Bad Königshofen

Ausstellung: Wie kam die Reformation in die Region?

Im Foyer der FrankenTherme Bad Königshofen wurde die Ausstellung des Frankenbundes "Fränkische Lebensbilder im Fokus der Reformation" eröffnet. Karen Schaelow-Weber gab den Gästen einen Einblick in die 15 Tafeln. Foto: Hanns Friedrich

Interessant vor allem auch für die Schulen ist die Ausstellung "Fränkische Lebensbilder im Fokus der Reformation", die seit Freitag im Foyer der Franken Therme in Bad Königshofen zu sehen ist. Grund genug für Karen Schaelow-Weber, Vorsitzende der Frankenbund-Gruppe Bad Neustadt, die Ausstellung bis zum 28. Juni zu verlängern. Darauf  hatte die evangelische Pfarrerin Tina Mertten verwiesen, denn die Ausstellung hätte mit Beginn der Schulzeit nach den Pfingstferien geendet. Nun können auch Lehrkräfte mit ihren Schülern die Ausstellung in den Unterrichtsstoff einbeziehen.

Der evangelische Dekan Matthias Büttner (Bad Neustadt) sagte, dass die Ausstellung sehenswert sei, da sie die Zeit der Reformation und Persönlichkeiten zum Inhalt hat. Dies gelte vor allem für Martin Pollich, der aus Mellrichstadt stammt.

Bad Königshofens Zweiter Bürgermeister, Philipp Sebald, sagte, dass die Ausstellung sicher gut angenommen werde, da sie in der Franken Therme an einem exponierten Platz zu sehen ist.  Kreiskulturreferent Hanns Friedrich, Vorsitzender im Verein für Heimatgeschichte, dankte Karen Schaelow-Weber, dass sie die Ausstellung nach Bad Königshofen gebracht hat. Gerade das Grabfeld, insbesondere der Milzgrund, habe viele evangelische Gemeinden.

Die Familie von Bibra

Wie spannend diese Zeit war, werde vor allem bei der Familie von Bibra aus Irmelshausen deutlich, die mit Lorenz und Konrad von Bibra einst Fürstbischöfe in Würzburg stellte, einen weiteren in Fulda. Sie war also eng im katholischen Glauben verwurzelt. Lorenz von Bibra habe sich sogar für Luther eingesetzt. 1518 bot er ihm Geleitschutz an. Er gab ihm ein  Empfehlungsschreiben an den Herzog von Sachsen mit, in dem zu lesen stand: "dass seine liebe Exzellenz ja den frommen Mann Doktor Martinus nicht wegziehen lassen wolle, denn ihm geschähe Unrecht".  

Karen Schaelow-Weber gab Informationen zur Ausstellung: Auf  15 Rollups werden unterschiedliche Personen und Aspekte der Reformation beleuchtet. Die Gruppe Bad Neustadt hat Martin Pollich besonders in den Blickpunkt gerückt. Er ist Namensgeber des Mellrichstädter Gymnasiums.  "Wir wollen, dass dieser berühmte und gelehrte Mann in unserer Region wieder bekannter wird", sagte sie.  Martin Pollich und Martin Luther kannten sich ganz sicher aus ihrer gemeinsamen Zeit an der Wittenberger Universität, wusste Schaelow-Weber. Der aus Mellrichstadt stammende Universalgelehrte Martin Pollich nannte sich in Wittenberg "Martin Mellerstadt". Die Reformation hat Martin Pollich nicht mehr miterlebt, er starb 1513, wenige Jahre vor den großen Umwälzungen. Die Wittenberger Universität hält ihm aber bis heute die Treue, nennt ihn im Rahmen der Reformation in direkter Nachbarschaft zu Luther.

Regionaler Bezug

Die Ausstellung, die im Reformationsjubiläumsjahr 2017 erstmals gezeigt wurde und mittlerweile in ganz Franken zu sehen war, hat mit der erstellten Ergänzung um Martin Pollich einen regionalen Bezugspunkt erhalten. Das Rollup zu Martin Pollich hatte Karen Schaelow-Weber auf Basis der Forschungen von Stefan Wintersteiner, Lehrer am Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt, erstellt. Anschaulich und mit einer Fülle an Texten versehen, gibt die Ausstellung einen umfassenden Einblick in den Verlauf der Reformation in Franken anhand von individuellen Lebensbildern. Die Vorsitzende des Frankenbundes Bad Neustadt verwies auf eine Tafel, auf der die Bekleidung der neuen protestantischen Pfarrer thematisiert ist. In den Anfangsjahren griffen sie auf die katholischen Priestergewänder zurück, bis sie später dann die schwarzen Talare mit dem weißen Beffchen bekamen.

Kurz stellte Karen Schaelow-Weber die Frankenbund Gruppe Bad Neustadt vor, deren Mitglieder aus dem gesamten Rhön-Grabfeldkreis kommen. Es ist dies eine der 30 Gruppen in ganz Franken mit insgesamt rund 7000 Mitgliedern. "Wir wollen allen Interessierten die Geschichte und Kultur Frankens nahe bringen, durchaus wissenschaftlich fundiert und zugleich allgemeinverständlich formuliert für Jedermann," sagte sie.

Die Ausstellung "Fränkische Lebensbilder im Fokus der Reformation" ist noch bis Freitag 28. Juni in der Frankentherme Bad Königshofen zu den Öffnungszeiten zu sehen.

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