HERSCHFELD

Als Priester immer da gewesen

Das seltene diamantene Jubiläum zur Priesterweihe vor 60 Jahren feierte Pfarrer Raphael Morawin in der Herschfelder St. Nikolaus-Kirche, assistiert von Diakon Thomas Volkmuth.
Das seltene diamantene Jubiläum zur Priesterweihe vor 60 Jahren feierte Pfarrer Raphael Morawin in der Herschfelder St. Nikolaus-Kirche, assistiert von Diakon Thomas Volkmuth. Foto: Stefan Kritzer

Als Raphael Morawin vor 60 Jahren in seiner polnischen Heimat zum Priester geweiht wurde, standen nicht weniger als 70 angehende Priester zur Weihe vor dem Altar. Die Zeiten haben sich seitdem sehr geändert, heute sucht die katholische Kirche händeringend nach Geistlichen. Auf Priester wie Raphael Morawin kann die Kirche aber auch nach 60 Dienstjahren noch bauen. Zum diamantenen Priesterjubiläum gab es in der St. Nikolaus-Kirche in einem großen Gottesdienst viel Lob und Anerkennung für den Seelsorger.

Es waren nicht nur rund 70 neue Priester, die seinerzeit mit Raphael Morawin das „Adsum“, lateinisch für „Hier bin ich!“, im Rahmen der Priesterweihe ablegten. Es musste in Zeiten der kommunistischen Herrschaft in Polen auch erst mal ein Bischof für diese Priesterweihe gefunden werden. Ziemlich viele seiner Kollegen saßen zu dieser Zeit nämlich im Gefängnis. Trotzdem hat Raphael Morawin, wie es Dekan a.D. Bernold Rauch in seiner Predigt zum Ausdruck brachte, das Priesteramt als seine Lebensaufgabe gewählt und bis zum heutigen Tage mit aller Hingabe gelebt.

Den Gottesdienst zu seinem diamantenen Priesterjubiläum zelebrierte Morawin in seinem 84. Lebensjahr selbstverständlich selbst und freute sich darüber, dass mehr als ein Dutzend geistlicher Weggefährten aus den umliegenden Gemeinden wie auch aus seiner polnischen Heimat zu dem Festgottesdienst erschienen waren. Der Singkreis unter der Leitung von Wolfgang Schleier sang eindrucksvoll mit Unterstützung eines Blechbläserquartetts in der St. Nikolaus-Kirche.

„Sprich nicht über mich, sondern über das Priestertum“, hatte Raphael Morawin Bernold Rauch zu dessen Predigt mit auf den Weg gegeben. Dieser Bitte wollte Rauch gerne nachkommen und betonte: „Das Priestertum hat sich in den vergangenen 60 Jahren sehr verändert!“ Dennoch hat es Morawin nach Ansicht von Bernold Rauch über all die Jahre glänzend verstanden, Christus zu bezeugen und den Glauben zu verbreiten. „Und das ist ja die zentrale Aufgabe eines Priesters“, so Rauch.

Für Pfarrer Morawin war und ist dies tägliche Pflicht. Obwohl er seit 2007 offiziell im Ruhestand ist, zelebriert der Priester beinahe täglich einen Gottesdienst. In Herschfeld oder in Dürrnhof oder in einer anderen Gemeinde. Auch seelsorgerischen Aufgaben geht Raphael Morawin immer noch gerne nach.

Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Angelika Högn, zollte dem Geistlichen viel Respekt: „Man kann nur staunen darüber, wie vielfältig ihre Arbeit war und ist.“ Högn betonte anerkennend, dass es für den Priester eigentlich nie einen freien Tag gab. Ein Engagement, das Angelika Högn gerne auf die ganze Gemeinde ausbreiten würde mit der Bitte, sich mehr in das kirchliche Leben einzubringen. Ein großes Dankeschön gab es auch von der Pfarrgemeinde Dürrnhof.

Jubilar bescheiden

Für die Stadt überbrachte Stadtrat Gerd Schmitt die Grüße des Bürgermeisters und bedankte sich für die nunmehr 38 Jahre, die Morawin in Herschfeld als Seelsorger und Priester aktiv ist.

Der Jubilar, der die vielen Dankesworte in großer Bescheidenheit entgegennahm, lehnte selbstredend Geschenke ab und bat stattdessen um eine Geldspende für Theologiestudenten in Uganda.

In dem Festgottesdienst versagte Raphael Morawin dennoch ein einziges Mal die Stimme. Vor Freude und Ergriffenheit, dass zwei Priesterkollegen aus seiner Heimat Polen zu seinem Jubiläum gekommen waren. Dekan Andreas Krefft dankte Morawin ebenfalls und freute sich, dass der Pfarrer auch weiterhin zu seinem in der Priesterweihe geäußerten „Adsum“ steht.

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