mittelstreu, um nur zwei Beispiele zu nennen. Letzterer geht davon aus, dass mit dem Jugendkonzept keine Parallelstruktur als Konkurrenz zu den Ortsvereinen und -klubs aufgebaut wird. Mit anderen Worten: Es soll keine Eigeninitiative in den Gemeinden abgegraben werden, unterstrich Mellrichstadts Bürgermeister ausdrücklich. Er ist ein Streiter gegen „vorherrschendes Kirchturmdenken“. Für ihn ist regionales Handeln das, was in Zukunft zählt – vor allem auch in Sachen Jugendarbeit.

Am Ende der Debatte hatte Reimund Voß dann von seiner starren Haltung weitgehend Abstand genommen, auch wenn er für Willmars keinen Bedarf für einen Jugendarbeiter sieht. Generell jedoch zeigte er sich nun mit dem vorgelegten Jugendkonzept einverstanden. Also doch: Der Allianzgedanke lebt.

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