Bad Königshofen

Bad Königshofen: Nach 60 Jahren ein Wandgemälde unter dem Putz entdeckt

In der ehemaligen Brauerei Kneuer in Bad Königshofen wurde durch den Künstler Alexander Stöhr, der dort sein Atelier eingerichtet hat, dieses Bild unter dem Putz entdeckt. Es ist von Ludwig Stolarski signiert und wurde vor genau 60 Jahren von dem in Bad Königshofen lebenden Künstler gemalt.
In der ehemaligen Brauerei Kneuer in Bad Königshofen wurde durch den Künstler Alexander Stöhr, der dort sein Atelier eingerichtet hat, dieses Bild unter dem Putz entdeckt. Es ist von Ludwig Stolarski signiert und wurde vor genau 60 Jahren von dem in Bad Königshofen lebenden Künstler gemalt. Foto: Hanns Friedrich

"Ludwig Stolarski  1959" liest man unter einem Wandgemälde, das vor 60 Jahren von dem in Königshofen lebenden Künstler Ludwig Stolarski gemalt wurde. Im vergangenen Jahr wurde das Kunstwerk von dem Künstler Alexander Stöhr, der in einem Raum der ehemaligen Brauerei Kneuer sein Atelier eingerichtet hat, unter dem Putz entdeckt. Es zeigt auf der gesamten Wandbreite von rund zwei Metern eine für diese Zeit typische Brauereiszene.

Darauf verwies der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld Hanns Friedrich, bei der Jahresversammlung vor der Corona-Pandemie im Kulturarsenal Darre in Bad Königshofen. Dort nannte Bürgermeister Thomas Helbling den Geschichtsverein einen wichtigen Kulturträger im Grabfeld. Er dankte für die zahlreichen Aktivtäten im vergangenen Jahr, unter anderem durch Vorträge und die Ausstellung "30 Jahre Grenzöffnung".

Neues Konzept in der Schranne gefällt den Besuchern

Sein Dank galt insbesondere Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert für dessen Engagement, vor allem in Bezug auf seine Bücher und das Heimatblatt "Das Grabfeld". Speziell nannte Helbling die neue Chronik von Merkershausen und bat zu überlegen, ob solch ein Buch nicht auch für Bad Königshofen machbar wäre.

Das Stadtoberhaupt wies außerdem auf das grundlegend sanierte Museum Schranne und das neue Ausstellungskonzept hin. Es komme sehr gut bei den Besuchern an und sei für die Stadt Bad Königshofen ein neues Highlight. Ein Gedanke galt der 75. Wiederkehr des Kriegsendes 1945. Das werde zwar offiziell auf den 8. Mai gelegt, allerdings, so fügte Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert an, marschierten bereits einen Monat zuvor, am 8. April 1945, die Amerikaner in Königshofen ein.

Viele Grenzführungen fanden in 2019 statt

Das war der Weiße Sonntag, wie die älteren Königshöfer sich erinnern. Angedacht sind - vorbehaltlich der weiteren Entwicklung der Corona-Krise - eine Ausstellung im Museum Schranne, aber auch ein Vortrag von Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert. Bedingt durch die Corona-Pandemie wird beides jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

Vorsitzender Hanns Friedrich ließ die wichtigsten Ereignisse im Vereinsleben Revue passieren. Dabei nannte er die gelungene Dokumentation des MDR  "Der Osten – entdecke wo du lebst – Miteinander grenzenlos." Grenzführungen prägten das Jahr 2019. Dabei waren sowohl Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert als auch Kreiskulturreferent Hanns Friedrich, eingespannt, unter anderem für Interviews verschiedener Fernsehsender.

Auf Hanns Friedrichs Initiative hin hat die Autobahnkirche einen Namen

Der Vorsitzende erinnerte an die Ausstellung des Frankenbundes zum Thema "Reformation in Franken und im Grabfeld." Diese fand im Foyer der Franken-Therme statt. Interessant sei der Vortrag über die Unterlagen der Staatssicherheit in Mellrichstadt und eine Ausstellung gewesen. Gut angekommen ist zum Internationalen Museumstag die Öffnung der sanierten ehemaligen Schmiede in Aub.

Gut angenommen wurden Vorträge von Reinhold Albert, Hanns Friedrich und Museumsleiter Andreas Rottmann (wir berichteten). Der Vorsitzende berichtete, dass auf seine Initiative hin die Autobahnkirche den Namen "Kirche der Einheit – Herbst 89" trägt. Mit der Main-Post war er an der ehemaligen Grenze für die Bilderserie "Die Grenze einst und heute" unterwegs.

Kunstwerke in den Türgriffen wurden gesichert

An die Eröffnung der Ausstellung "Es war einmal die DDR" erinnerte der Vorsitzende und an das Modell des einstigen Grenzübergangs Eußenhausen-Meiningen, einen Zufallsfund. Hanns Friedrich war als Moderator eingebunden in die Ausstellung und Diskussionsrunden des Kreisarchivs Meiningen "Wende – Wahnsinn – Wiedervereinigung".

Kreisheimatpfleger Reinhold Albert brachte im vergangenen Jahr verschiedene Chroniken heraus, Hanns Friedrich den Bildband "Bildschönes Grabfeld". Sein Dank galt dabei der Allianz Fränkischer Grabfeldgau und der Gemeinde Grabfeld in Thüringen, die dies ermöglichten. Er erinnerte an die "Amtshilfe" für Kulturdirektor Professor Dr. Klaus Reder bei der Sicherung der Kunstwerke von Erich Husemann in den Türgriffen des ehemaligen Kreiskrankenhauses Bad Königshofen.

Ilse Aigner zu Gast im Grabfeld

Am Bayernturm war Landtagspräsidentin Ilse Aigner ebenso zu Gast wie im Museum für Grenzgänger mit Besuch der Ausstellung. Vorsitzender Hanns Friedrich sagte dazu ein Dankeschön an den Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (Mitglied im Geschichtsverein), der dies ermöglicht habe. Reinhold Albert und Hanns Friedrich waren eingebunden in die Ausstellung des Milzer Künstlers Dieter Frank im Schloß Glücksburg in Römhild. Kurz vor Weihnachten konnte  noch das neue Buch von Oberstudiendirektor a.D. Manfred Firnkes vorgestellt werden.

Zu den Planungen für das neue Jahr sagte der Vorsitzende, dass man noch wenig festlegen könnte. Erst müsse die Corona-Pandemie überstanden sein. Er berichtete, dass mit Hilfe von Kulturdirektor und Bezirksheimatpfleger Professor Dr. Klaus Reder vier Vitrinen für Ausstellungen beschafft werden können. Hier galt der Dank dem Bezirksheimatpfleger. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden  zwischenzeitlich Grenzführungen von Seniorenklubs und Gästen im Haus St. Michael abgesagt: "Sie wurden ersteinmal auf 2021 neu terminiert."

Viel los im museumspädagogischen Bereich

Wie es im Oktober mit einer Feier zu 30 Jahre Wiedervereinigung ausgeht, müsse man aufgrund der Corona-Krise abwarten. Hier gehen Überlegungen dahin, eine Veranstaltung gemeinsam mit den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Hildburghausen auf die Beine zu stellen. Dank galt der Familie Fecke in Bad Königshofen, die dem Verein und dem Stadtarchiv historische Bücher und Zeitschriften sowie einige Urkunden zur Verfügung stellte.

Im November soll, wenn es durchführbar ist, das neue Buch "Ein Haus voll Glorie schauet – die Kirchen und ihre Geschichte in Bad Königshofen" auf den Markt kommen. Andreas Rottmann gaben einen Einblick in die Aktivitäten im museumspädagogischen Bereich. Dazu gehörten auch Lehrerfortbildungen und der Besuch von Schulklassen in der Ausstellung "Es war einmal – Die DDR".

Von einem guten Kassenbestand berichtete Kassier Matthias Gerstner, der mit der Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde. Rainer Knies und Hubertus Schneider, die beiden Stadtarchivare, gaben noch einen Einblick in ihre Arbeit und zeigten auf, dass das Stadtarchiv für Nachfragen, sogar bundesweit, ein wichtiger Anlaufpunkt ist.

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