Sulzdorf

Bayernturm: Sanierung nach Zuschusszusage gesichert

Gute Nachrichten aus München: Die Sanierung des Bayernturms samt Errichtung eines Aufzugs ist dank einer Sonderförderung des Freistaats gesichert. Darauf stießen vor wenigen Tagen Gemeinderat Markus Schunk (von links), MdB Steffen Vogel, Sulzdorfs Bürgermeisterin Angelika Götz, Gemeinderätin und stellvertretende Bürgermeisterin Doris Warmuth und Gemeinderat Markus Ortlauf an.
Gute Nachrichten aus München: Die Sanierung des Bayernturms samt Errichtung eines Aufzugs ist dank einer Sonderförderung des Freistaats gesichert. Darauf stießen vor wenigen Tagen Gemeinderat Markus Schunk (von links), MdB Steffen Vogel, Sulzdorfs Bürgermeisterin Angelika Götz, Gemeinderätin und stellvertretende Bürgermeisterin Doris Warmuth und Gemeinderat Markus Ortlauf an. Foto: Alfred Kordwig

Für die Sulzdorfer Bürgermeisterin Angelika Götz und ihren Gemeinderat war es so etwas wie ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk: Vor wenigen Tagen erreichte sie die Mitteilung, dass der Freistaat Bayern der Gemeinde eine Sonderförderung in Höhe von 400 000 Euro für die Sanierung des im Ortsteil Zimmerau gelegenen Bayernturms zukommen lassen wird.

Die erfreuliche Nachricht wurde natürlich gebührend gefeiert: Am nur einige 100 Meter von der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entfernt stehenden Bayernturm stießen Angelika Götz und einige Gemeinderäte  mit einem Gläschen Sekt auf die frohe Botschaft an. Bei der kleinen Feierstunde mit von der Partie war auch der CSU-Landtagsabgeordnete Steffen Vogel, der sich in München dafür eingesetzt hatte, mit einer möglichst kräftigen Finanzspritze die Zukunft des über 50 Jahre alten Bayernturms zu sichern.

Hohe Sonderförderung

Hintergrund war, dass sich die Gemeinde Sulzdorf aufgrund ihrer finanziellen Situation eine Sanierung des Bayernturms in absehbarer Zeit nicht hätte leisten können. Dass es nun gleich 400 000 Euro vom Freistaat gibt, darüber freute sich  Bürgermeisterin Götz sehr. Sie danke allen, die das möglich gemacht hätten, allen voran Steffen Vogel und auch Landrat Habermann und seinen Fachbehörden, die auf die Schnelle ein Sanierungskonzept auf den Weg gebracht hätten.

Richtfest gefeiert: Der Bayernturm in Zimmerau wurde 1966 errichtet und noch im Sommer des gleichen Jahres eingeweiht.
Richtfest gefeiert: Der Bayernturm in Zimmerau wurde 1966 errichtet und noch im Sommer des gleichen Jahres eingeweiht. Foto: Archiv Reinhold Albert

Turm ist über 50 Jahre alt

Detaillierte Pläne für die rund 500 000 Euro teure Sanierung des Bayernturms, der vor vier Jahren seinen 50. Geburtstag feierte, gibt es noch nicht. Zunächst muss der Gemeinderat das Bauprojekt in seiner Haushaltsplanung berücksichtigen und anschließend ein Ingenieurbüro mit der Planung und Ausführung beauftragen. Fest steht aber schon jetzt: Der Bayernturm in Zimmerau wird nicht nur eine neue Außenfassade und eine moderne Aussichtsplattform mit neuen Fenstern bekommen. Herzstück des „neuen Bayernturms“ wird ein Außenaufzug sein, damit künftig auch Gehbehinderten oder Rollstuhlfahrern ein Besuch auf dem 38 Meter hohen Turm möglich sein wird.

Bayernturm mit Lift

Ein Bayernturm mit Lift – das verspricht nach Einschätzung der Sulzdorfer Bürgermeisterin deutlich steigende Besucherzahlen. „Davon werden nicht nur wir, sondern die ganze Region profitieren“, ist sich Angelika Götz sicher. Zeitdruck bei der Umsetzung des Projektes besteht übrigens nicht, wie Steffen Vogel  betonte: Sollte es in diesem Jahr noch nicht klappen mit der Sanierung, könnte der Zuschuss auch noch im nächsten oder übernächsten Jahr in Anspruch genommen werden. Der Landtatgsabgeordnete wies zudem drauf hin, dass die Sonderförderung für die Gemeinde Sulzdorf im Rahmen des Nachtragshaushalts des Freistaats möglich geworden sei.

Zuvor habe er im Landtag und  gegenüber den Ministerien auf die besondere Geschichte des Bayernturms hingewiesen, der anlässlich der 150-jährigen Zugehörigkeit Unterfrankens bei Bayern vom Freistaat bereits damals bei der Errichtung stark gefördert worden sei. „30 Jahre nach der Einheit wäre es ein schwerer Verlust, wenn der Turm nicht erhalten werden könnte, um so auch der jungen Generation die deutsche Teilung vor Augen zu führen“, so Vogel, der auch seinem Landtags-Parteikollegen Sandro Kirchner für die Unterstützung dankte.

Der Bayernturm auf dem Büchelberg
Eines der Wahrzeichen des Grabfelds ist der Bayernturm auf dem Büchelberg. Die Planungen für den 38 Meter hohen Aussichtsturm begannen 1964, nachdem die Gemeinderäte der beiden Zonenrandgemeinden Zimmerau und Sternberg auf Anregung von Landrat Karl Grünewald den Bau eines Aussichtsturms in unmittelbarer Zonengrenznähe beschlossen hatten. Es wurde die Gründung einer „Turmgemeinschaft Zimmerau-Sternberg“ vereinbart. Auf dem Büchelberg, einer Anhöhe von 429 Meter, glaubte man den richtigen Platz für einen Aussichtsturm gefunden zu haben. Landrat Grünewald und Kreisbaumeister Fritz Köth, der Planer des Aussichtsturms, hatten sich zuvor bei einem Hubschrauberflug vom herrlichen Rundblick, vor allem ins nahe und damals doch so ferne Thüringen, überzeugt. Ursprünglich war vorgesehen, in sieben Stockwerken des Turms moderne Fremdenzimmer und auf der Plattform ein zweigeschossiges Restaurant entstehen zu lassen. Die Bauausführung verzögerte sich jedoch vor allem wegen der Finanzierung eines solchen Großprojekts. Nach Abstrichen in der Planung (verzichtet wurde wegen fehlender Mittel auf Aufzug und Restaurant, auch wurde eine Höhe von 38 Meter als ausreichend erachtet) begannen die Bauarbeiten. Der Turm, der 365 000 Mark kostete, konnte im Frühsommer 1966 bestiegen werden. Am 21. August 1966 wurde der „Bayernturm“ dann offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Bürgermeister von Zimmerau und Sternberg, Edmund Spielmann und Hans Albert, bezeichneten das Bauwerk als „Leuchtturm für die Bevölkerung in Mitteldeutschland“. 1967 errichtete Edmund Spielmann in der Nähe des Turms eine Gaststätte, den Berggasthof „Zum Bayernturm“. 1979 wurden für 250 000 Mark ein Parkplatz sowie eine Toilettenanlage gebaut. Quelle: Reinhold Albert, Chronik der Gemeinde Sulzdorf
Herrliche Ausblicke: Vom Bayernturm schweift der Blick im Osten weit nach Thüringen hinein und im Westen bis hinüber zur Rhön.
Herrliche Ausblicke: Vom Bayernturm schweift der Blick im Osten weit nach Thüringen hinein und im Westen bis hinüber zur Rhön. Foto: Hanns Friedrich

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