Althausen

Blühflächen: Hier finden Insekten Futter und Obdach

Zwei Jahre nach dem Ansäen entwickelt sich eine zwei Hektar große Blühfläche bei Althausen prächtig. Darüber freuen sich nicht nur die Insekten.
Blüten so weit das Auge reicht: Landwirt Ruthard Burger auf  der zwei Hektar großen Blühfläche, die 2017 angesät wurde und sich seit einigen Tagen in ihrer vollen Pracht präsentiert.
Blüten so weit das Auge reicht: Landwirt Ruthard Burger auf der zwei Hektar großen Blühfläche, die 2017 angesät wurde und sich seit einigen Tagen in ihrer vollen Pracht präsentiert. Foto: Alfred Kordwig

In diesem Jahr mindestens 100 Hektar Blühflächen schaffen im Landkreis Rhön-Grabfeld, das ist das Ziel eines Gemeinschaftsprojekts von der Agrokraft Rhön-Grabfeld, des BUND Naturschutz und des Bayerischen Naturschutzfonds. Hintergrund ist das schon seit geraumer Zeit zu beobachtende Insektensterben. Vor allem den Bienen fehlt es häufig an geeigneten Lebens- und Nahrungsgrundlagen.

Deshalb wurde vor zwei Jahren das Wildpflanzenprojekt von Landwirten, Biogasanlagenbetreibern, Naturschützern und Imkern gestartet, zumal sich herausgestellt hatte, dass Pflanzen, die auf Blühflächen wachsen, durchaus auch als Energiepflanzen für Biogasanlagen taugen und sich als Ergänzung zu der vorherrschenden Energiepflanze Mais eignen.  Angebaut wird dazu eine spezielle, fünf- bis achtjährige Wildpflanzenmischung, der so genannte Veitshhöchheimer Hanfmix.

500 Euro als Ausgleich

Als das Projekt vor zwei Jahren vorgestellt und gestartet wurde, waren der Althäuser Landwirt Ruthard Burger und seine Sohn Bernd sofort bereit, einen Teil ihres Ackerlandes in eine Blühfläche zu verwandeln, zumal sie dafür einen finanziellen Ausgleich bekommen. Ausgewählt haben sie ein Areal, das an den Althäuser Sportplatz angrenzt und wo bis 2017 meist Wintergerste angebaut wurde.

Eine wahre Augenweide

Nachdem im vergangenen Jahr auf dem zwei Hektar großen Acker nach der 2017  erfolgten Ansaat noch nicht allzu viel von blühenden Pflanzen zu sehen war, ist das seit einigen Tagen anders. Das ehemalige Getreidefeld hat sich ein Blumen- und Blütenmeer verwandelt, das nicht nur auf Insekten sehr einladend wirkt, sondern auch für den Menschen eine wahre Augenweide ist.

Begrenzte Lebenszeit

Wie vieles in der Nataur, hat auch eine Blühfläche nur eine begrenzte Lebenszeit. Ruthard Burger geht davon aus, dass es schon in wenigen Wochen wieder vorbei sein wird mit der Blütenpracht. „Dann wird die Wiese gemäht und das Material in die nahe gelegene Biosanlage transportiert“, so der Landwirt. Einige Male lässt sich dieses Prozedere in den nächsten Jahren noch wiederholen, dann muss die Blühfläche wieder neu angesät werden.

Um Flächen mit Wildpflanzenbewuchs für die Landwirte wirtschaftlich - im Vergleich zu Biogasmais gleichwertig - zu gestalten, muss der Anbau finanziell unterstützt werden. Denn Blühmischungen haben nach Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim  im Schnitt einen um die Hälfte geringeren Ertrag als Mais. Zum Ausgleich erhält der anbauende Landwirt 500 Euro Förderung pro Hektar, ermöglicht durch die Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds. Die Agrokraft hat sich dieses Jahr das Ziel „100 Hektar Blühflächen“ gesteckt - ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2018 (38 Hektar) und 2017 (gut 20 Hektar). 

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