Mellrichstadt

Andree Link: "Waldbewirtschaftung ist ein Generationenvertrag"

Die Holzpreise sind im Keller, der Pflegeaufwand ist hoch. Schwarze Zahlen sind daher derzeit im Mellrichstädter Forstbetrieb nicht zu erwarten. Foto: Julia Lucia

Beim Rückblick auf das Forstjahr 2019 in Mellrichstadt stellte Bürgermeister Eberhard Streit einleitend fest, dass die Förster Michael Merkel und Otmar Pankratius den Wald in schwierigen Zeiten übernommen haben. Nach dem Ende der staatlichen Beförsterung seien im ersten Jahr der Waldbewirtschaftung durch die FBG Obere Rhön noch „keine großen Sachen“ gelaufen, wie Geschäftsführer Andree Link bei der Sitzung des Land- und Forstwirtschaftsausschusses anführte.

Michael Merkel begann mit statistischen Zahlen für das Forstwirtschaftsjahr 2019. Insgesamt wurden  4586 Festmeter Holz eingeschlagen. Aufgrund von Trockenheit und Unternehmerkapazitäten wurden 2019 keine Neukulturen angelegt. Die ganzjährige Überwachung und Bekämpfung der Borkenkäfer, Verbissschutzmaßnahmen, Zaunabbau und Waldbrände haben das vergangene Jahr geprägt. Bei Einnahmen von 231 600 Euro und Ausgaben von 241 090 Euro wurde ein Defizit von rund 9500 Euro erwirtschaftet. Durchweg sei man glimpflich davon gekommen, meine Förster Merkel, das sei guten Altverträgen, der schnellen Abwicklung der Holzvermarktung im Winter und der Nichtrealisierung einer Vielzahl von Maßnahmen geschuldet.

„Waldbewirtschaftung ist ein Generationenvertrag“, stellte Andree Link fest, die derzeitige Durststrecke müsse so gut wie möglich überstanden werden. Die Schadholzmenge bundesweit liege bereits bei insgesamt 105 Millionen Festmetern, sagte Link. Im Stadtwald Mellrichstadt lag der Durchschnittspreis bei 53,33 Euro pro Festmeter. Die Regierung von Unterfranken hat eine Anordnung zur Überwachung und Bekämpfung der Borkenkäfer erlassen, die bis Ende 2023 gilt. Sie besagt, dass in der Zeit von Anfang April bis Ende September die Kontrolle auf Käferbefall mindestens im Abstand von vier Wochen vorzunehmen ist, das bedeutet ein kontinuierliches Ablaufen des Waldes. Neben vielen weiteren Funktionen seien die CO2-Senkung und die Klimaregulierung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Ökosystem Wald.

Förster Merkel stellte dann die Jahresbetriebsplanung 2020 vor. Der Holzeinschlag ist mit 4780 Festmetern geplant, es wird mit einem durchschnittlichen Erlös von 45 Euro pro Festmetern gerechnet. Die Ausgaben für die Holzernte beziffert Merkel mit 114 566 Euro. 12 000 neue Pflanzen für 18 500 Euro mit Schwerpunkt-Pflanzungen im oberen Wald sind vorgesehen. Ausgaben für Wegeunterhaltung sind mit 15 000 Euro kalkuliert. 5000 Euro stehen für die Bekämpfung des Borkenkäfers und für Wildverbissschutzmittel im Plan.

Bei Einnahmen von 257 900 und Ausgaben von 278 000 Euro wird für das Forstbetriebsjahr 2020 wieder mit einem Defizit von 20 100 Euro gerechnet. Auf den Wunsch des Stadtrats auf einen Hiebsatz von 6000 Festmeter eingehend, meinte Michael Merkel, dass die Bürger immer Sorge tragen, dass der Wald zu dünn wird. Doch der Wald werde nicht geräubert, sondern sinnhaft gepflegt, versicherte Merkel.  Bürgermeister Eberhard Streit meinte, dass Reserven im Wald stehen. Es sollte nicht auf die Fläche geschaut, sondern gemacht werden, was gemacht werden müsse. Das Gremium stimmte dem Forstbetriebsplan 2020 geschlossen zu.

Andree Link sagte abschließend zum Ende der Amtszeit des Stadtchefs, dass Eberhard Streit, der seit 2008 in der Vorstandschaft der FBG ist, als Querdenker bekannt war und die FBG geprägt habe. „Wenn wir etwas machen, machen wir es professionell“, habe Streit gesagt, als die FGB 2008 in die Produktion von Hackschnitzeln eingestiegen war. Im August 2018 habe Streit dann mit Blick auf das Ende der staatlichen Beförsterung ausgegeben: „Wir warten nicht, bis wir rausgeschmissen werden, wir nehmen das selber in die Hand und gehen unseren eigenen Weg.“ Das war der Startschuss, als Team auftreten zu können. Für diese die Weitsichtigkeit bedankte sich Link im Namen der FBG auch beim Stadtrat.

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