BISCHOFSHEIM

Biodiversitätszentrum in Modellstadt für Biodiversität

Vor wenigen Wochen erst besuchte der bayerische Umweltminister Marcel Huber Bischofsheim und überbrachte offiziell die frohe Kunde, dass die Stadt Sitz eines neuen Biodiversitätszentrums Rhön wird. Für 15 Millionen Euro soll hier eine wissenschaftliche Einrichtung mit 20 Arbeitsplätzen entstehen, in denen die Erforschung und Erprobung von Artenschutzmodellen zwei Schwerpunkte bilden soll. Einen dritten bildet die Kommunikation des Themas Biodiversität in die Bevölkerung hinein. Dazu sollte natürlich das Umfeld stimmen. Einen entsprechenden Schritt unternahm nun der Stadtrat und beschloss mit großer Mehrheit, dass sich Bischofsheim für das Modellprojekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt – Bayerische Kommunen setzen auf Biodiversität“ bewerben wird.

Zehn Modellgemeinden

Wie Bürgermeister Georg Seiffert dem Ratsgremium erläuterte, handelt es sich bei dem Projekt um ein Ergebnis der vom Kabinett schon 2008 beschlossenen Biodiversitätsstrategie. Wichtige Träger dieser Strategie seien die Kommunen. Für den „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ könnten sich alle bayerischen Kommunen bewerben. Aus den Bewerbern würden zehn ausgewählt. Die würden bis 2021 bei der kostenlosen Entwicklung einer modellhaften Biodiversitätsstrategie unterstützt und erhielten Umsetzungsberatung für erste Maßnahmen, wovon die Gemeinde und natürlich auch die Artenvielfalt entsprechend profitieren könnten.

„Das ist genau unser Thema“, warb der Bürgermeister im Ratsgremium für Zustimmung. Es stehe Bischofsheim als Standort des Biodiversitätszentrums gut zu Gesicht, sich als Modellgemeinde für Biodiversität zu bewerben. Die Chancen auf einen Erfolg sahen die Stadträte nicht schlecht. Denn man war sich mit Edgar Schöppner einig, dass die Stadt beim Thema Biodiversität enorm viel vorzuweisen habe. Da wurde zum einen auf die so reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt im Stadtgebiet verwiesen, zum anderen auf Einrichtungen wie das Naturwaldreservats am Stengerts, die Multispeziesbeweidung am Himmeldunkberg oder das flächensparende Konzept der Stadt Innenentwicklung vor Außenentwicklung, was der Bürgermeister besonders hervorhob. Man sah aber auch durchaus Potenzial für weitere Initiativen beispielsweise beim Thema Blühwiesen oder späteren Mähzeiten bei Grünflächen, die im Rahmen eines solchen Projekts in ein Konzept gefasst und umgesetzt werden könnten.

Teure Verpflichtungen?

Soweit schien das Gremium einer Meinung. Dennoch wurde rege diskutiert. So waren auch warnende Stimmen zu hören. Alfred Thalheimer mahnte, dass die Stadt damit womöglich teure Verpflichtung eingehe. Zum Beispiel werde in den Bewerbungsunterlagen gefragt, wie viel Eigenmittel die Stadt pro Jahr einsetzen möchte und ob sie bereit sei, Zuständigkeiten für Umsetzungen zu schaffen. Viel zu viele Unklarheiten herrschten für Egon Sturm sowohl beim Biosdiversitätszentrum wie bei „Marktplatz der biologischen Vielfalt“. Daher sah er die Gefahr, dass hier konkurrierende, wenn nicht sogar gegenläufige Konzepte entwickelt würden.

Solche Gefahren sahen Patrick Bauer und Arvid Löflund nicht und plädierten mit Nachdruck für die städtische Bewerbung. Zum einen wurde hervorgehoben, wie wichtig der Schutz der Artenvielfalt sei. Zum andern, dass man doch selbst bestimme, welche der Ideen dann auch umgesetzt würden. Man verpflichte sich doch zu nichts. Auch die Gefahr, dass die Verwaltung mit dem Abfassen der Bewerbung bis zum 30. September als Stichtag überfordert sei, sah die Mehrheit des Ratsgremiums nicht. Verschiedene Mitglieder erklärten sich sogar bereit, sich an der Abfassung und einem künftigen Konzept zu beteiligen. Dabei solle aber auch klargestellt werden, dass ein solches Konzept in Abstimmung mit dem neuen Wissenschaftszenrum erarbeitet werden soll, ging man auf die warnenden Stimmen ein. Für die Umsetzung von Projekten soll in der Bewerbung eine Summe von bis zu 10 000 Euro angegeben werden.

Kindergartenbedarf

Keine Diskussionen gab es im Ratsgremium bei der Anerkennung des Bedarfs für die städtischen Kindergärten. Die wurde erforderlich, um die Förderanträge für die jüngst beschlossene Sanierung und Erweiterung des Kindergartens von Oberweißenbrunn auf den Weg zu bringen. Wie Bürgermeister Georg Seiffert erläuterte, steigen die Geburtenzahlen im Stadtgebiet in den vergangenen Jahren erfreulicherweise an. Waren 2015 noch 124 Kinder bis zu drei Jahren gemeldet, lag die Zahl heuer bei 143. Die Zahl der Drei- bis Sechsjährigen ist von 115 auf 148 gestiegen. In der Stadt stehen dafür 225 Kindergarten- und 24 Krippenplätze zu Verfügung. Wegen der anderen Gewichtung „belegen“ allerdings 33 Kinder unter drei Jahren 66 Kindergartenplätze. „Wir sind gut aufgestellt“, stellte der Bürgermeister dazu fest. Es werde aber deutlich, dass die Sanierung und Erweiterung in Oberweißenbrunn nötig sei. Das sah der Stadtrat ebenso.

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