BAD KÖNIGSHOFEN

BBV-Protest gegen ruinösen Preiskampf

Scharfe Kritik: „Wir verramschen Lebensmittel“ heißt es auf dem Plakat, das der BBV-Kreisverband Rhön-Grabfeld, vertreten durch (von links) Anton Fischer, die stellvertretende Kreisbäuerin Margit Ziegler, (vorne, von links) Heike Schneider und Elisabeth Bieber sowie Kreisobmann Mathias Klöffel und Regine Just, an der Ampelkreuzung in Bad Königshofen aufgestellt hat. Foto: Vossenkaul

„Diese Schleuderpreise zerstören unsere Landwirtschaft“ - gegen die ruinöse Preispolitik der Supermarktketten protestieren in diesen Tagen die Bauern in ganz Bayern. Eine besonders provokante Aktion hat sich der BBV Kreisverband Rhön-Grabfeld ausgedacht und umgesetzt: Der Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ einer bekannten Supermarktkette wurde in „Wir verramschen Lebensmittel“ umgewandelt. Der Zusatz „schämt euch“ auf dem Plakat soll zeigen, dass hier ein Gipfel erreicht ist, an dem alle Argumente ausgetauscht sind und nur noch die Selbsterkenntnis helfen könnte.

„Es reicht“, sagen die Bauern und wehren sich gegen den ruinösen Preiskampf der großen Lebensmitteleinzelhändler auf dem Rücken der Bauern. Die Rabattschlacht habe eine neue Dimension erreicht, heißt es in der Pressemitteilung des BBV: Gerade Aldi heize den Wettbewerb immer weiter an, inzwischen würden von den Discountern auch Markenartikel verramscht. Die Preise für die hochwertigen Lebensmittel rutschen immer weiter in den Keller.

„Mit Qualität, Frische und Regionalität wird nicht geworben, nur mit dem Preis“, empört sich Anton Fischer, der besonders die Preise für Milch und Milchprodukte beobachtet. Niedrige Erlöse, dazu kommen Trockenheit und Ernteausfälle - die Situation werde für viele Betriebe bedrohlich. Potenzielle Hofnachfolger fragten sich, ob sie sich diese Arbeit unter diesen Bedingungen noch zumuten wollen - deshalb gebe es immer weniger Bauernhöfe. Um die Öffentlichkeit wach zu rütteln und faire Preise zu fordern haben am Dienstag viele Kreisverbände Aktionen oder Pressetermine unweit von rund 40 Filialen von Discountern und Supermärkten veranstaltet. „Wer Qualität und Nachhaltigkeit will, darf nicht so mit hochwertigen Lebensmitteln und uns Bauern umgehen“, so der Tenor der Protestaktion. Die Preise für Milch und Fleisch, insbesondere Schweinefleisch, seien bereits seit einiger Zeit nicht mehr annähernd kostendeckend.

„Man sollte leben und leben lassen“, sagt BBV-Kreisobmann Mathias Klöffel. Die Verbraucher hätten hohe Ansprüche, aber die müssten sich auch im Preis niederschlagen. Klöffel nennt ein Beispiel. Die Aktion „Tierwohl“, bei der es um bessere Haltungsbedingungen für die Tiere im Stall, niedrigere Besatzzahlen und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten gehe. Die entsprechenden Investitionen seien bezahlt worden, gleichzeitig sei der Preis für das Schweinefleisch um sechs Prozent gesunken. „Wenn die Bauern so lange gedrückt werden, bis sie aufgeben, wer produziert dann noch hochwertige Lebensmittel?“, fragt Klöffel.

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