Großbardorf

Blühflächen, Vielfalt und "wilde Ecken" erwünscht

Ab Mai 2020 ist die Zertifizierung von naturnahen Privatgärten im Landkreis Rhön-Grabfeld möglich, darüber freuen sich (von links) Bürgermeister Josef Demar, Geschäftsführer Georg Hansul, Referent Hubert Siegler und Vorsitzender Thomas Habermann.
Ab Mai 2020 ist die Zertifizierung von naturnahen Privatgärten im Landkreis Rhön-Grabfeld möglich, darüber freuen sich (von links) Bürgermeister Josef Demar, Geschäftsführer Georg Hansul, Referent Hubert Siegler und Vorsitzender Thomas Habermann. Foto: Regina Vossenkaul

Naturgärten statt "Gärten des Grauens", Vielfalt und Wohlfühloasen statt eintönige Steinwüsten – in der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Rhön-Grabfeld, die in Großbardorf stattfand, erfuhren die zahlreichen Anwesenden von der möglichen Zertifizierung von Privatgärten. Unter dem Motto "Bayern blüht – Naturgärten" sollen Gartenbesitzer Plakette und Urkunde erhalten, wenn sie bestimmte Kriterien einhalten.

Hubert Siegler von der Bayerischen Gartenakademie Veitshöchheim erklärte nach der Begrüßung durch Kreisvorsitzenden und Landrat Thomas Habermann und einem Grußwort von Bürgermeister Josef Demar die Einzelheiten. Es gibt Kann- und Musskriterien bei der Zertifizierung. Biologischer Gartenbau, also Verzicht auf Kunstdünger, Torf und chemische Pflanzenschutzmittel gehören zu den Grundvoraussetzungen. Eine große Vielfalt an regionaltypischen, boden- und standortgerechten Pflanzen, Sträuchern und Bäumen sowie eine "wilde Ecke" und Blühflächen sind erwünscht. Gründüngung und Kompost sollten genutzt werden. Mischkulturen, eine sinnvolle Fruchtfolge, Mulchen und Insektenhotels fördern die Nützlinge, das Bodenleben und damit auch die Wasserspeicherfähigkeit.

Gartenprüfer kann Punkte vergeben

Für die einzelnen Kriterien in einem festgelegten Katalog kann der Gartenprüfer ein oder zwei Punkte vergeben. Natürlich sei es schwerer, in kleinen Gärten die notwendige Punktzahl zu erreichen, räumte Siegler ein. Die Zertifizierung kostet 40 Euro, eventuell übernimmt der jeweilige Kreisverband für Mitglieder einen Teil der Kosten. Wer bei den Juroren durchfällt, muss nichts bezahlen.

Wie Fachberater Georg Hansul ergänzte, ist der hiesige Kreisverband ab Mai in Sachen Zertifizierung handlungsfähig. Mit Franz Mock und Uwe Steigemann aus Bad Neustadt stehen dann zwei Juroren zur Verfügung. Gartenbesitzer aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld können sich ab sofort bei Hansul anmelden unter E-Mail: georg.hansul@rhoen-grabfeld.de oder per Telefon unter (09771) 94-601.

Vorträge und Aktionen im vergangenen Jahr

In seinem Jahresbericht erwähnte Hansul als Geschäftsführer des Kreisverbands die Veranstaltungen, Vorträge und Aktionen im Jahr 2019, darunter die Mitgliederaktion "Attraktive Heil- und Gewürzpflanzen", die Gartenreise "Kräuter, Kraut & Rüben" und die Aktion "Mehr Blühflächen für Bienen, Hummeln & Co." gemeinsam mit Kooperationspartnern. Saatgut für 85 750 Quadratmeter Blühflächen im Wert von 4330 Euro wurde von mehr als 70 Abnehmern gekauft. Es fand ein Workshop "Anlegen von Blühflächen" statt sowie eine Bauhofleitertagung zum Thema "Mehr Artenvielfalt auf öffentlichen Grünflächen" und eine Info-Veranstaltung "Naturnahe Pflege öffentlicher Grünflächen".  

Zu den Plänen für 2020 gehören das Angebot des gemeinsamen Kaufs von Silberdisteln im Topf und von mehreren Sorten Tafeltrauben. Es wird Aktionen und Vorträge zum Klimaschutz und zu Blühflächen geben, Schnittkurse und Weiterbildungsangebote sowie Workshops "Kochen mit Wildkräutern", dafür können sich OGVs anmelden. Die Gartenreise wird diesmal nach Bamberg führen, der Tag der offenen Gartentür findet am 28. Juni statt, Schwerpunkt ist diesmal das Streutal. Zum Thema "Alte Rosen" öffnet außerdem Roswitha Amschler in Unsleben ihren Garten (alle Termine auf der Website des Kreisverbands).

Blühstreifen, wie hier am Naturlehrgarten in Aubstadt, der 2019 am 'Tag der offenen Gartentür' teilnahm, passen fast überall hin.
Blühstreifen, wie hier am Naturlehrgarten in Aubstadt, der 2019 am "Tag der offenen Gartentür" teilnahm, passen fast überall hin. Foto: Regina Vossenkaul

Den Kassenbericht erstattete Sabrina Sum-Dietz, der Vorstandschaft wurde anschließend einstimmig Entlastung erteilt. Vorsitzender Habermann mahnte ein Umdenken an. Die Natur sei nicht überall gemäht und aufgeräumt. Den Garten im Herbst aufräumen bedeute, dass vielen Lebewesen die Chance zum Überwintern genommen wird. Rund zwei Prozent der Landesfläche in Bayern sind Gärten, das erscheine wenig, aber auch hier könne ein bedeutender Beitrag für Natur und Artenvielfalt geleistet werden.

Neuwahl der Verbandsleitung
1. Vorsitzender: Thomas Habermann, Bad Neustadt
2. Vorsitzender Hans-Bernd Bader, Aubstadt
Geschäftsführer: Georg Hansul, Bad Neustadt
Kassiererin: Sabrina Sum-Dietz
Vereinsvertreter: Karlheinz Kronester, Fladungen, Margot Friedrich, Frickenhausen, Holger Diemer, Niederlauer, Renate Klüber, Mellrichstadt, Alexander Meiler, Aubstadt, Otto Sum, Mellrichstadt, Roswitha Amschler, Unsleben, Angelika Rohe-Mangold, Nordheim.
Kassenprüfer sind Margitta Meußler, Ostheim und Helmut Bär, Bad Königshofen.
Die Wahl des Schriftführers wurde vertagt, weil die bisherige Schriftführerin im Krankenstand ist.

Online-Tipp: Infos zum Thema Gartenzertifizierung unter: http://lwg.bayern.de/gartenakademie/veranstaltungen/215964/index.php

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