Bad Neustadt

BR-Schätzfrage: Wie Margot Büttner zweifach überrascht wurde

Was haben 145 Millionen Schoko-Nikoläuse und Hobbykicker aus München mit der Verabschiedung von Margot Büttner in der VG Bad Neustadt zu tun? Normalerweise nichts, aber ...
Margot Büttner von der VG Bad Neustadt wurde am Tag ihrer Verabschiedung von einem besonderen Telefonanruf überrascht. Markus Fahn vom Radiosender Bayern 1 war mit seiner beliebten Schätzfrage am Apparat. Foto: Michael Nöth

47 Dienstjahre sind nicht wenig. Da darf es schon etwas besonderes sein zur Verabschiedung. Margot Büttner, die nächste Woche ihre letzten drei Tage in der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt, Abteilung Bauwesen, zu arbeiten hat, bevor sie in die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit geht, hatte am Tag ihrer Verabschiedung gleich zwei große Überraschungen. "Wenn ich das alles zuvor gewusst hätte, wär' ich in Ohnmacht gefallen!", lacht die gewitzte und allseits beliebte Frau aus Wargolshausen.

Ein Koffer und ein Anruf von Bayern 1

Die eine Überraschung - ein Koffer voller persönlicher Briefe, der von den VG-Kollegen kam - war im Beisein nahezu aller Bürgermeister und Mitarbeiter "schon allein eine sehr berührende Angelegenheit. Sogar alle Mitarbeiterinnen im Mutterschutz waren da", freute sich die 63-Jährige. Die andere hatte Sohn Markus initiiert. Und zwar so, dass dies nahezu ganz Bayern mitbekommen hat. Margot Büttner galt der Überraschungsanruf bei der beliebten Bayern 1-Schätzfrage am Morgen.

Und das kam so. Markus Büttner kennt Marcus Fahn, den Moderator der Morgen-Sendung, persönlich. Vom Fußballspielen. Der Wargolshäuser lebte und arbeitete bis vor zwei Wochen noch in München. Dort spielte er mit vielen weiteren Rhön-Grabfeldern in einem Fußball-Team, den Veuve tricots, in einer Freizeit-Liga, der Royal Bavarian Liga. 

Marcus Fahn, alias Fahndervaart Foto: RBL Screenshot

"Andi Ress, Christian Neugebauer aus Mühlbach, die Hartmänner Andi und Andre aus Wargolshausen oder Philipp Lurz aus Herbstadt waren mit in der Mannschaft. Uns hat sich auch Marcus Fahn angeschlossen. Ein ganz feiner Mensch." Bei seinem Kick-Kumpel "Fahndervaart" hatte Büttner angefragt, ob er Mutter Margot nicht überraschend anrufen könne - am besten dann, wenn sie in Ruhestand geht.

Marcus Fahn: "Für dich mach ich das!"

"Super Idee, für dich mach' ich das!", hatte der BR-Mann gesagt. Und sich am Mittwoch gemeldet, dass er den Anruf gerne aufzeichnen würde. Auf Büttners Frage, wann, hieß es von Fahn: "Jetzt!"  Sohn Büttner rief sogleich in der VG an, um die Kollegen vorzuwarnen und das Telefon freizuhalten. 

"Irgendetwas stimmt doch da net", hat Margot Büttner schon gespürt, als Personalrat Klaus Wohlfart ankam, etwas belangloses von ihr wollte und ständig mit ihrer Nachfolgerin Marina Ehringer tuschelte. "Beim Anruf - die Nummer war unterdrückt - hab ich schnell registriert, woher der Wind weht." Auf Fahns Frage, wie viele Schoko-Nikoläuse heuer in Umlauf gebracht wurden, reagierte sie erst übers Gewicht. Der Moderator wollte aber die Stückzahl wissen. "Ich war mit 1,5 Millionen weit daneben, meine Kollegen sind dann auf zehn Millionen hoch, aber 145 Millionen waren es schlussendlich. Und genau da kommt unser Herr Gscheiterle vom anderen Zimmer und sagt 151 Millionen. Das war natürlich zu spät", lacht Margot Büttner noch am Tag danach, als die Einspielung um kurz vor neun Uhr gesendet wurde.

Telefon stand nicht mehr still

Ab da hörte ihr Telefon nicht mehr auf zu bimmeln. Architekten, Bürgermeister und Passanten kamen augenzwinkernd vorbei, Schwiegertochter Susanne schickte eine WhatsApp-Nachricht aus dem Kindergarten Mühlbach: "Das war doch die Oma Margot heute früh im Radio."

Aber auch Marcus Fahn hat erstmals, seit er die Schätzfrage stellt, ein Video bekommen, das das ganze Telefonat live zeigt. "Die ganze Aktion hat wirklich Spaß gemacht", sagte Fahn. Er habe zuvor schon viel von Markus' Mama mitbekommen, auch, dass sie Bayern 1 hört. "Dann war klar, dass ich sie mal anrufe, wenn es passt. Nur mit dem Wort 'Schlappgosche' konnte ich aber zuvor nicht viel anfangen", lachte der Moderator.

Gerade vor dieser Eigenschaft seiner Mutter hatte der Wargolshäuser Markus den Münchner Marcus gewarnt.

Margot Büttner
Die 63-Jährige zählt mit Heidi Ullrich zu den beiden letzten Bediensteten der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt, die seit Gründung noch in der VG arbeiten. Ihre Ausbildung angefangen hat sie 1973 im Landratsamt Rhön-Grabfeld, war danach an der Regierung in Würzburg, bevor sie am 1. Februar 1976 zur Gemeinde Hohenroth kam. Dort zählte sie mit Karl Hemmert, Rosa Becher, Dieter Vöth und Bernhard Rösch zu dem Team, das die Gründung der Groß-VG zum 1. Mai 1978 vorbereitete.
Margot Büttner von der VG Bad Neustadt geht in den Ruhestand: (von links) VG-Vorsitzender Richard Knaier, Margot und Ansgar Büttner, VG-Leiterin Heike Kaiser und Personalratsvorsitzender Klaus Wohlfart. Foto: Ansgar Büttner
Am Anfang ihrer Verwaltungstätigkeit war Margot Büttner in der Personalstelle beschäftigt, ab März 1978 wechselte sie ins Bauamt. "Ich hab' den Tag der Verabschiedung überhaupt nicht herbeigesehnt, hab' mich als Dienstleister für die Bürger gesehen und das bis heute alles sehr gerne gemacht!", sagte sie.
Ihre fachliche Kompetenz, ihre berühmte Schlagfertigkeit und ihr komplikationsloser Umgang mit den Bürgern stellten VG-Vorsitzender Richard Knaier, VG-Leiterin Heike Kaiser und Personalrat Klaus Wohlfart bei der Verabschiedung der "Grand Dame der VG", wie sie sich laut Knaier bisweilen selbst genannt hat, in den Vordergrund.

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