BAD NEUSTADT

Bananafishbones sind ihrem Stil treu geblieben

Die Bananafishbones waren einmal ganz oben in den Charts – und jetzt im Bildhäuser Hof. Foto: Eckhard Heise

Bad Neustadt (eh) „Bananafishbones“? Was hatten die noch mal gemacht? Doch schon nach den ersten Lauten des Sängers war die Erinnerung präsent. Die offensichtlich mit Schleifpapier behandelten Stimmbäder von Sebastian Horn sind so markant, dass sie sich beim Hörer tief eingeprägt haben. Und zwar so markant, dass sich noch viele Menschen ihrer erinnern und so für einen gut gefüllten Bildhäuser Hof in Bad Neustadt sorgten.

Wer sie nicht mehr ganz musikalisch auf dem Schirm hatte, bei dem dürfte spätesten beim „Come to sin“ der Groschen gefallen sein. Der Hit hatte den dreien einen Start von Null auf gefüllte Stadien beschert, der sie offensichtlich selbst zu tiefst überrascht hatte. „Mit „Easy Day“ folgte zwar Ende der 90er Jahre ein zweiter Evergreen, doch die ganz große Popularität verabschiedete sich schon bald. Mit ihrem unkonventionellen Sound als Konglomerat verschiedener Stile wie Punk, Pop und Country trafen sie wohl nur für kurze Zeit den Musikgeschmack der Massen - aber im Grunde war das oberbayerische Trio ohnehin ein paar Jahre zu spät dran.

Ihr eigener Name, für den ein Cure-Album Pate stand, deutet auf die Wurzeln. Und auch heute noch klingen die drei so stark nach britischem Punk, dass man sich nicht vorstellen kann, dass ihre musikalische Laufbahn in der Loisachhalle von Wolfratshausen begonnen hatte. Doch das kam zu spät, die großen Idole der alternativen Musikszene hatten längst ihren Zenit überschritten, und eine zweite Chance gibt es offensichtlich nicht, wenn sich der Mainstream abgewendet hat. So blieb für die drei vor allem die Filmmusik, ihre bekannteste dabei die Untermalung der „Wilden Kerle“.

Dieser, in der Szene nicht seltene Karriereverlauf hat die drei aber keineswegs außer der Bahn geworfen. Die drei haben keine Kompromisse geschlossen, um dem neuen Geschmack nachzuhecheln, wie sich jeder Besucher selbst überzeugen konnte.

Der Mix und die schaurigschöne Reibeisenstimme, die so sehr an Johnny Cash erinnert, haben nichts an ihrer Originalität verloren, wie der musikalische Querschnitt aus ihrer Schaffenszeit von nun schon 30 Jahren unterstreicht. Mit genialen elektronischen Eruptionen auf der akustischen Gitarre fallen sie nach wie vor aus dem musikalischen Schema des Erfolgs. Die schnellen Gitarrenriffs knüpfen an die nonkonformistischen Traditionen der ersten Punkikonen a la Clash und Sex Pistols an. Die sparsame, um nicht zu sagen, die nicht vorhandene Bühnenshow verleiht dem Vortrag zwar mehr Authentizität allerdings auch weniger Motivation zum Abtanzen.

Auch wenn hie und da melancholische Balladen einen gewissen Alterungsprozess andeuten, Abnutzungserscheinungen sind keine zu erkennen. Das Liedgut klingt frisch, die kurzen Schilderungen aus dem von Höhen und Tiefen geprägten musikalischen Leben ehrlich und der Rahmen einer Kleinkunstbühne wie geschaffen für das Trio: ein echtes Highlight für den Bildhäuser Hof.

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