Bad Königshofen

Bad Königshofen: Gebetswanderung an der ehemaligen Grenze machte Halt

Die Pilgergruppe bei ihrer Ankunft am evangelischen Gemeindehaus in Bad Königshofen. Hier übernachtete sie und ließ den Tage Revue passieren. Außerdem gab es Gespräche zum Thema "Deutsche Einheit". Sie wandert seit dem 3. Oktober die ehemalige innerdeutsche Grenze entlang. Foto: Hanns Friedrich

Sie waren nicht als Wallfahrer oder Pilger erkennbar, trugen keine Fahnen, sondern lediglich eine Kerze. "Diese Kerze erinnert an die bekannte Aussage im November 1989 von Horst Sindermann vom SED-Zentralkomitee: 'Wir waren auf alles vorbereitet, nur auf Kerzen und Gebete nicht'", sagt Suse Chmell von "Jugend mit einer Mission" aus Bad Blankenburg. Die Gruppe übernachtete in Bad Königshofen im evangelischen Gemeindehaus und wurde von Pfarrer Lutz Mertten mit Kartoffelsuppe und Würstchen verköstigt. Gerne habe er die Gruppe aufgenommen und das Gemeindehaus zur Verfügung gestellt.

Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte Chmell, dass man am 3. Oktober in Hof aufgebrochen sei und etappenweise die ehemalige Grenze zu Fuß entlang gehe. "Wir wechseln dabei von hüben nach drüben und befragen unterwegs immer wieder Leute zum Thema Grenzöffnung 1989 und nach ihrer Meinung zur Wiedervereinigung."

Pilgerwanderung unter dem Thema "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie"

Die Pilgerwanderung steht unter dem Thema "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie". Es ist eine ökumenische Pilgerwanderung unter dem Motto "Verstehen, Versöhnen, Verantwortung übernehmen". Bis zum 9. November wird in zwei Gruppen vom Norden in Lübeck und vom Süden ab Hof aus gepilgert. Beide Gruppen treffen sich am 9. November zum Abschluss in Werningerode am Brocken. Täglich legen sie Strecken bis zu 25 Kilometer zurück.

Die Pilgergruppe kam aus Haubinda in Thüringen und trifft am Samstag, 19. Oktober, in Mellrichstadt ein. Von da geht es weiter ins Hessische nach Hilders. Es sei eine Gebetswanderung und die Teilnehmer kämen aus "aller Herren Länder". Die Schirmherrschaft über die jeweilige Wegstrecke haben acht Ministerpräsidenten übernommen, in Bayern Markus Söder und in Thüringen Bodo Ramelow. Ramelow selbst war in Thüringen ein kurzes Stück dabei.

Beten für eine gelingende gemeinsame Zukunft in ganz Deutschland 

Die Teilnehmerzahl der Gruppe wechselt unterwegs immer wieder. 80 000 Flyer wurden deutschlandweit ausgelegt, um möglichst viele Menschen zu begeistern. "Ziel der Pilgerwanderung ist es, für die auseinanderbrechende Gesellschaft in beiden Teilen Deutschlands zu beten und entlang des ehemaligen Todesstreifens, der Narbe in der Geschichte, für Heilung in den Beziehungen und für eine gelingende gemeinsame Zukunft zu beten." Die Aktion gehört zum nationalen Projekt: "3. Oktober Gott sei Dank - 30 Jahre Wunder der Freiheit und Einheit", womit ein Netzwerk von Verantwortlichen aus Kirche, Politik und Gesellschaft helfen möchte, den Tag der Deutschen Einheit in allen Orten und Städten mit Dankfesten gemeinsam mit den hier lebenden Kulturen zu feiern. "Für unsere Projektgruppe ist das Geschehen der Friedlichen Revolution, des Mauerfalls und der Deutschen Einheit vor 30 Jahren ein Wunder, wofür wir gemeinsam mit anderen Gott danken wollen und ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens für die Zukunft unseres Landes setzen wollen", erklärte Chmell.

Sie verweist auf die Idee der Projektgruppe für das Jahr 2020. Dann sollen Chöre, Musiker und Bands an der einstigen deutsch-deutschen Grenze auf Dorf- oder Marktplätzen singen und Kerzen in den Händen tragen. Der Termin wird vorgegeben, ebenso die Lieder, sodass am 3. Oktober 2020 deutschlandweit festliche Konzerte zum gleichen Zeitpunkt stattfinden.

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