MELLRICHSTADT

Auftragsbücher der Schülerfirma sind voll

Sie machten buchstäblich „ihr Ding“, diese acht aufgeweckten Jungen von Mellrichstadts Mittelschule. Sie schlossen sich zu einer Schulfirma zusammen und konnten erste Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Wolfgang Pfeiffer und Brigitte Proß vom „am“ hatten gleich zwölf aus Holz gefertigte Schäfchen für die Weihnachtskrippe in der Innenstadt bestellt. Stolz auf ihre Schüler dürfen auch Rektor Egon Bauß (hinten links) und Werklehrer Manuel Wengel (hinten rechts) sein.
Sie machten buchstäblich „ihr Ding“, diese acht aufgeweckten Jungen von Mellrichstadts Mittelschule. Sie schlossen sich zu einer Schulfirma zusammen und konnten erste Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Wolfgang Pfeiffer und Brigitte Proß vom „am“ hatten gleich zwölf aus Holz gefertigte Schäfchen für die Weihnachtskrippe in der Innenstadt bestellt. Stolz auf ihre Schüler dürfen auch Rektor Egon Bauß (hinten links) und Werklehrer Manuel Wengel (hinten rechts) sein. Foto: Fred Rautenberg

Die „MS Holzverarbeitung Mellrichstadt“, beauftragt vom „am“. So könnte man auf einen kurzen Nenner gebracht das bezeichnen, was am vergangenen Dienstag auf dem Schulberg von Mellrichstadt in die Wege geleitet wurde: die Gründung einer Schülerfirma an der Mittelschule, die sich auf die Anfertigung von Holzarbeiten spezialisiert und schon den ersten Auftrag vom Mellrichstädter Verein „Aktives Mellrichstadt“ („am“) erhalten hat.

Seit Jahren wird in der Weihnachtszeit in einem Schaufester in der Innenstadt eine große Krippenszene ausgestellt. Diese Figuren hatten Schüler von Mellrichstadts Mittelschule angefertigt. Brigitte Proß, die Geschäftsführerin des „am“, hatte nun die Idee, dieses Figurenarrangement um eine Schafherde zu bereichern.

Kaufmännisch und realistisch

Was lag näher, als bei der Mittelschule anzufragen, ob ihre Schüler nicht auch solche Figuren bauen könnten. Damit rannte sie bei Rektor Egon Bauß und dem rührigen Werklehrer Manuel Wengel offene Türen ein. Denn wieder einmal hatte Wengel eine zündende Idee: Den Werkunterricht mit dem Kaufmännischen realistisch zu verbinden, indem freiwillige Schüler von der 8.

Jahrgangsstufe sich zu einer Schülerfirma zusammenschließen, die gemeinsam aus Holz alles Mögliche anfertigen und dies dann vermarkten.

Vorbild war das bereits seit langem funktionierende „Café Flair“, auch eine Schülerfirma an der Mittelschule. Wie bei dieser soll die „MS Holzverarbeitung“ ganz kaufmännisch aufgezogen werden.

Wolfgang Pfeiffer, der Vorsitzende des „am“, und Brigitte Proß, waren nicht nur froh, dass sie die gewünschten Holztiere bekommen, sondern sie waren von der Idee dieser Schülerfirma so angetan, dass sie diese mit einem nicht unerheblichen Betrag als Anschubfinanzierung unterstützen und im Gegenzug dafür zwölf Schäfchen-Figuren bekommen. Am späten Dienstagvormittag trafen sich nun Wolfgang Pfeiffer, Brigitte Proß, Egon Bauß, Manuel Wengel und die Mitglieder der Schülerfirma in der Aula der Mittelschule, um die ersten fünf der in Auftrag gegebenen Tierfiguren zu präsentieren und die „geschäftlichen“ Beziehungen zwischen „am“ und der neuen Firma abzuklären.

„Die Arbeiten haben immer Spaß gemacht“, sagten die acht Jungen unisono, „auch deswegen, weil Herr Wengel uns bei den Arbeiten nur die grobe Richtung vorgegeben hat, wir aber sehr selbstständig arbeiten konnten.“ Nun werden sich demnächst diese Tierchen um die große Krippe in der Stadt scharen. Bevor es aber so weit ist, hüpfen sie erst einmal in den Schaufenstern herum. Dort gilt es sie aufzuspüren. Wer an dem lustigen Suchspiel des „am“ teilnehmen will, besorgt sich eine Teilnehmerkarte beim „am“-Büro am Marktplatz oder in den Geschäften und notiert, wann und wo sie beziehungsweise er ein verirrtes Schäfchen gesehen haben. Genaueres können die Stadtbummler und Einkäufer einer eigenen Pressemitteilung des „am“ entnehmen.

Kochlöffel für das Museum

Die „MS Holzverarbeitung Mellrichstadt“ hat offenbar keine Angst vor der Zukunft, denn der nächste Auftrag ist erteilt: Das Freilandmuseum Fladungen wünscht sich etliche Kochlöffel und Nudelhölzer, angefertigt nach dem Muster von Uroma. Kann sein, dass die personellen Kapazitäten der jungen Firma bald erschöpft sind. Doch die Firma soll ja im nächsten Schuljahr weitergeführt werden.

Darum sind weitere Schüler willkommen, die bereit sind, sich in ihrer Freizeit zu beteiligen und dabei nicht nur ein bisschen Taschengeld zu verdienen, sondern auch eine ganze Menge im Umgang mit Holz und Werkzeugen und vor allem fürs Berufsleben selbst zu lernen.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Mellrichstadt
  • Fred Rautenberg
  • Aktives Mellrichstadt
  • Mittelschule Mellrichstadt
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!