Bad Neustadt

Beratungsstelle des Kreiscaritasverbandes ausgelastet

Ein neues Thema der Erziehungsberatungsstelle des Kreiscaritasverbandes ist Prävention im Bereich 'Mediensucht', das zur Zeit speziell für Schüler vorbereitet wird.
Ein neues Thema der Erziehungsberatungsstelle des Kreiscaritasverbandes ist Prävention im Bereich "Mediensucht", das zur Zeit speziell für Schüler vorbereitet wird. Foto: Hanns Friedrich

Insgesamt haben 385 Eltern, Kinder oder Jugendliche, sowie 250 Fachkräfte und Multiplikatoren eine Veranstaltung der Erziehungsberatungsstelle und der Sozialpädagogischen Familienhilfe des Caritasverbandes  angenommen. Die Problempalette ist reichhaltig: Umgang  mit Aggressionen, Lernen von Impulskontrolle, Grenzen setzen, gemeinsame elterliche Verantwortung bei Trennung/Scheidung. Hinzu kommen der Umgang mit Ängsten und Geschwisterkonflikten, teils auch die Themen Mangel an Selbstwertgefühl oder Überforderung und die Suche nach Ressourcen bei allen Beteiligten.

Diese Informationen gab Markus Till, Leiter der Einrichtung im Kreiscaritasverband, den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Die Zahlen und Daten würden auch nachdenklich machen, sagte Landrat Thomas Habermann. Sie würden zeigen, dass viele Menschen Hilfe brauchen und es wichtig sei, deshalb gute Leute zu haben. Dank galt Markus Till, Leiter der Erziehungsberatungsstelle des Kreiscaritasverbandes und seinem Team.

Erste Kontakte meist per Telefon

"Hinter den Zahlen verbergen sich subjektive Lebenssituationen von  Kindern, Jugendlichen und Eltern aus unserem Landkreis", sagte Markus Till. Er gab dann einen Einblick in das Aufgabenfeld der Beratungsstelle. Erste Kontakte von Betroffenen finden meist per Telefon, selten per Mail statt. Die Sorgen und Anfragen sind unterschiedlich. So gehe es um Trennung der Eltern, zum Beispiel habe eine Mutter Beratung benötigt, oder ein junger Mann, der mit der Ausbildung unzufrieden ist. Zur Verfügung steht ein vierköpfiges Beraterteam, das sich drei Vollzeitstellen teilt. Um die fachliche Qualität der Beratung zu gewährleisteten, gibt es verschiedene Weiterbildungen in den Bereichen systemische Beratung und Therapie, Gestalttherapie, Säuglings- und Kleinkindberatung sowie Familienmediation.

Wichtig ist es dem Team, zeitnah Kontakt aufzunehmen und einen Gesprächstermin zu vereinbaren. Lange Wartezeiten werden verhindert. So gelang es bei 77 Prozent der Anmeldungen, innerhalb von zwei Wochen aktiv zu werden, in 16 Prozent der Fälle kam es zu einem ersten Termin innerhalb von vier Wochen. Die unterschiedlichsten Sorgen müssen im Team dann sortiert werden, um weitere Schritte in der Hilfe anbieten zu können.

Im Jahr 2019 hatte die Erziehungsberatungsstelle Kontakt zu 753 Familienmitgliedern und zusätzlich zu 233 Fachkräften außerhalb der Familie. Immer wieder steht bei den Gesprächen die Frage nach der Schuld im Vordergrund. Neben der Einzelfallarbeit ist eine Beratungsstelle zuständig für Prävention und Netzwerkarbeit und hier war man wieder, wie in den letzten Jahren, auf vielen Feldern aktiv.

Elternabende zu pädagogischen Themen

Es gab 15 Elternabende zu pädagogischen Themen in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Hinzu kamen drei Workshopangebote für Schüler in den Bereichen Konflikte, Teamarbeit und Konzentration. Markus Till nannte Kurse wie "Mutig werden mit Til Tiger" in einem Kindergarten, die Gruppe "Meine Eltern trennen sich" und das erlebnispädagogische Angebot "Coole Kids" sowie das Elterntraining "NESP@d". Katja Kaufmann bietet die Eingliederungshilfe an, speziell für  Kinder, die auf Grund einer bestehenden oder drohenden seelischen Behinderung einen Anspruch auf eine Integrationshilfe haben. Im letzten Jahr erhielten 14 Kinder diese Förderung. Diese Teilzeitstelle ist der Beratungsstelle angegliedert, wird jedoch gesondert finanziert. Sozialpädagogin Anke Ecke ist neu im Team und hat den Fachbereich Sozialpädagogische Familienhilfe seit Februar übernommen. Sie begleitete, allerdings erst nach Auftrag durch das Amt für Jugend und Familie,  insgesamt vier Familien mit fünf  Erwachsenen und zehn Kindern.

Aktuelles Thema mit  dem Amt für Jugend und Familie, dem Netzwerk für soziale Dienst und der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration ist ein zweiteiliges Fortbildungsangebot für Fachkräfte zum Thema "Kinderschutz". Ein weiteres Thema ist Prävention im Bereich "Mediensucht", das zur Zeit speziell für Schüler vorbereitet wird. Ab Herbst wird es ein offenes Angebot für Kinder geben, die einen nahen Angehörigen verloren haben und Unterstützung im Trauerprozess benötigen.

In ihrem Jahresbericht ging Helga Stockheimer-Fries auf die gute Zusammenarbeit mit der Erziehungsberatungsstelle ein, "die uns einen Teil der Jugendprobleme abnimmt". Zum Thema unbegleitete Flüchtlinge nannte sie aktuell zwölf Minderjährige, deren Zukunft noch ungewiss ist. Insgesamt wurden in den vergangenen sechs Jahren 120 unbegleitete Jugendliche betreut. Voraussichtlich wird sich das Amt künftig auch um die Betreuung Jugendlicher, die körperlich und geistig behindert sind, kümmern. Das bedeutet einen Mehrbedarf an Personal.

Pflegeübungszentrum ist voll belegt

Landrat Thomas Habermann dankte dem gesamten Team sowohl im Landratsamt als auch beim Kreiscaritasverband. Lobend erwähnte er die Pflegeeltern und nannte dies "eine segensreiche Einrichtung und wertvolle Unterstützung". Es sei ein Bereich, der für die Pflegeltern sicher oft anstrengend sei, aber auch Anlass zur Freude bringe. Auf keinen Fall dürfe in diesem Bereich gespart werden. Kreiscaritasgeschäftsführerin Angelika Ochs verwies auf das Pflegeübungszentrum, das mittlerweile voll belegt ist. Am Konzert werde ständig weiter gearbeitet, die Rückmeldungen seien äußerst positiv.

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