Bad Neustadt

Bad Neustadt: Schwimmen lernen nach Müllers Art im Triamare

Gert Müller - dieses Mal als Nikolaus - leitete den Schwimmkurs für Flüchtlinge. In den zehn Unterrichtsstunden lernten die Teilnehmer aus Afghanistan und Syrien auch ihre Ängste zu überwinden.  Foto: Klaus Schiffmann

Das Freibad hat schon eine Weile zu, dafür gibt es für die kalten Tage das Hallenbad des Triamare. In Afghanistan und Syrien existiert so etwas praktisch gar nicht. Geschwommen wird deshalb, wenn überhaupt, nur im Sommer. Streng getrennt nach Geschlecht. In Deutschland dürfen Männer und Frauen sogar im gleichen Becken schwimmen. Kein Wunder, dass für viele Flüchtlinge beim ersten Besuch eines deutschen Schwimmbads vieles erst einmal völlig ungewohnt ist. Man kann sogar von einem echten Kulturschock sprechen.

Umso erfreulicher ist es, dass sich der Kinderschutzbund in Zusammenarbeit mit den Schulen zum wiederholten Mal dieser Aufgabe stellt und den neuen Mitbürgern die Möglichkeit bietet, das Schwimmen zu erlernen. So fanden sich 15 Teilnehmer im Alter von 5 bis 35, darunter erstmals 2 Familien, zu einem Kurs zusammen, welcher von Gert Müller, Schwimmtrainer seit Jahrzehnten, gewissermaßen auf die Beine gestellt, respektive ins Wasser gebracht wurde. Die Teilnehmer stammten hauptsächlich aus Afghanistan und Syrien.

Normales Verhältnis zum Wasser wiederherzustellen als große Aufgabe

Gert Müller wusste damit gut umzugehen: "Ich sprach konsequent deutsch und bei schwierigen Sachverhalten (Körperspannung, Wasserwiderstand) hatte ich in Zahra Mohammadi eine zuverlässige Assistentin und Dolmetscherin." Wirklich mutig mussten die Flüchtlinge schon sein: Der Respekt vor dem Wasser ist groß. Das wäre wohl bei den meisten Einheimischen ähnlich, hätten sie eine lebensgefährliche Seefahrt zwischen der Türkei und Griechenland hinter sich. Ein normales Verhältnis zu Wasser wiederherzustellen, ist eine wahrlich gewaltige Aufgabe.

Nach der Wassergewöhnung, Atem- und Trockenübungen lag der Hauptschwerpunkt auf dem Kraulen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die jungen Leute kaum Vorkenntnisse im Schwimmen hatten, war es dem Kursleiter wichtig, die Flüchtlinge für das Wasser zu sensibilisieren und so auch die Fähigkeit zur Selbstrettung zu erlernen. "Dabei geht es nicht um unterschiedliche Schwimmstile und Bestzeiten, sondern nur darum, dass die jungen Menschen das Schwimmen lernen, Spaß und Ablenkung durch Sport erfahren und auch so sich integrieren können", so Klaus Schiffmann, der das Projekt von schulischer Seite unterstützt.

Aktion, die Ängste überwinden hilft und Integration erleichtert

Nach zehn Unterrichtsstunden waren Freude und Stolz groß, als die neuen Wasserratten Frau Scherer und Frau Altrichter vom Kinderschutzbund, Herrn Stöhr von der Stadt und Herrn Schiffmann von der Schule ihre neu erworbenen Fähigkeiten vorführen konnten. Ein besonderes zusätzliches Highlight war der Besuch vom Nikolaus, der zur Freude aller noch für jeden einen Gutschein für einen Besuch im Schwimmbad dabei hatte.

Am Ende zeigten sich alle begeistert über diese tolle Aktion, die gegen Vorurteile und Verallgemeinerungen ankämpft, Ängste überwinden hilft und auch Integration erleichtert.

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