HEUSTREU

Beinahe-Uraufführung zur Osterzeit

Dirigierte seine eigene Komposition. James Barnes bei einer der ersten Aufführungen des „Bavarian Easterfestivals“ in der Heustreuer Festhalle.
Dirigierte seine eigene Komposition. James Barnes bei einer der ersten Aufführungen des „Bavarian Easterfestivals“ in der Heustreuer Festhalle. Foto: Stefan Kritzer

Manche Freundschaften halten lange – Sogar richtig lange. Nach einer Pause von knapp vier Jahren war das Symphonic Wind Ensemble der Bishop Ireton High School aus Alexandria bei Washington DC in Heustreu zu Gast. Die 40 Musikerinnen und Musiker umsorgte der Musik- und Heimatverein. Natürlich gab es als Höhepunkt des Besuches ein großes Konzert in der Festhalle. Und dazu noch die musikalische Umrahmung einer Wallfahrt und eines Gottesdienstes durch die Gäste aus den Vereinigten Staaten.

Nein, kein einziger der Schüler der Bishop Ireton High School war beim letzten Besuch im Jahre 2009 in Heustreu dabei. Alles neue Leute, alles neue Freundschaften, die beim Austausch der musikalischen Vielfältigkeiten zwischen Alexandria und Heustreu neue Nahrung fanden. Lediglich Randall Eyles, Leiter des Symphonic Wind Ensembles, hatte auch schon vor vier Jahren den Dirigentenstab fest in der Hand und diesmal sogar noch einen weiteren hochkarätigen Leiter des Ensembles mitgebracht. Alle Gastmusiker waren privat in Heustreu ein paar Tage lang untergebracht. Susanne Wüst vom Musik- und Heimatverein hatte ein reichhaltiges Programm für die jungen Musiker zusammengestellt. Besuche in München und Rothenburg ob der Tauber hatte das Ensemble bereits absolviert und schon Konzerte bei anderen Gastspielen gegeben. Die Einladung in die Streutalgemeinde basierte auf der internationalen Begegnungsmaßnahme „Hands across the sea“ und sorgte für den insgesamt dritten Auftritt der amerikanischen Musiker in der Festhalle. In Heustreu umrahmte das Symphonic Wind Ensemble außer dem großen Konzert noch den Ostergottesdienst und eine Wallfahrt nach Frickenhausen.

Die Festhalle war voll

Fränkische Blasmusik von Boah (Blasorchester aus Heustreu) und die symphonische Blasmusik eines großen Orchesters. Wo die Unterschiede dieser beiden Ensembles liegen, wurde den Zuhörern in der bis auf den letzten Platz gefüllten Festhalle schnell klar. Viel weniger Blech und stattdessen Oboen, Fagotte, Klarinetten und (ungewöhnlich) ein Kontrabass bei den Gästen aus Amerika. Die überzeugten mit dem Soundtrack aus dem Film „Die Mission“ mit einem hörenswerten Oboensolo ebenso wie mit der Chaconne aus der Suite Nr. 1 von Gustav Holst.

Einen Höhepunkt des Konzertes präsentierte das Symphonic Wind Ensemble mit „A Bavarian Easter-Festival“ des Komponisten James Barnes, der sein Werk selbst in der Heustreuer Festhalle dirigierte. Das Festival zum bayerischen Osterfest hatte Barnes eigens für das Symphonic Wind Ensemble und besonders für das österliche Gastspiel in Deutschland komponiert.

James Barnes ist in den Vereinigten Staaten ein bekannter und viel beachteter Komponist. „Ich wollte den jungen Musikern mal zeigen, dass es auch lebende Komponisten gibt“, scherzte Barnes bei der Ankündigung des „Easter-Festivals“, das erst wenige Tage vor dem Heustreuer Konzert uraufgeführt wurde. Auf der thematischen Basis einiger typisch bayerischer Kirchenlieder wie „Christ ist erstanden“, hatte James Barnes eine stringentes und nach getragenem Beginn feierliches Festival komponiert. Das Symphonic Wind Ensemble folgte dem Komponisten und Dirigenten genau und klar in diesem funkelnagelneuen Werk, das die Zuhörer in der Festhalle restlos begeisterte.

Nach der Pause zeigte dann das heimische Blasorchester aus Heustreu (Boah) unter der Leitung von Stefan Klein was in ihm steckt. Zum Beispiel Polka-Melodien wie auch die besten Momente aus Filmmusiken von Ennio Morricone oder ein Melodien-Medley aus James Bond-Filmen. Selbstverständlich spielten die Gäste aus den Vereinigten Staaten auch gemeinsam mit Boah und die Dirigenten Randall Eyles, James Barnes und Stefan Klein gaben sich den Dirigentenstab gegenseitig in die Hand. Ein Marsch von Philip Sousa war im Konzert der rund 80 Musiker ebenso zu hören wie ein Ausschnitt aus Puccinis Oper „Turandot“ mit der Arie „Nessun Dorma“ und das „Start Up“ von Steve McMillan. Mit stehenden Ovationen drückte das begeisterte Publikum aus, dass es nicht wieder vier Jahre warten will, bis das Symphonic Wind Ensemble wieder nach Heustreu kommt.

Großes Aufgebot: 80 Musiker des Blasorchesters aus Heustreu (Boah) und des Symphonic Wind Ensembles aus den Vereinigten Staaten musizierten gemeinsam.
Großes Aufgebot: 80 Musiker des Blasorchesters aus Heustreu (Boah) und des Symphonic Wind Ensembles aus den Vereinigten Staaten musizierten gemeinsam. Foto: Stefan Kritzer

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