MELLRICHSTADT

Blick auf die trutzige Stadtmauer

Alt und neu: Blick auf die neuen Informationstafeln im historischen Wehrgang des Fronhofes.
Alt und neu: Blick auf die neuen Informationstafeln im historischen Wehrgang des Fronhofes. Foto: Heidrun Mauder

Noch ist es recht kühl im Heimatmuseum Salzhaus im Mellrichstädter Brügel. Doch im Wehrgang in der unteren Scheune dringen wärmende Sonnenstrahlen durch das Tor zum Fronhof und sorgen, gepaart mit dem altertümlichen Charme der historischen Umgebung, für Behagen.

Innerhalb der dicken Mauern des Museums, wird Geschichte lebendig. Ob beim historischen Schulunterricht, bei der Flachsverarbeitung, im alten Kaufmannsladen oder in der Backstube – hier erleben die Besucher beim Rundgang mit Museumsleiter Rudolf Mauder, wie's so war anno dazumal.

In den Wintermonaten war Mauder nicht untätig: Eine Tafelreihe informiert künftig die Besucher über die Mellrichstädter Stadtmauer. Mauder erläutert dazu: „Schon immer versuchten Menschen, ihre Siedlungen vor feindlichen Angreifern zu schützen. Die Bürger von Mellrichstadt begannen im ausgehenden Hochmittelalter, ihre Stadt durch einen doppelten Stadtmauerring zu sichern.“

Grabungsuntersuchungen aus dem Jahre 2014 ergaben, dass offensichtlich schon um 1230 nach Christus – der Zeit der Stadterhebung – mit dem Bau der Wehranlage begonnen wurde. Die Errichtung fand in mehreren Bauphasen statt. Im 15. Jahrhundert erfolgte eine Umrüstung der Stadtmauer auf Feuerwaffen.

Die neuen großen Tafeln stellen eine fundierte Ergänzung der erlebnisorientierten museumspädagogischen Arbeit von Mauder dar, der auch weiterhin in den Werkstätten des Salzhauses alte Handwerkstechniken vorführt und im Klassenzimmer „Unterricht beim Dorfschulmeister“ gibt.

Auch für die kommende Saison – Eröffnung ist am Sonntag, 1. Mai – wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt- und Touristinformation Aktives Mellrichstadt ein Jahresprogramm unter dem Motto „Das Salzhaus lebt“ zusammengestellt, so dass künftig laut Veranstaltungskalender regelmäßig neben den Dauerausstellungen Besuchern ein besonderes Angebot gemacht werden kann. Dabei stehen Aktionen wie „Wir buttern mit alten Butterfässern“ oder das Ausdreschen von Linsen unter dem Motto „Lense, wo sen se …“ auf dem Programm. Auf die Veranstaltungen wird jeweils in der Tagespresse hingewiesen.

Bis Ende Oktober ist das Heimatmuseum regelmäßig samstags von 14 bis 16 Uhr und an Sonntagen von 11 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Für Gruppen ab zehn Personen sind Sonderöffnungen und Themenvorführungen wie „Vom Flachs zum Lein“, „Unterricht beim Dorfschulmeister“ oder „Waschen wie zu Großmutters Zeiten“ möglich. Absprachen erfolgen mit Rudolf Mauder, Tel. (0 97 76) 14 84, oder dem Verein Aktives Mellrichstadt, Tel. (0 97 76) 92 41.

Die Prospekte für 2016 liegen im Foyer des Bürgerhauses, Marktplatz 2, in Mellrichstadt, und im Heimatmuseum Salzhaus aus. Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen unter www.mellrichstadt-rhoen.de

Die Skizze von Rudolf Mauder zeigt Mellrichstadts Stadtmauer mit Toren und Pforten.
Die Skizze von Rudolf Mauder zeigt Mellrichstadts Stadtmauer mit Toren und Pforten. Foto: Heidrun Mauder
Besonders malerisch ist die Westseite von Mellrichstadts Stadtmauer mit der Streu und dem felsigen Steilhang. Darüber ragen die Zwingermauer, die hohe Ringmauer und die Giebel der Wohnhäuser der Altstadt empor. Der historischen Stadtmauer wird in diesem Jahr im Heimatmuseum Salzhaus besonderes Augenmerk gewidmet.
Besonders malerisch ist die Westseite von Mellrichstadts Stadtmauer mit der Streu und dem felsigen Steilhang. Darüber ragen die Zwingermauer, die hohe Ringmauer und die Giebel der Wohnhäuser der Altstadt empor. Der historischen Stadtmauer wird in diesem Jahr im Heimatmuseum Salzhaus besonderes Augenmerk gewidmet. Foto: Heidrun Mauder
Der Wehrgang zwischen den Zehntscheunen und der Ringmauer war einst ein Fluchtweg.
Der Wehrgang zwischen den Zehntscheunen und der Ringmauer war einst ein Fluchtweg. Foto: Mauder

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