FLADUNGEN

Als endlich die Sonne kam, strömten die Besucher

Die Akrobaten des Seiltanz-Theaters „Luftgaukler“ gastierten zum ersten Mal im Fränkischen Freilandmuseum. Foto: Franziska Sauer

Auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein: So war es auch am Samstag beim Museumsfest im Freilandmuseum Fladungen. Gerade als die Wallfahrer aus Leutershausen mit Musik in ihre alte Kirche einzogen, ging ein kräftiger Regenschauer nieder, und so mancher Besucher flüchtete sich in eine der vielen Hofstellen oder direkt in das große Festzelt. Dort konnte man sich einen ersten Frühschoppen genehmigen und gleichzeitig dem Musikverein Heufurt beim Musizieren zuhören.

Kartoffeldruck

Wer trotz Regen aktiv sein wollte, der konnte beispielsweise im Dreiseithof aus Leutershausen Stofftaschen mit Kartoffeldruck verzieren oder vor der Hofstelle aus Waldberg mit der ehemaligen Museumsmitarbeiterin Anne Kraft wohlduftende Natur-Seifen herstellen. Ja sogar eine historische Unterrichtsstunde in der Dorfschule war möglich.

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Museumsfest Fladungen

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Am frühen Nachmittag fiel dann aber glücklicherweise der letzte Tropfen vom Himmel und die Sonne gewann die Oberhand. Jetzt konnte das Fest richtig beginnen. Aus allen Ecken und Winkeln, aus allen Häusern und Ställen strömten die Besucher. Da ertönte auch schon ein Trompetensignal: „Pirolino“, ein prächtig gelber Paradiesvogel, lud zum „Spektakulum in luftigen Höhen“ ein. Was es damit auf sich hatte, erfuhren die Gäste beim Seiltanz-Theater „Nesterwachen“. Erstmals gastierten nämlich „Luftgaukler“ im Fränkischen Freilandmuseum, die nicht nur einfach über das Seil balancierten, sondern dabei auch allerhand komödiantisches Schauspiel bewiesen.

Auf dem Seil

Da gab es die niedliche „Florina“ (Rita Kobel), die mit ihrem Schmetterling spielte, und dabei „Pirolino“ (Thomas Hofmann), einen prächtigen gelben Vogel, hoch oben im Nest entdeckte. Der ließ sich, neugierig wie er war, immer wieder von der süßen Florina in die Lüfte locken und flatterte (bzw. einmal schnarchte er sogar mitten auf dem Seil) über das Seil. Ein herrlich komödiantisches Spiel zwei Meter über dem Boden. Dabei bewiesen Rita Kobel (Saxofon und Flöte) und Thomas Hofmann (Klarinette, Flöte und Trompete) außerdem, dass sie musikalisch „abheben“ können. Das Publikum war begeistert und sparte nicht mit Applaus. Anschließend durften alle, die vom Zuschauen Lust auf Seiltanz bekommen hatten, selbst aufs Seil steigen – natürlich unter Anleitung der Profis.

Den restlichen Nachmittag durften die Besucher den Museumsmitarbeitern beim Kochen von Mangold und Semmelknödeln oder bei der Kartoffellese zuschauen. Aber auch die Aussteller ließen sich bei ihrer Arbeit gerne über die Schultern schauen. Besonders sehenswert: ganz alte Handwerkskunst wie etwa Körbe flechten, Papier schöpfen oder Holzschindeln herstellen.

Rhöner Charme

Rund um das Festzelt, wo am Nachmittag der Musikverein Fladungen aufspielte, war für das leibliche Wohl der Gäste gut gesorgt. Die Wirtevereinigung „Rhöner Charme“ hatte zahlreiche regionale Köstlichkeiten im Angebot. Es gab auch wieder einen kleinen Regionalmarkt, auf dem Direktvermarkter verschiedenste Erzeugnisse von Obst über Wurst, Käse, Wein und Brände bis hin zu selbst gemachter Limonade anboten. Probieren war – zur Freude der Besucher – ausdrücklich erlaubt.

Karl Weber aus Leubach zeigt jedes Jahr aufs Neue sein Geschick beim Körbe flechten. Foto: Franziska Sauer
Der Museumsmitarbeiterin Hermine Fick konnten die Besucher beim Kochen von Mangold und Semmelknödeln über die Schulter schauen. Foto: Franziska Sauer
Die ehemalige Museumsmitarbeiterin Anne Kraft stellte mit Kindern wohlduftende Natur-Seifen her. Foto: Franziska Sauer
Im Dreiseithof wurden Stofftaschen mit Kartoffeldruck verziert. Foto: Franziska Sauer
Ein erfrischender Durstlöscher: Waldmeister-Limonade. Foto: Franziska Sauer

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