IRMELSHAUSEN

Beispiel Irmeshäuser Badesee: Gemeinsame Ziele machen stark

Still ruht der Badesse bei Irmelshausen: Dabei hätte die vorgesehene Entschlammung schon längst gestartet werden sollen. Foto: Michael Petzold

Still ruht der See im Advent. Sollte er aber nicht in diesen Tagen, denn eigentlich war vorgesehen, dass hier eine Firma die Entschlammung des Irmelshäuser Badesees erledigt und damit das gesamte Projekt zum Abschluss kommt. Seit Wochen stehen auf dem Parkplatz zwar zwei Maschinen, auf Mitarbeiter der Firma wartete Bürgermeister Michael Hey aber bislang vergebens. Außer ständigen Vertröstungen am Telefon tat sich gar nichts. Wann es jetzt endlich losgeht, ist nicht bekannt.

Kioskumbau kommt viel teurer als geplant

Der Badesse war natürlich auch Thema bei der Bürgerversammlung in der Milzgrundhalle, zu der allerdings gerade einmal rund 25 Einwohner kamen. Bürgermeister Hey zog, abgesehen von der aktuellen Verzögerung, ein positives Fazit. „Wenn man ein gemeinsames Ziel hat, kann man so etwas auch umsetzen“, war er des Lobes voll über das große Engagement. Insgesamt wurden hier 1000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet, 500 von der Gemeinde und 500 vom Team des Pächters Andreas Butzert. Weniger erfreulich dagegen ist, dass auch dieses Vorhaben von der anscheinend allgegenwärtigen Kostenexplosion auf dem Bausektor betroffen ist. Der Umbau des Kiosks mit allem drum und dran kam gut 100 000 Euro teurer als geplant. Auch die Entschlammung wird mit rund 120 000 Euro erheblich kostspieliger. Ursprünglich waren 83 000 Euro veranschlagt.

Mit der Kamera durch die Kanäle

Beschäftigen wird im nächsten Jahr die Gemeinde die Kamerabefahrung des gut 15 Kilometer langen Kanalnetzes, nachdem heuer die Kataster für die einzelnen Gemeindeteile fertiggestellt wurden. Zwischen 150 und 200 000 Euro wird die Nachschau kosten. Hey bat deshalb um Verständnis, dass Straßenausbesserungsarbeiten im kommenden Jahr eher zurückhaltend angegangen werden. Schließlich wolle man erst einmal wissen, in welchem Zustand die darunter liegenden Kanäle sind und ob hier nicht erst Handlungsbedarf bestehe. Allerdings hat die Gemeinde bereits im laufenden Jahr einen sechsstelligen Betrag in Straßenverbesserung gesteckt.

Spielplatz wird deutlich größer

Dringender Handlungsbedarf besteht in Irmelshausen auf dem Spielplatz. Hier sind fast alle Geräte abmontiert. Weil der angrenzende Tennisplatz nicht mehr gebraucht wird, kann der Spielplatz, dessen Eingang verlegt werden soll, auch ein gutes Stück größer werden. Allerdings muss wegen des unmittelbar daneben liegenden Fußballplatzes aus Sicherheitsgründen über die gesamte Länge ein vier Meter hoher Ballfangzaun errichtet werden. Was eine kurze Diskussion unter den Besuchern über die Sinnhaftigkeit derartiger Vorschriften führte.

Schlechte Nachrichten aus dem Wald

Keine guten Nachrichten kommen aus dem Gemeindewald. Hier hatte sich der Borkenkäfer eingenistet und doch für erheblichen Schaden gesorgt. Zudem sind die Preise für Nadelholz eingebrochen, sodass Hey mit einem Defizit in der Waldbewirtschaftung rechnet. Zudem blieb die Gemeinde wegen des zurückliegenden warmen Winters auch auf einer Menge Brennholz sitzen. Später in der Diskussion kam die Kritik auf, dass die Gemeinde angesichts des Käferbefalls zu spät reagiert habe.

Zwei neue Leute im Bauhof

Bürgermeister Hey bat um Verständnis, dass angesichts der Personalsituation im Bauhof nicht eher eingegriffen werden konnte. Mit der Einstellung von Thorsten Mantel zum ersten Dezember und Holger Schubert zum 1. Januar 2019 sollte sich die Lage aber deutlich bessern. Kritik wurde übrigens auch laut an den doch zum Teil recht heftigen Eingriffen durch eine Firma bei der Heckenpflege. Hey teilte diese Kritik, gab aber auch zu bedenken, dass die Heckenpflege lange vernachlässigt worden sei.

Neues Feuerehrauto wurde geliefert

Neben der offiziellen Fertigstellung der Badeseesanierung mit dem Umfeld gibt es im nächsten Jahr mindestens noch einen anderen Grund zum Feiern. Vergangenen Mittwoch ist das neue, rund 150 000 Euro teure Feuerwehrauto geliefert worden. Bei der Bestellung wurde darauf geachtet, dass das Gewicht unter 7,5 Tonnen liegt, damit zum Betrieb des Gefährts kein eigener Führerschein notwendig wird.

Bevölkerungszahl sinkt weiter

Finanziell steht die Gemeinde recht gut da, nachdem auch 2018 eine Stabilisierungshilfe von 200 000 Euro gewährt wurde. Gut 750 000 Euro hat Höchheim so in den vergangenen Jahren erhalten. Einer Verschuldung von 500 000 Euro stehen zum Ende des Jahres Rücklagen in Höhe von 800 000 Euro gegenüber. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 445 Euro deutlich unter dem Landesschnitt (650 Euro) vergleichbarer Gemeinden. Was laut Hey nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, da sich solch positive Werte negativ auf staatliche Bezuschussung auswirken könnten. Bergab geht es weiterhin mit der Bevölkerungszahl. Binnen nur zwei Jahren ist sie in Irmelshausen von 460 auf 442 zurückgegangen. Die Gesamtgemeinde schrumpfte von 1254 auf 1200 Einwohner.

Lediglich Maschinen kündigen die noch ausstehende Entschlammung des Badesees an. Wann es wirklich losgehen soll, steht aber in den Sternen. Foto: Michael Petzold
In Angriff nehmen will die Gemeinde im kommenden Jahr die Erweiterung und Neuausstattung des Spielplatzes am Fußballplatz in Irmelshausen. Foto: Michael Petzold

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