Mittelstreu

Allianz setzt auf einen Jugendarbeiter fürs Streutal

Wer es ernst meint mit dem Vorsatz, Jugendpolitik vor Ort zu machen, muss die Wünsche und Vorstellungen der jungen Leute kennen. In der Streutalallianz hat das Thema Jugend einen hohen Stellenwert, das Projekt eines Jugendbeauftragten soll in Kooperation mit der Vhs Rhön und Grabfeld realisiert werden. Darüber freuen sich (von links) Thomas Fischer, stellvertretender Vorsitzender der Streutalallianz, Allianzmanagerin Gertraud Kokula, Vhs-Geschäftsführer Florian Schmitt sowie Allianzvorsitzender Martin Link. Foto: Georg Stock

„Sagt uns, was ihr braucht und wollt. Dann können wir handeln.“ Hehres Versprechen und dann nicht liefern – diese Blöße wollen sich die Bürgermeister im Streutal nicht geben. Schließlich wissen die Rathauschefs nur allzu gut, dass die Jugend heutzutage wertgeschätzt werden muss. „Wir müssen uns um sie kümmern und die jungen Leute in der Region halten“, dieses Bekenntnis ist Bürgermeister Martin Link, Vorsitzender der Streutalallianz, wichtig.

Nun liegt ein Konzept, überschrieben mit  „offene mobile Jugendarbeit Streutalallianz“, vor. Zur Realisierung freigegeben nach einstimmigem Beschluss der Streutal-Bürgermeister. Das war die Botschaft der letzten Allianzsitzung des Jahres 2019 in Mittelstreu.

Netzwerk jukunet dient als Vorbild

Die Idee, dass die Streutalallianz gemeinsam einen Jugendbeauftragten installiert, basiert auf den Ergebnissen der Schülerbefragung im Sommer, blickte Allianzmanagerin Gertraud Kokula zurück. Und es lag nahe, dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Rhön und Grabfeld umzusetzen. Denn das „jukunet“, das regionale Netzwerk für Jugendkultur unter der Leitung von Renate Knaut in Bad Königshofen, hat Vorbildcharakter. Kooperationspartner ist neben der Stadt Bad Königshofen und weiteren Trägern auch die Vhs Rhön und Grabfeld.

Folglich macht auch eine mögliche Partnerschaft der Streutalallianz mit der Volkshochschule Sinn. Mit dem „jukunet“ steht eine Plattform für die Jugendarbeit parat, die sich sicherlich auf das Streutal projizieren lässt. Und die Volkshochschule hat neben den Projekten auch die fachlichen Dozenten an der Hand. Von solchen Voraussetzungen, dass ein „Bauplan für die Jugendarbeit“ bereits bereit liegt, kann die Streutalallianz doch nur profitieren.

Ideen der Jugend aufgreifen und unterstützen

Das Konzept, auf neun Seiten detailliert und vielschichtig dargestellt, erläuterte Florian Schmitt, Geschäftsleiter der Volkshochschule Rhön und Grabfeld, in aller Ausführlichkeit. Mobile Jugendarbeit, wie die gesellschaftliche Funktion definiert wird, nimmt demnach Jugendanliegen auf, initiiert und begleitet soziale und jugendkulturelle Projekte und bietet Raum, wo Jugendliche sich treffen können. Grundsätzlich sind die Angebote und Leistungen der mobilen Jugendarbeit für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zwölf und 25 Jahren zugänglich.

Die Jugendarbeiter ihrerseits, die eine Vielzahl von Aufgaben und Rollen wahrnehmen, handeln nach Schmitts Worten „innovativ und kreativ, sie analysieren, planen, organisieren und administrieren“. Jugendarbeiter animieren die Jugendlichen zu Aktivitäten und begleiten sie bei der Umsetzung ihrer Ideen. Die Kernpunkte sind unter anderen die Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Auch gilt es, die Jugendlichen zu Selbstorganisation und Selbstverwaltung zu führen. Schließlich werden sie angehalten, Demokratieverständnis zu entwickeln und den gesellschaftlichen Frieden zu sichern.

Helpteam für Jugendliche in Schwierigkeiten

Im Konzept der „Jugendarbeit Streutal“ sind daher eine Mobile Task Force wie auch ein Helpteam enthalten. Letzterem gehören ebenso ehrenamtliche Mitarbeiter sowie Mitglieder des Jugendrates an, schließlich dient das Helpteam mit seinem Netzwerk insbesondere der koordinierten Hilfeleistung für Jugendliche in Schwierigkeiten. Offen und auf Eigeninitiative basiert dagegen die aktive Teilnahme von Jugendlichen am kulturellen, sozialen und politischen Leben im Gemeinwesen. Das muss das Ziel einer demokratischen Gemeinde sein.

Das Konzept in seiner theoretischen Darstellung ist die eine Sache, die andere die Frage der Finanzierung für eine Vollzeitstelle des Jugendarbeiters beziehungsweise Jugendbeauftragten. Was die Anschubfinanzierung betrifft, wird die Vhs Rhön und Grabfeld die Förderung beantragen. Außerdem wird sich Allianzmanagerin Kokula um ein Förderprogramm der „Aktion Mensch“ bemühen. Das Einverständnis der Streutal-Bürgermeister vorausgesetzt, wird der Jugendarbeiter über die Vhs angestellt und in der Vhs integriert, wie Geschäftsführer Schmitt informierte.

Projekt soll am 1. Juli 2020 starten

Vorgesehen ist, das Projekt „Jugendbeauftragter für die Streutalallianz“ am 1. Juli 2020 zu starten. Dafür sind als Projektverlauf drei bis fünf Jahre eingeplant, wobei ein Zwischenfazit nach drei Jahren die Weichen entsprechend stellen wird. Jukunet, das regionale Netzwerk für Jugendkultur, hat es vorgemacht, wie es funktioniert.

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