BISCHOFSHEIM

Baumann verlässt Sitzung unter Protest

Ein Streit zwischen Bürgermeister Udo Baumann und dem Vorsitzenden des TSV Bischofsheim, um die Sanierung der Schulturnhalle prägte die Hauptversammlung des Vereins. Foto: Eckert

Während der Ausführungen des Vorsitzenden des TSV Bischofsheim, Gunnar Schatz, verließ Bürgermeister Udo Baumann unter Protest die Jahreshauptversammlung. Thema war die Sanierung der Schulturnhalle. Gunnar Schatz äußerte seinen Unmut über die Kommunikation mit der Stadt Bischofsheim und Bürgermeister Udo Baumann und über Kosten die dem TSV aus seiner Sicht ungerechtfertigter Weise aufgebürdet werden.

Schatz verwies auf eine Besprechung, in der ihm zugesichert worden sei, dass auf den TSV Bischofsheim keine Kosten zukommen werden. „Meine Blauäugigkeit lag darin, dass ich dieser Aussage Glauben geschenkt habe. Ich möchte hier betonen, dass vonseiten des TSV keine Forderungen bezüglich des Umbaus gestellt worden sind. Die einzige Bitte, die von uns geäußert wurde war die, ob in die Prallschutzwand eine Tür eingebaut werden könnte, um den Durchgang aufrechtzuerhalten.“

Dann sei auf einmal die Rede davon gewesen, dass eine Brandschutztüre eingebaut werden müsse, erklärte Schatz den weiteren Werdegang. Die Stadt habe sich zwar bereit erklärt, die Türe zu bestellen, damit diese in die Förderung komme, doch die Mehrkosten habe der TSV zu tragen, dem sei auch zugestimmt worden. „Als dann die Tür eingebaut war und die anderen Arbeiten sollten ausgeführt werden, wurde mir auf einmal mitgeteilt, dass entgegen der Absprache, für alles hinter der Prallschutzwand der TSV zuständig ist. Darüber habe ich mich beim Bürgermeister beschwert und ich bekam eine Rückantwort. Diese habe ich so interpretiert, dass mir mehr oder weniger der Mund verboten worden ist und der TSV mit dem zufrieden sein soll, was schon alles für den TSV gemacht wurde.“

Ein weiteres Ärgernis ist für Schatz die Front der Halle. Er sprach von einem Angebot in Höhe von 1000 Euro, um die TSV Halle mit zu streichen „Wenn man mit mir mal geredet hätte, wäre der TSV der Sache nicht abgeneigt gewesen, vor allem um eine einheitlich saubere Front zu haben. So wie es jetzt aussieht, finde ich es nicht schön.“

Persönlich habe Schatz während der Umbauphase oft den Eindruck gehabt, dass ehrenamtliche Engagement nicht genügend Würdigung erfahre.

Bürgermeister Udo Baumann platzte in der Versammlung die Hutschnur, wie er es im Gespräch mit dieser Redaktion nach der Versammlung formulierte. „Ich muss mir solche Vorwürfe nicht anhören. Es war für mich die einzig richtige Reaktion, zu gehen.“ Der Verein, der am meisten von der Sanierung der Schulturnhalle profitiere sei der TSV Bischofsheim. „Es war eine zentrale Forderung des TSV, dass die Halle saniert wird, und zwar seit vielen Jahren schon“, so Baumann.

Auch sei es ausdrücklicher Wunsch des TSV gewesen, die Verbindungstüre zwischen Sporthalle und TSV-Halle zu erhalten. Als dann in der Bauphase klar geworden sei, dass es eine Brandschutztüre sein müsse, habe die Stadt den TSV eingebunden und versucht die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. „Doch alles was auf der Seite der TSV-Halle liegt, ist Sache des TSV“, sagte Baumann.

„Diese Kosten kann ich nicht der Allgemeinheit aufbürden. Anfeindungen gegen die böse Stadt lasse ich mir nicht länger gefallen. So etwas muss ich mir auch nicht anhören“, erklärte Baumann. Auch habe er Gunnar Schatz weder den Mund verboten noch wisse er, das ehrenamtliche Engagement nicht zu schätzen. „Solche Vorwürfe lasse ich mir vom Vorsitzenden nicht gefallen.“

Baumann verweist auf eine E-Mail an Gunnar Schatz, in der er geschrieben hatte: „Ich habe bisher jedoch immer nur Kritik und negative E-Mails von Ihnen zur Kenntnis genommen. Ich meine, jetzt ist es gut.“ Für Baumann ist das weder eine Missachtung des Ehrenamtes noch ein Mund verbieten.

Ja, ärgerlich sei er über die Art der Kommunikation und die Vorwürfe. „Wenn die TSV-Halle nicht stehen würde, hätten wir die Schulturnhalle abreißen und eine neue bauen können. Wir haben mit Rücksicht auf den TSV und die Vereinshalle eine Sanierung vorgenommen. 2,6 Millionen Euro hätten wir auch in einen Neubau stecken können. Nur das Anhängsel der TSV-Halle, gebaut auf städtischem Grund, hat es unmöglich gemacht.“

Was den Vorwurf zum Thema Streichen angeht, sagte Baumann: „Es ist nicht Aufgabe der Stadt gewesen. Der Vorsitzende hätte ja auch selbst draufkommen und auf die Stadt zugehen können.

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