Bad Königshofen

Bad Königshofen: Entkernung im ehemaligen Kreiskrankenhaus geht voran

Am Hintereingang des ehemaligen Kreiskrankenhauses lagern zur Zeit Berge von Holzmaterial, das entsorgt werden muss. Foto: Friedrich
Am Hintereingang des ehemaligen Kreiskrankenhauses lagern zur Zeit Berge von Holzmaterial, das entsorgt werden muss. Foto: Friedrich Foto: Hanns Friedrich

Gut voran geht die Entkernung des ehemaligen Kreiskrankenhauses Bad Königshofen. Der erste Stock ist schon fast besenrein, sagt Markus Schunk, Leiter des Bauhofs in Bad Königshofen. Für den Abtransport zurecht gestellt oder teilweise schon entsorgt sind die medizinischen Geräte im Erdgeschoss. Container findet man im Bereich zur Sparkassenstraße, vor allem aber am Hintereingang.

Öltank freigelegt

Dort wurde in den vergangenen Wochen auch ein Öltank frei gelegt. "Das ist der Linke von insgesamt drei derartigen Tanks mit einem Fassungsvermögen von je rund 30 000 Liter Heizöl," weiß Gregor Hetterich, einst Hausmeister im ehemaligen Kreiskrankenhaus. Pro Jahr habe man rund 100 000 Liter Heizöl benötigt. Auch diese Tanks müssen entsprechend entsorgt und die Grube wieder zugeschüttet werden. Es wird deshalb noch einige Zeit ins Land gehen, bis mit dem Abriss des Hauses begonnen werden kann.

Entkernung läuft

Mit den Abriss- und Entkernungsarbeiten wurde die Firma Leinweber aus dem hessischen Künzell beauftragt. Deren Mitarbeiter sind derzeit dabei, den gesamten Innenbereich zu entkernen, bevor die großen Abrissbagger anrücken können. Es sind "Berge von Papierunterlagen, medizinische Prospekte, Briefpapier und Unmengen von eingebauten Schränken, sowohl in den Patientenzimmern als auch in den Schwestern- und Stationsräumen.

Asbest, Teer und Mineralfasern

Ebenso in den Behandlungsräumen im Erdgeschoss. Auch Asbest, teerhaltige Baustoffe und Mineralfasern müssen entsorgt werden.  Abgeklärt werden mussten dazu mit dem Landratsamt Rhön-Grabfeld die Entsorgungswege von asbesthaltigen Stoffen. Es handelt sich um Baustoffe, wie man sie in den 1960er Jahren verwendet hat. Etwa 12 000 Kubikmeter Schutt werden anfallen.

Da das Krankenhaus im Bereich der Heilwasserschutzzone liegt, muss vor allem auch bei der Trennung der jeweiligen Wasserleitungen sorgfältig gehandelt werden. Um hier kein Risiko einer Verschmutzung beim Abriss einzugehen, bleibt der zweite Tiefkeller erhalten.

Grundwasser wird abgepumpt

Das dort zur Zeit bis zu 70 Zentimeter hoch stehende Grundwasser wird abgepumpt, bevor der Keller auf eine Höhe von 1,30 Metern mit Naturmaterial aufgefüllt wird. Das kann Schotter aus dem Steinbruch sein, aber auf keinen Fall recyceltes Material. Diese Verfüllung wird notwendig, um ein "Aufschwimmen"  der Kellerfläche zu verhindern, die sich unter dem gesamten Gebäude erstreckt. Teile des Kellers könnten sich ansonsten heben und Wasser unkontrolliert abfließen, was wiederum zu Beeinträchtigung des Heilwassers führen könnte. Der Abriss des ehemaligen  Kreiskrankenhauses wird sich wohl bis ins Frühjahr 2020 hinziehen.

Das Kreiskrankenhaus Bad Königshofen wurde in den Jahren 1963 bis 1964 gebaut und verfügte über 117 Betten. Es gab eine Chirurgische und eine innere Abteilung, sowie Säuglings- und Entbindungsstation. Im Kellerbereich war ein großes Becken für Wassertherapie und weitere Therapieräume vorhanden, ebenso der Küchenbereich, darunter dann Heizungsanlage und die Vorratsräumlichkeiten. Nach der Schließung der Klinik im Jahre 2003 erwarb Dr. Franz Pullmann das gesamte Areal vom Landkreis und eröffnete Jahre später eine Praxis mit Notfallambulanz. Seit 2011 stand das Krankenhaus leer. 2017 kaufte die Stadt Bad Königshofen das leer stehende Areal. Nach dem Abriss des vorderen Gebäudes und der jetzigen ehemaligen Klinik entsteht dort der Neubau der Finanzamt-Außenstelle Nürnberg-Süd.

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